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17. Internationales Holzskulpturenfestival bei Bad Düben

Kettensägen knattern 17. Internationales Holzskulpturenfestival bei Bad Düben

Beim 17. Internationalen Holzskulpturenfestival vor den Toren Bad Dübens feierten Michael Krüger und Christian Schmitt einen Doppelsieg. Die Thüringer lagen mit ihrem Werk „Die Letzte Fahrt“ in der Künstler- und auch Publikumswertung vorn. Die 5000 Zuschauer konnen aber auch Frank Schöbel und Maxi Arland am Mikro und mit der Säge erleben.

Frank Schöbel und Maxi Arland (rechts) freuen sich über ein originales Kettensägen-T-Shirt.
 

Quelle: Steffen Brost

Dübener Heide.  Sommer, Sonne, Schnitzerfest: Einmal im Jahr wird die beschauliche Ruhe in der Dübener Heide gestört. Am Wochenende war es wieder soweit. Denn in Tornau, vor den Toren Bad Dübens, knatterten wieder die Kettensägen beim Internationalen Holzskulpturenfestival. Und das mittlerweile zum 17. Mal. Zwei Tage lang ließen die 39 Künstler aus bis zu drei Meter hohen Baumstämmen Holzfiguren entstehen.

Bäume verbinden Generationen

In diesem Jahr stand der Wettbewerb unter dem Motto „Bäume verbinden Generationen“. Die Skulpturenkünstler kamen diesmal aus Deutschland, Dänemark, Litauen, der Schweiz und aus Österreich. Sie ließen sich davon inspirieren und gestalteten an Weichers Mühle imposante Figuren mit Kettensäge, Hobel und Schleifpapier. Einer von ihnen war der Bad Dübener Raik Zenger. Stammgast und vom Wettbewerb nicht mehr wegzudenken. Alle Jahre wieder lässt er sich etwas Besonderes einfallen. Mal einen riesigen Storch, mal etwas Abstraktes oder einen Riesenbiber. „Ich starte zum 16. Mal. War nur einmal nicht dabei.

Vater, Mutter und Kind

Durch das Motto ‚Bäume verbinden Generationen’ habe ich Vater, Mutter und Kind aus einem Pappelstamm gesägt. Die kleine Familie steht vor einem Baum“, erzählt der mehrfache Gewinner des alljährlich ausgelobten Köppe-Preises. Pünktlich um 10 Uhr eröffnete Ortsbürgermeister Udo Reiss traditionell mit der T-Shirt-Übergabe an die Akteure das Fest. Mit dabei war der Mitteldeutsche Rundfunk ( MDR). Der drehte bereits die ganzen Tage im Vorfeld in und vor Bad Dübens Mühlen für seine Musikshow „Musik auf dem Lande“. Moderiert von Fernsehmoderator und Musiker Maxi Arland. „Wir touren mit dieser Show durch Mitteldeutschland. Drehen an schönen Orten für die Sendung. Dieses Kettensägenfest passt dabei richtig gut rein bei uns. Es ist schon eine verrückte Veranstaltung. Genau so etwas suchen wir immer wieder. Der tolle Sound, wenn viele Kettensägen auf einen Haufen um die Wette knattern, ist doch Musik für die Ohren“, sagte Arland. Die Sendung wird übrigens am 16. September um 20.15 Uhr im MDR zu sehen sein.

Über 5000 Besucher zählte der 17. Internationale Kettensägenwettbewerb in der Dübener Heide.

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Richtige Köhlerin wird Köhlerlisel

Das Fest wurde außerdem mit zahlreichen kulturellen Höhepunkten umrahmt. So konnten die rund 5000 Besucher über einen Heidemarkt mit regionalen Spezialitäten schlendern oder live dabei sein, als das neue Köhlerliesel vom Ehrenpräsident des Vereins Dübener Heide, Herbert Meyer, gekürt wurde. In diesem Jahr wurde es in der Geschichte des Wettbewerbes zum ersten Mal eine richtige Köhlerin. Denn Norma Austinat ist die neue Betreiberin der Köhlerei Eisenhammer. „Ich bin sehr glücklich, dass ich ausgewählt wurde. Das macht mich sehr stolz. Ich freue mich auf die kommende Zeit als Köhlerliesel“ sagte die junge Frau. Nach der Kür auf der Bühne rief gleich die Pflicht. Das Köhlerliesel schwärzte auf dem Festplatz Wangen mit einem Stück Holzkohle - das soll Glück bringen. Die Besucher waren begeistert. „So etwas haben wir noch nie erlebt. Wir sind von Rostock zu Besuch in der Region. Eine tolles Event mit besonderem Flair. Wir kommen nächstes Jahr bestimmt wieder“, waren Hannelore Winter und ihr Mann Werner begeistert. Die Zuschauer durften zudem noch über ihren Favoriten abstimmen. Außerdem begutachtete eine Jury die Kunstwerke. Zufrieden war auch Ortsbürgermeister Udo Reiss (parteilos), für den es in diesem Jahr die Feuertaufe war. „Ich mache das zum ersten Mal als Gemeindeoberhaupt. Aber wir haben so viele Helfer aus unserer 600-Seelengemeinde und das Wetter spielte mit. Was will man mehr“, freute sich Reiss.

Frank Schöbel sägt mit Maxi Arland um die Wette

Im Laufe des Nachmittages konnte man auf dem Platz sehen, wie aus den plumpen Baumstämmen langsam die ersten Figuren entstanden. So sägte der 70-Jährige Burgkemnitzer Roland Bär an einem Pferdekopf. Für ihn war es die Nummer 17. Denn der Rentner nahm an bisher allen Ausgaben des Sägekontestes teil. „Zur Premiere im Jahr 2000 habe ich einen Fahrradständer mit Schweineschnauze geschnitzt. Der steht noch immer vorm Heimathaus in unserem Ort“, so Bär. Zum Abschluss des ersten Tagen gab es noch einen Auftritt von Schlagersänger Frank Schöbel, der sich anschließend im Wettsägen mit Maxi Arland zusammen gegen andere gestandene Mannsbilder aus der Gegend beweisen musste. Doch sie hatten die Rechnung ohne Enrico Schilling (CDU), dem neuen Bürgermeister aus Gräfenhainichen und Werner Wartenburger vom Museumsdorf Dübener Heide gemacht. Beide gewannen vor den Musikern sowie dem Vorsitzenden des Heidevereins Axel Mitzka, der mit Marco Fitze antrat.

Erfinder und Namensgeber der Veranstaltung ist Heidemaler Wolfgang Köppe. Trotz seiner mittlerweile 90 Jahre ließ es sich der Künstler nicht nehmen, eine Runde über den Platz zu machen. „Ich hatte damals die Idee, abgestorbene Bäume wieder zum Leben erwecken zu lassen. Bäume wachsen nicht nur in den Himmel. Sie machen auch Geschichte. Bäume wachsen zum Wohle des Menschen. Die Liebe zum Baum und zum Holz ist die Grundlage zu unserer Veranstaltung, die sich mittlerweile fest in der Heide integriert hat“, sagte Wolfgang Köppe.

Von Steffen Brost

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