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oelzschau / kugel /u. wolf

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Die Sanierungsarbeiten an der Magdalenen-Kirche in Oelzschau haben begonnen. Das Gerüst am Kirchturm steht, und mit den Arbeiten an dem über 500 Jahre alten Gotteshaus wurde jetzt ein Geheimnis gelüftet.

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Der Espenhainer Bürgermeister Jürgen Frisch und der Oelzschauer Pfarrer Stephan Vorwergk (rechts) mit dem Inhalt der Turmkugel. Fotos (2): Ulrike Wolf

Quelle: Ulrike Wolff

Oelzschau. In der Kirche war es kürzlich voll geworden. Viele Oelzschauer wollten wissen, was sich in dem alten, vom 9. Juni 1972 stammenden Paket befand, das bei der Abnahme der Turmkugel zum Vorschein gekommen war.

Ein spannender Moment: Pfarrer Stephan Vorwergk (37) öffnete das Päckchen. Die Plastefolie drumherum hatte schon Löcher und Risse, und in einer weiten, orangefarbenen Plane kamen beim vorsichtigen Auspacken zahlreiche historische Schriften, Fotografien und Münzen zum Vorschein. Es waren so viele Dokumente, das drei Tische nötig waren, um alles auszubreiten. So fanden sich Aufzeichnungen aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg, in denen von einer Hungerperiode berichtet wurde, datiert mit 1. Mai 1919, oder ein Brotkartenverzeichnis des Kriegsjahres 1917, Inflationsgeld, wie ein 100-Millionen-Markschein oder Münzen von 1750, einer Zeit, in der der Turm der Kirche auch geöffnet wurde. "Dieses Geld haben wir zur Zeit in unserer Demokratischen Republik", so wurde die Münzsammlung, zusammengestellt am 6.Juni 1972, betitelt. Neben historischen Fotos der Kirche und Bildern vom Hochwasser im Jahre 1929, kamen auch beeindruckende Chroniken zum Vorschein, berichteten zum Leben im Ort, aufgeschrieben von Willi Klutmann, der Landwirt und Imker war . Auch Grundbesitz und Einkommen der Familien des Ortes wurden aufgelistet. Einige Schriften wurden von den Oelzschauern gleich vorgelesen, Pfarrer Vorwergk versuchte viele Namen auf den alten Papieren zu entziffern, wo er nicht weiterkam, halfen die älteren anwesenden Oelzschauer aus. Das Auspacken des Turmkugelschatzes war gemeinsame Sache, auch altdeutsche Schrift wurde per Lupe gleich entziffert. Einigen Blättern hatte aber die Zeit zugesetzt, das Papier zerfiel in den Händen des Pfarrers. Das Interesse der Oelzschauer an der Geschichte des Ortes ist groß, viele haben eine Verbindung zur Magdalenen-Kirche. "Ich bin sehr beeindruckt, was alles zum Vorschein kam", sagt Ivonne Zisler (38)." Mein Vater Kurt Zisler hatte sich vor vielen Jahren für eine Turmuhr an der Kirche mit eingesetzt", so die 38-jährige Oelzschauerin."Die Augenzeugenberichte finde ich spannend", sagt Doreen Müller(36), die seit fünf Jahren mit ihrer Familie im Ort lebt. Extra aus München war Wieland Brauer, dessen Vorfahren aus Oelzschau stammen, hergekommen, "Ein paar Sachen aus dem Paket kannte ich, mein Vater Oskar Brauer hat es 1972 mit eingepackt", erzählt der 58-jährige. Bei Pfarrer Vorwergk machte sich am Abend aber auch .Enttäuschung breit. "Ich vermisse Aufzeichnungen zum Gemeindeleben und Einschätzungen zur politischen Lage verschiedener Zeiten, es wurde kein Wort über den Bergbau verloren", so der 37-jährige. Das will er ändern. Denn die Frage ist nun, was in das neue Zeitgeschichts-Paket, welches wieder in den Turm der Kirche kommt, hineingepackt werden soll. Doch vorher wollen die Oelzschauer die vorhandenen Dokumente sichten und aufarbeiten, eventuell auch digitalisieren. Treibende Kraft ist der Förderverein Magdalenenkirche Oelzschau. Für die Aussen-Sanierung der Kirche wurden von den Mitgliedern 12-tausend Euro gesammelt, die Gesamtkosten belaufen sich auf 215.000 Euro, und werden aus ILE-Fördermitteln finanziert. Geld kam aber auch von der Landeskirche Sachsen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.08.2014
Ulrike Wolf

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