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Delitzsch 110 000 Euro Mehrkosten für Schönwölkauer Kitas
Region Delitzsch 110 000 Euro Mehrkosten für Schönwölkauer Kitas
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15:10 19.05.2015
Der Nachwuchs, der im Hohenrodaer Gänseblümchen betreut wird, tollt gern in seinem Sportraum. Allerdings stört dabei der Tresen (Bildhintergrund), der bisher ein bis zweimal im Jahr von den Dorfbewohnern genutzt wird. Ob er rauskommt, entscheidet sich nach dem Vor-Ort-Termin der Ortschaftsräte am 9. Dezember. Quelle: Ilka Fischer

Das sorgt für Unruhe. Denn auch wenn es in keiner Kommune so deutlich gesagt wird: Die Übergabe der kommunalen Kindereinrichtungen an Wohlfahrtsverbände hat nicht nur mit der Angebotsvielfalt, sondern auch immer etwas mit Geld sparen (andere Tarife, über Ortsgrenzen hinaus flexibleres Einsetzen des Personals) und teilweise auch mit einer die freien Träger bevorzugenden Förderpraxis zu tun. Nachdem in Schönwölkau bereits 1993 die Wölkauer Einrichtung mit derzeit rund 100 Plätzen an die Diakonie ging, übernahm zum 1. April 2011 das Deutsche Rote Kreuz die etwa gleich große kommunale Kindertagesstätte mit den Brinniser Dorfspatzen, den Gänseblümchen in Hohenroda und Zum Storchennest in Badrina. Umso erstaunter waren die Gemeinderäte auf ihrer jüngsten Sitzung, als sie in einer Begründung für die (dann abgelehnte) Erhöhung der Hebesätze den Hinweis fanden, dass die Gemeinde 2014 bei der Kinderbetreuung mit solchen unerwarteten und erheblichen Mehrkosten rechnen muss. Doch zu spät, da war der DRK-Vorstandsvorsitzende Christian Wolff schon weg. Der hatte vor dem Gemeinderat eine ausschließlich positive Bilanz der zurückliegenden zweieinhalb Jahre gezogen. Zwei Mitarbeiter seien seit der Übernahme als Heilerziehungspfleger weitergebildet, in Hohenroda damit drei Integrationsplätze eingerichtet worden. Mit der Besetzung der vakanten Leitungsposition vor zwei Jahren hätte zudem mit Marie-Christin Turnier konzeptionell und strukturell weiter gearbeitet werden können, hatte er wortreich informiert.

Wortkarg gab er sich dagegen bei einer Nachfrage der LVZ zum angemeldeten Mehrbedarf für 2014. Hier sagte Christian Wolff lediglich: "Für Anfragen der Gemeinderäte stehe ich natürlich gern zur Verfügung, aber gegenüber der Zeitung möchte ich mich nicht dazu äußern." Thomas Rauer, Geschäftsführer der Diakonie, gab sich da offener. So sei neben den üblichen Tarifsteigerungen seit November zusätzlich eine Sozialassistentin im Hort Wölkau tätig, was natürlich koste. Zusätzlich sei es 2013 gelungen, Fördermittel für die Neustrukturierung des Krippenbereiches zu erhalten. "Dadurch entstehen 2014 sechs neue Krippenplätze, die bislang 18 Plätze werden 2014 erst einmal auf 20 Plätze aufgestockt, was zu erheblichen Mehrkosten führt", so Thomas Rauer.

Kämmerin Sigrun Scheibe hat die genauen Zahlen. "Das DRK hat für 2014 einen Mehrbedarf von 60 000 Euro, die Diakonie von 50 000 Euro gegenüber 2013 angemeldet." Dabei ist die Kinderbetreuung für Schönwölkau schon jetzt keine billige Sache. Im Haushaltsplan 2013 steht für das DRK ein kommunaler Zuschuss von 250 000 Euro, für die Diakonie von 191 000 Euro. Eine Rolle spiele bei der gewünschten Erhöhung auch die Verwaltungspauschale pro Kind und Monat, die seit Anfang der 1990-er Jahre nie angehoben wurde, informierte Sigrun Scheibe. Hier stünde eine Erhöhung auf rund 20 Euro pro Monat und Kind, was in etwa eine Verdopplung sei, auf der Wunschliste. "Doch fest steht noch nichts", so die Kämmerin. Es werde demnächst Gespräche sowohl mit dem DRK als auch mit der Diakonie geben. Klar sei dabei, dass die Diakonie mit einem zentralen Standort weniger Betriebskosten verursache als die DRK- Einrichtung mit ihren weit auseinander liegenden drei Standorten. Dafür muss allerdings der freie Träger am wenigsten in die Tasche greifen. Denn gesetzlich festgeschrieben ist, dass dieser lediglich 1,6 Prozent der Sachkosten aufbringen muss. Den Rest teilen sich Eltern, Land und eben Kommune.

Die Gemeinde will an der Standortzahl ebenso wie Christian Wolff vom DRK nicht rütteln: "Wir wollen die Einrichtungen als soziale Standorte im Ort haben", hatte dieser ausgeführt. Dass man dabei durchaus kooperativ sei, belegte er mit einem Beispiel. So solle gemeinsam mit dem Ortschaftsrat Hohenroda am 9. Dezember eine Begehung bei den Gänseblümchen stattfinden. Denn der Tresen im Sportraum, der auch von den Dorfbewohnern genutzt wird, soll weg. "Dafür bieten wir an, die Küche in der Einrichtung nutzen zu können."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.11.2013
Ilka Fischer

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