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Delitzsch 19 historische Mühlen buhlen in Nordsachsen um die Gunst der Besucher
Region Delitzsch 19 historische Mühlen buhlen in Nordsachsen um die Gunst der Besucher
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05:00 17.05.2016
Annelore Voigt erklärte den Besuchern an der Bockwindmühle in Authausen das technische Innenleben. Vor allem junge Mühlenbesucher ziegen sich von den großen Holzrädern begeistert.
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Nordsachsen

Mühlentag in Deutschland. Zum 23. Mal veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung zusammen mit ihren Landes- und Regionalverbänden diesen Tag. Im Jahre 1994 wurde er bundesweit eingeführt. Startete man damals noch mit gerade mal 460 Mühlen, so nehmen heute schon über 1800 Windmühlen, Wassermühlen, Ross-und Göpelmühlen sowie Motormühlen teil. Auch in Nordsachsen öffneten gestern 19 Mühlen ihre Türen, um den Besuchern die Bedeutung, Geschichte und Funktion der ältesten Kraftmaschine der Menschheit zu präsentieren. Die zentrale Eröffnung für die Mühlenregion Nordsachsen fand diesmal an der Paltrockwindmühle Ebbecke in Audenhain statt.Auf der Kunstrasenfläche vor der Bühne wimmelte es von jungen Zuhören, die beim Mit-Mach-Programm dabei sein wollten.

Es ist kurz vor zehn Uhr. Die Sonne blinzelt durch die Wolken und eine leichte Brise setzte die Ruten der Mühle in Bewegung. Landrat Kai Emanuel, Bürgermeister und Gäste stehen bereit. Doch erst marschiert die Spielgemeinschaft Belgern-Audenhain mit ihren Schalmeien auf den Platz vor der Paltrockwindmühle in Audenhain. „Ich begrüße sie mit einem herzlichen Glück zu und stelle gleich mal zu Beginn fest, das wir heute kein Glühweinfest sondern den Mühlentag feiern“, begrüßte Mühlenvereinsvorsitzende Heidrun Kräger angesichts der kühlen acht Grad. Dann ist Nordsachsens Landrat Kai Emanuel dran. „Ich danke heute insbesondere dem rührigen Mühlenverein für sein Engagement.

Faszinierende Zeitgeschichte

Mühlen sind Zeitgeschichte und es freut mich jedes Jahr, wenn die technischen Denkmäler ihre Pforten für Besucher öffnen“, sagte Emanuel. Es folgen Worte von Bürgermeister Peter Klepel, Ortsvorsteher Lothar Haupt und Mühlenbesitzer Reinhard Ebbecke. Dann konnte der gemütliche Teil beginnen. Auf dem Platz warten Hopseburg und das große Bastelzelt vom Mühlenverein auf die Kinder. Bad Dübens Niedermühlenbäcker Paetsch hatte die ganze Nacht zuvor für reichlich Brot und leckere Kuchen gesorgt, die Mitarbeiterein Nicole Krätzsch an die hungrigen Mäuler verteilten. Dann geht es weiter nach Bad Düben. Unterwegs wird noch ein Stopp in Authausen eingelegt. Hier ist Mühlenführerin Annelore Voigt gerade dabei, einer Besuchergruppe das technische Innenleben der Bockwindmühle zu erklären. An der Bad Dübener Obermühle musizieren am Hoftor Peter, Steffen und Inge aus der Lausitz. „In letzter Minute wurde vergangene Woche noch die ganzen Bauutensilien von der Mühlensanierung etwas beiseite geräumt, damit unsere Gäste mehr Platz haben“, freute sich Klaus Morgenstern vom Vereins Museumsdorf Dübener Heide. In historischem Outfit sind Sylvia Fritzsche und Erika Papert gekommen. Auf dem Waschplatz zeigen die Frauen wie früher dreckige Wäsche gewaschen wurde. Gleich nebenan bringen die Vereinsfrauen Kaffee und selbst gemachten Kuchen an den Mann oder die Frau und am Steinbackofen zogen die Hobbybäcker frischgebackene Brotlaibe heraus. Auch für die jüngsten Besucher war gesorgt. Lutz Mehrer tuckerte mit seinem Fendt-Traktor durchs Areal und Ingo Prophet lud zum Klettern unter die Baumwipfel ein. Im Mühlenhaus waren Hobbyschauspieler um Werner Wartenburger die Stars. Zum 16. mal führten sie die Streich von Max und Moritz auf. Mit viel Applaus am Ende. Keine 15 Kilometer weiter reihten sich die Autos am Parkplatz der Werbeliner Bockwindmühle in Reibitz aneinander. Tausende strömen jedes Jahr an diesem Ort, um sich auf dem weitläufigen Gelände des Schullandheimes umzusehen. Korbhändler, Besenbinder und Schmied weihten die Besucher in die Geheimnisse ihres Handwerks ein. Und auch hier rollte der Trecker. Schullandheim-Mitarbeiter Christoph Schier kutschierte mit dem Lanz-Bulldog die Kinder über den Platz, die Blasmusikkapelle Frischluftprojekt spielte ununterbrochen und wer wollte, konnte mit dem Paddelboot eine Runde über den kleinen See drehen. „Wir kommen jedes Jahr her.

Hilfe für die Bergschiffmühle

Der Mühlentag ist bei uns in der Familie auch schon Tradition. Und man entdeckt immer etwas neues“, erzählte Traudel Werner aus Leipzig. Zurück in Bad Düben herrscht großer Andrang an der Bergschiffmühle. Margret Rau, Fritz Tiegel und Hansjörg Krönert vom Bad Dübener Heimatverein führen die x-te Gruppe durch das kleine Mühlenhaus. Nur drehen kann sich die historische Schiffmühle heute nicht. „Leider ist vor einigen Tagen ein Ring von der Welle gesprungen. Wir haben es leider nicht geschafft, das wieder zu beheben“, bedauerte Krönert.

Von Steffen Brost

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