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Delitzsch 150 Vertreter von Selbsthilfegruppen kommen in Delitzsch zusammen
Region Delitzsch 150 Vertreter von Selbsthilfegruppen kommen in Delitzsch zusammen
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00:21 29.10.2017
„Die Selbsthilfelandschaft braucht Sie alle“, ermunterte die für Gesundheit zuständige Dezernentin des Landratsamtes Nordsachsen, Angelika Stoye, die aktiven Ehrenamtlichen. Quelle: Manuel Niemann
Delitzsch

„Wir boxen nach vorne! Und die Hüfte mitnehmen!“ Rosmarie Matthes von VitaMed Delitzsch und Gisela Bloecker von der Seniorensportgruppe des Krostitzer Sportvereins nahmen die halbe Stunde, die der Aktionstag für Selbsthilfegruppen ihnen gab, wörtlich: Statt trockener Materie rissen sie das mit 150 Teilnehmern gut besetzte Bürgerhaus mit. Eine turnte vor, die anderen machten mit.

Kontaktstelle und Selbsthilfegruppen stellten sich vor

Konstanze Nebel, Koordinatorin der Kontakt- und Informationsstelle im Landratsamt Nordsachsen, hatte Selbsthilfegruppen und -vereine zum zweiten Mal zu solch einem Tag eingeladen. Dieses Mal lag der Fokus auf der Region Delitzsch, im gesamten Landkreis gibt es 72 Gruppen. Das zweistündige Programm mit Fachvorträgen, Aktivierungsübungen und Kurzvorstellungen hatte sie mit den Beteiligten abgestimmt. „Wir wollen zeigen, was gibt es für Gruppen und sie auch mit uns als Kontaktstelle bekannt machen“, erklärte sie.

Gutes Gelingen, gute Gespräche wünschte auch die für Gesundheit zuständige Dezernentin des Landratsamtes Nordsachsen, Angelika Stoye, in ihrem Grußwort: „Die Selbsthilfelandschaft braucht sie alle“, stellte sie klar. Zugleich wies sie auf die Herausforderung hin, die der demografische Wandel auch für Selbsthilfeangebote darstelle. Viele Leute und Mitglieder seien im hohen Lebensalter, aktiver Nachwuchs bleibe aus. Eine Aufgabe sei da, einen Generationenwechsel vorzubereiten und dabei auch auf das Internet und neue Kommunikationsmittel zu setzen.

Niemand muss allein bleiben

Als Beispiele, wie das Miteinander Menschen bestärken können, wieder zu mehr Selbstständigkeit gelangen, stellten sich nachfolgend vier Gruppen vor. Ihnen gemein war meist eine Veränderung, die unerwartet in das Leben eintritt, sei es durch ein Schlaganfall, der eine Sprachstörung nach sich zieht, wie bei Aphasiker René Goldschmidt oder nach einer Krebserkrankung, wie bei den Delitzscher Frauen, für die Inge Buchholz sprach. Der von Geburt an blinde Norbert Britze, Kantor in der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Düben, schaffte es in seinem Vortrag, zu zeigen, was die plötzlich eintretende Dunkelheit in einem Menschen hervorruft, der erst spät erblindet. „Viele können sich schlecht vorstellen, was Blinde oder Sehbehinderte wahrnehmen können. Statt einen selbst anzusprechen, reden sie oft mit einer Begleitperson.“ Er wies darauf hin, welch großer Schritt eine Blindenschrift – der Zugang zu Bildung – für Blinde gewesen sei und wie die Inklusion fortgeschritten sei. Wie simpel Hilfsmittel sein können, wenn etwa Ampeln auch ein akustisches Signal geben oder im Bus auf Haltestellen hingewiesen werden. Gerade für Späterblindete sei es schwer, sich in ihrer veränderten Situation anzukommen. Daher ermögliche Blinden- und Sehbehindertenverband, für dessen Delitzsch-Eilenburger Kreisorganisation er da war, Mobilitätstrainings und lebenspraktische Übungen.

Wieder in einen selbstbestimmten Alltag über den Austausch in einer Selbsthilfegruppe ist meist Kern der Angebote. Das gegenseitige Achthaben aufeinander stärkt und ermutigt das Selbst: „Nutzen sie das!“, ermunterte Gesundheitsdezernentin Stoye.

Von Manuel Niemann

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