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15 nordsächsische Paare warten auf Adoptivkind

Vermittlungsstelle 15 nordsächsische Paare warten auf Adoptivkind

Jährlich werden im Landkreis Nordsachsen etwa 21 Anträge auf Adoption gestellt. Im gleichen Zeitraum werden allerdings nur etwa acht Kinder zur Adoption freigegeben. „Derzeit haben wir aktuell in Nordsachsen 15 Anträge“, teilte Andrea Strehl mit. Sie arbeitet in der gemeinsamen Adoptionsvermittlungsstelle der Landkreise Leipzig Land und Nordsachsen in Grimma.

Pro Jahr werden in Landkreis etwa acht Mädchen und Jungen zur Adoption freigegeben. (Symbolfoto)

Quelle: dpa

Nordsachsen. Die Gründe, warum Kinder zur Adoption freigegeben werden, sind vielfältig. „Sie reichen von der Überforderung der Eltern bei der Erziehung und Betreuung bis hin zu finanziellen Sorgen“, erläuterte Andrea Strehl. Nicht selten sind es auch zwischenmenschliche Probleme in der Familie oder in der Partnerschaft. „Die Kinder, die durch die Adoption neue Eltern bekommen, sind in der Regel nicht älter als sechs Jahre“, hieß es. Sie können aber auch schon als Neugeborenes vermittelt werden. „Unsere Aufgabe ist es, für Kinder, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, geeignete Adoptiveltern zu suchen“, erklärte Andrea Strehl. Die Vermittlungsstelle begleitet diese Familien vor, während und bei Bedarf auch noch nach der Adoption.

Auch die Motive für eine Adoption sind sehr vielfältig. „Wichtig ist es, sich genügend Zeit zu nehmen, miteinander darüber zu sprechen, auch Gedanken und Gefühle mit anderen auszutauschen“, raten die Experten in Grimma. Eines der immer deutlicher geäußerten Motive für eine Adoption ist die Angst, „ohne Nachwuchs alt zu werden“. Doch die Vermittlungsstellen suchen nicht Kinder für unfreiwillig kinderlose Ehepaare, sondern liebevolle und zuverlässige Eltern für Kinder. Deshalb ist ein Adoptionsverfahren auch ein aufwendiger Prozess, der in der Regel mit einer anonymen Beratung beginnt und im Durchschnitt etwa vier Jahre dauert.

„Die Feststellung der Adoptionseignung von Bewerbern ist eine schwierige und umfangreiche sozialpädagogische Aufgabe“, hat das Landesjugendamt kürzlich erneut bestätigt. Eine ganze Reihe von Gesprächen sind dabei erforderlich, ebenso Besuche bei den Bewerbern zu Hause, zudem müssen die Bewerber ein Seminar besuchen. Diese sind letztlich die Grundlage für eine Entscheidung.

„Die Adoptionsvermittlungsstelle muss so sicher wie möglich sein, dass Adoptiveltern mit denkbaren Schwierigkeiten zurechtkommen und dass ein Kind um seiner selbst willen angenommen wird.“ Eine Adoption kann in der Regel nicht wieder aufgehoben werden, schon gar nicht, wenn eine Aufhebung im Interesse der Eltern liegt. „Einen solchen Schritt sieht das Gesetz nicht vor“, heißt es aus dem Landesjugendamt.

Jährlich werden in der Grimmaer Adoptionsvermittlungsstelle etwa 380 Gespräche zu dem Thema geführt, sie haben soziale, rechtliche und emotionale Inhalte. Natürlich ist die Einrichtung, die seit 2003 existiert und in der ausgewiesene Experten arbeiten, auch Ansprechpartner für Eltern, die sich mit dem Gedanken tragen ihr Kind zur Adoption freizugeben.

Ebenso sieht sich die Institution als Berater für die Bürger wie auch für Behörden, Hebammen, Ärzte und Sozialarbeiter.

Von Ditmar Wohlgemuth

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