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1908 gebaute Zisterne im Delitzscher Wasserturm ist immer noch im Dienst

Denkmal 1908 gebaute Zisterne im Delitzscher Wasserturm ist immer noch im Dienst

Der Wasserturm im Delitzscher Bahnwerk ist eines der markantesten Denkmäler in der Stadt. 1908, im Zuge der Errichtung des Werkes, ging er in Betrieb. Und erfüllt noch immer seinen Zweck: Über eine Ringleitung werden alle Bereiches des weitläufigen Werksgeländes versorgt. Besonders spannend ist ein Blick ins Innere.

Die Oberseite des Wasserbehälters, wenige Meter unterm Dach des Turmes.

Quelle: Alexander Prautzsch

Delitzsch. Delitzsch nennt sich die Stadt der Türme. Und hat derlei Höhe-Punkte nicht nur in der Altstadt zu bieten. Eine besondere Rarität versteckt sich eher unauffällig am Rande der Silhouette der Stadt, auf dem Gelände des Schienenfahrzeugwerkes: der 1908 errichtete Wasserturm des Betriebes. Bis heute versieht er seinen Dienst, versorgt das Areal mit Brauch- und Löschwasser. Der Blick ins Innere gelingt nur selten.

Der rund 30 Meter hohe Wasserturm im Bahnwerk

Der rund 30 Meter hohe Wasserturm im Bahnwerk.

Quelle: Alexander Prautzsch

Immerhin: Mit seinen rund 30 Metern Höhe ist das runde Backsteingebäude schon von außen ziemlich imposant. Doch noch eindrucksvoller ist das, was sich innerhalb des hölzernen Oberbaus verbirgt: Eine stählerne Zisterne, die rund 270 Kubikmeter Wasser fasst. Damit ruhen etwa 270 Tonnen Gewicht auf der Steinkonstruktion. Gefüllt wird der Behälter je nach Bedarf. Da das Wasser über eine Ringleitung in nahezu alle Ecken des weitläufigen Geländes transportiert wird und die Konstruktion nicht mehr die Jüngste ist, sind die Verluste auf der Strecke nicht zu unterschätzen. Trotzdem erfüllt die Anlage auch nach 108 Jahren ihre Funktion. Das Wasser, das aus einem Tiefbrunnen gefördert und enteist wird, dient unter anderem der Brandsicherheit. Alle Hydranten des Bahnwerkes sind angeschlossen. Aber nicht nur die: Auch große Industriewaschmaschinen werden versorgt, um beispielsweise Dichtheitsprüfungen nach Instandsetzungen an Eisenbahnwaggons durchzuführen.

Mit dem Schlauchboot übers Wasser

Der Wasserturm steht unter Denkmalschutz und wurde Ende der 1990er-Jahre instandgesetzt. Insbesondere die Holzverkleidung im oberen Teil ist damals erneuert worden. Wer den strapaziösen Aufstieg über die Treppen geschafft hat, wird mit einem besonders weiten Blick von der Spitze des Turmes belohnt. Und wer Zeuge der gelegentlichen Wartungsarbeiten wird, kann – so berichten Mitarbeiter des Bahnwerkes – sogar ein Schlauchboot auf der Wasserfläche des Behälters kreisen sehen. Der Behälter ist aus mehreren Stahlplatten zusammengesetzt – die Nietenverbindungen werden in regelmäßigen Abständen überprüft. Bislang wurden dort keine Verschleißerscheinungen entdeckt. Rost spielt dem Vernehmen nach keine Rolle. Alles dicht. Allerdings gelingt der Einstieg in die Zisterne nur über lange Leitern. Der Wasserbehälter ist 4,70 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 8,60 Meter.

Eines soll dann aber wohl doch nur ein Gerücht sein: In den 1970er-Jahren hätten Bahnwerker nach Schichtwechsel auch schon mal ein Bad im großen Kessel genommen, heißt es. Bislang konnte niemand diese Geschichte belegen.

Technisches Denkmal

Wassertürme wurden zumeist errichtet, um einerseits eine größere Menge Wasser vorzuhalten, zum anderen sollen sie für einen gleichmäßigen und andauernden Druck in den Leitungen sorgen. Letztere Funktion spielt heute, im Zeitalter von Pumpen, jedoch eher eine untergeordnete Rolle. Als technisches Denkmal ist der Bahnwerksturm dennoch interessant.

Dass es je eine Havarie gab, ist nicht bekannt. Dennoch gibt es ab und an Situationen, in denen der Wasserturm komplett geleert werden muss. Beispielsweise bei Reparaturarbeiten an der Ring- oder anderen angeschlossenen Leitungen. Dann dauert es etwa sechs Tage, bis ihn die Hochleistungspumpen wieder gefüllt haben und er auch wieder Wasser fürs Kesselhaus, das Heizwerk des Geländes, liefern kann.

Von Ditmar Wohlgemuth und Alexander Prautzsch

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