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Delitzsch 160 Frauen diskutieren gar nicht einsam über Einsamkeit
Region Delitzsch 160 Frauen diskutieren gar nicht einsam über Einsamkeit
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15:40 17.07.2015
Annette Stawenow und Ines Adamski werden für ihr Engagement in Sachen Frauentreff ausgezeichnet. Quelle: Ilka Fischer
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Delitzsch

Dabei musste die Veranstaltung, deren Premiere im Herbst 1998 im Weißen Roß stattfand, schon einmal umziehen. Maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen haben zwei Frauen, die am Sonnabend geehrt wurden. Moderatorin Elke Winkler holte Annette Stawenow, die mit ihrem Mann nach Eisenach zieht, und Ines Adamski „von der ich jetzt den Staffelstab beim Frauenfrühstück übernehme" zur Ehrung auf die Bühne. Bei der inzwischen 29. Veranstaltung, den die Delitzscher Line Dancer mit einem Auftritt bereicherten, stand einen Tag vor dem Totensonntag ansonsten das Thema Einsamkeit im Mittelpunkt. Doch dass man nicht nur nach dem Verlust naher Angehöriger oder eines guten Freundes, sondern auch in Partnerschaft und unter vielen Menschen einsam sein kann, das wurde in Vorträgen und einem Anspiel deutlich. „Ein kleiner Edelstein beim Frauenfrühstück sind die Erfahrungsberichte", so Elke Winkler. Dieses Mal ließ ihn Simone Rogge aus Köthen funkeln. Die 47-jährige Mutter dreier Kinder erzählte, wie ihr der Glauben geholfen habe, Schicksalsschläge wie den frühen Tod des Vaters oder den Absturz der ältesten Tochter in die Drogen- und später in die Magersucht zu meistern. Heute sei sie mit ihrem Mann stolz auf die Große, die als Sozialarbeiterin tätig und selbst Mutter ist. Ihr Credo lautet daher: „Alles hat einen Sinn, auch wenn wir es nicht immer gleich verstehen." Mit einer nachgestellten Szene aus einer Anzeigenannahme, bei der eine einsame 29-Jährige einen treuen Partner sucht und sich schließlich für einen Schäferhund entscheidet, wurde auf das Referat von Carmen Seehafer übergeleitet. Die Pastorin aus Bitterfeld meinte zwar mit Blick auf den proppevollen Saal, dass gerade keiner einsam aussehe, wusste aber auch, „dass Einsamkeit etwas ist, das nicht unbedingt sichtbar ist". Sie führte weiter aus: „Alleine sind wir gerne mal, einsam sind wir nicht gern." Einsamkeit sei zudem subjektiv, sei ein Gefühl von Verlassenheit, Trauer und auch Langeweile, zuweilen auch der Neid auf andere. Auch hunderte Facebookfreunde seien da kein Ausweg. Sie forderte die Frauen aber auch auf, den Partner nicht zu überfordern. Denn der Ansatz, der andere soll mich glücklich machen, sei falsch. „Der einzige Mensch, der mich glücklich machen kann, bin ich selbst." Die 160 Frauen haben mit dem Besuch des Frauenfrühstücks da schon mal einen Schritt in diese Richtung gemacht. Johanna Pforte aus Schenkenberg ist Stammgast dieser Veranstaltung. „Ich habe mir noch von meiner Kur den Platz reserviert", erzählt die 67-jährige Schenkenberger Rollstuhlfahrerin. „Hier treffe ich Leute, die ich manchmal sonst monatelang nicht sehe." Außerdem seien die Referate immer wie ein Stück aus dem eigenen Leben. „Sie sind wertvoll", ergänzte ihre zufällige Tischnachbarin Karin Kille, die erst zum zweiten Mal dabei war. Doch auch die Delitzscherin wurde bestärkt in ihrer Ansicht: „Man muss aus seinem Leben was machen."

Ilka Fischer

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