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Delitzsch 1500 Bleifußverfahren seit Januar
Region Delitzsch 1500 Bleifußverfahren seit Januar
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15:25 19.05.2015
Dieses Tempo-Messgerät warnt nur mit blinkender Zahl. Die Stadtverwaltung nutzt es präventiv. Quelle: Kay Würker

Die Summe der Verwarn- und Bußgelder sowie dazugehöriger Gebühren und Auslagen beläuft sich auf mehr als 36 000 Euro.

Delitzsch befindet sich, was Tempomessungen anbelangt, in privilegierter Stellung. Die Großen Kreisstädte in Nordsachsen müssen das Blitzen nicht allein Landratsamt und Polizei überlassen, sondern dürfen selbst Technik am Straßenrand aufbauen. Die Stadtverwaltung schaffte in diesem Zusammenhang Anfang 2012 ein eigenes Messgerät an, verstärkte unter anderem die Präsenz vor Schulen und Kitas. Und wird bei der Geschwindigkeits-Überwachung selbst überwacht: Der Stadtrat forderte ein, dass über Einsatzzeiten und -orte Buch geführt und öffentlich bilanziert wird.

Nun also liegt das Mess-Tagebuch für die ersten drei Quartale des laufenden Jahres vor. In 35 Prozent der Fälle stand die Technik, die übrigens auch ohne Blitz funktioniert, in sogenannten besonders schutzwürdigen Bereichen. Also dort, wo vermehrt Kinder, Senioren oder Behinderte die Straße kreuzen. In gleicher Häufigkeit waren es Bürgerhinweise, die den Anlass zu Tempomessungen gaben. "Wobei wir nach Bürgerhinweisen mitunter zunächst eine anonyme Erfassung durchführen", schildert Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos). Die Stadt nutzt dafür eine unscheinbare Box in Pralinenschachtelgröße, die rein statistisch alle vorbeifahrenden Fahrzeuge zählt, deren Geschwindigkeit misst und zwischen Lkw und Pkw unterscheidet. "Wenn sich damit subjektive Wahrnehmungen der Anwohner objektiv bestätigen lassen, folgen Messungen mit Kennzeichen-Erfassung", so Schöne.

Kontrolliert werden darüber hinaus auch Unfallschwerpunkte sowie - zu 18 Prozent - überregionale Zufahrten zum Stadtgebiet. So fand dieses Jahr bislang etwa jede fünfte städtische Messung an Tempo-70- oder Tempo-100-Strecken statt. In 24 Prozent der Fälle galt an der Messstelle die Höchstgeschwindigkeit 30. Das bedeutet: Obwohl Kitas, Schulen und belebte Bereiche im Vordergrund stehen, muss auch andernorts mit Kontrollen gerechnet werden. "Zur Vermeidung vermeintlich rechtsfreier Verkehrsräume wird die Geschwindigkeitsüberwachung auch an Orten mit geringem Gefahrenpotenzial durchgeführt", erklärt Ordnungsamtsleiter Oliver Schulze. So steht das Messgerät mit dem Namen Leivtec XV3 gelegentlich zum Beispiel in der Eilenburger Chaussee, Höhe Gartenanlage, und in der Securiusstraße. Zu den überwachten Unfallschwerpunkten zählen die Kreuzung Dübener Straße/Stadtring, die B 184 am Abzweig Brodau und die südliche Ortsumfahrung am Abzweig Zschepen/Döbernitz. Vergleichsweise häufig ist der Blitzer auch an der Behindertenwerkstatt in der Richard-Wagner-Straße, am Jugendhaus Yoz in der Sachsenstraße und an Schulwegen in der Halleschen und der Friedrich-Ebert-Straße aktiv.

"Zu präventiven Zwecken nutzen wir zudem eine Geschwindigkeits-Messanlage, die dem Fahrer das Tempo direkt anzeigt", berichtet Thorsten Schöne. Die Anlage ist mobil, wechselt häufig den Standort. Ordnungsrechtliche Verfolgung müssen Bleifüße dort nicht befürchten. Aber ein aufleuchtendes Messergebnis, das zumindest warnen sollte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.10.2013
Kay Würker

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