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Delitzsch 25.000 Euro eingenommen – hier wird in Delitzsch am häufigsten geblitzt
Region Delitzsch 25.000 Euro eingenommen – hier wird in Delitzsch am häufigsten geblitzt
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Moderne Blitzer blitzen nicht mehr - so auch das städtische Gerät XV3 von Leivtec. Die Fotos der Verkehrssünder, hier an der Gartenanlage an der Eilenburger Chaussee, erscheinen sofort auf dem Kontrollbildschirm, der sich aber normalerweise im Begleitfahrzeug befindet. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

An 37 Messtagen wurden in diesem Zeitraum 64 Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt, belegt eine kürzlich dem Stadtrat vorgelegte Übersicht. Auf die Jagd nach Temposündern wurde demnach vor allem an Orten gegangen, wo ein laut Behörde "besonders schutzwürdiger Personenkreis" am Verkehr teilnimmt. So wurden zu 37,5 Prozent Messorte im Umfeld von Behinderten, Kindern und Senioren überwacht. Regelmäßig baut das Ordnungsamt zum Beispiel in der Richard-Wagner-Straße nahe der Behindertenwerkstatt auf, kontrolliert die Schulwege oder nahe von Altenheimen. 28 Prozent der Messorte seien aufgrund von Bürgerhinweisen eingerichtet worden, sagt Ordnungsamtsleiter Oliver Schulze. 26,5 Prozent befanden sich an überregionalen Zufahrten zum Stadtgebiet. Auch Unfallschwerpunkte und innerstädtische Tempolimits, wie beispielsweise die 30er-Zone in der Ritterstraße, wurden überwacht. Etwa die Hälfte der Messungen erfolgte im Tempo-50-Bereich, ein Viertel im Bereich von zulässigen 30 km/h, der Rest im wesentlichen auf Strecken mit höherem Tempolimit.

Mehr als 31400 Fahrzeuge sind allein binnen eines halben Jahres vom Messgerät erfasst worden. Darunter etwa 1000 Ertappte, die zwischen 10 und 15 Stundenkilometern zu viel auf dem Tacho hatten, häufig beim Einrollen in die Stadt über die Securius- oder Dübener Straße. Knapp 70 Fahrzeugführer leisteten sich bis zu 20 km/h zu viel, knapp 40 bis zu 25 und 30 km/h drüber. Neun Fahrer wurden mit bis zu 40 Stundenkilometer Überschreitung erwischt - zum Beispiel auf der B183a am Stadtforst oder auf der B184 nahe der Kläranlage. 72 statt erlaubter 30 km/h hatte erst Anfang September ein Autofahrer in der Sachsenstraße drauf und ist damit der unrühmliche Spitzenreiter unter den Temposündern des bilanzierten halben Jahres - und damit ein Fall für weitere Verfahren, etwa vor Gericht.

Der vor fünf Jahren eingeschlagene Kurs bestätigt sich so für die Verwaltung. Seit einer Verordnung der sächsischen Staatsregierung für Städte mit mehr als 10.000 Einwohnern ist die Stadtverwaltung Delitzsch auf ihren kommunalen Straßen selbst fürs Blitzen zuständig. Engagierte die Verwaltung in den ersten zwei Jahren noch eine Spezialfirma, gibt es seit dem Frühjahr 2012 ein eigenes, damals rund 60.000 Euro teures Gerät. Das Geld dürfte aufgrund der Mess-Erfolge der vergangenen Jahre wohl längst wieder drin sein. Dabei soll es aber bei der Geschwindigkeitsüberwachung nicht ums Geld, sondern um Sicherheit und Ordnung gehen, heißt es aus dem Rathaus. Und so richtig geblitzt wird vom Delitzscher Ordnungsamt nicht - die Kamera der Anlage mit dem Titel "Leivtec XV3" ist so lichtempfindlich, dass Autofahrer mitunter erwischt werden, ohne es zu merken.

Häufige Messstellen

  • Richard-Wagner-Straße, Behindertenwerkstatt
  • Eilenburger Chaussee, Gartenanlage
  • Dübener Straße, relevant als Zufahrtsstraße und Schulweg
  • Securius- und Bitterfelder Straße
  • Sachsenstraße, nahe dem Yoz und an der Bushaltestelle
  • B184 am Abzweig Brodau, ein Unfallschwerpunkt
  • B184, Höhe Kläranlage, Querung von Rad- und Gehweg
  • B183a, Höhe Gewerbepark Am Stadtforst, Bushaltestelle
  • Nach Bürgerhinweisen: unter anderem Ritterstraße, Bahnweg, Paupitzscher Straße in Benndorf

Von Christine Jacob