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Delitzsch 250 Menschen protestieren in Delitzsch gegen Neonazis - NPD-Gegendemo untersagt
Region Delitzsch 250 Menschen protestieren in Delitzsch gegen Neonazis - NPD-Gegendemo untersagt
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19:11 25.03.2012
Am 25. März 2012 Demonstriere das Antifaschistische Netzwerk Leipziger Land in Delitzsch gegen rechte Gewalt. Quelle: Manfred Lüttich
Delitzsch

Um es vorweg zu nehmen, es blieb friedlich. Ungefähr 250 Teilnehmer marschierten durch die Stadt. Eine Hundertschaft der Bundespolizei und Kräfte der Polizeidirektion Westsachsen sicherten den Umzug ab.

Obwohl es immer wieder zu Provokationen und verbalen Auseinandersetzungen mit Nazis kam, die an der Strecke auftauchten, blieb es relativ friedlich in der Stadt. Der Protestzug wurde auch von einem mit Lautsprechern bestückten Kleintransporter begleitet. Der Sprecher wirkte immer wieder beruhigend auf die Teilnehmer ein: „Bleibt im Zug, lasst euch nicht provozieren, das wäre dumm vor den Augen der Polizei. Sagt dem Pack lautstark, was ihr von ihm haltet ...“ 

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Mitarbeiter der Ordnungsämter der Stadt Delitzsch und des Landratsamtes begleiteten den Umzug ebenfalls. Bereits am Mittag hatte der Einsatzstab im Polizeirevier die erste Lagebesprechung vorbereitet. Über die Straßen der Stadt rollten Einsatzwagen und Funkstreifenwagen der Polizei. Einsatzleiter Andreas Starke, Erster Polizei-Hauptkommissar der Polizeidirektion Westsachsen, informierte gegen 13 Uhr die Spitzen aus dem Delitzscher Rathaus und dem Landratsamt Nordsachsen über den Stand der Dinge. „Wir haben heute Vormittag 40 Personen der rechten Szene in der Stadt festgestellt und ihnen einen Platz zugewiesen. Ich werde keine Veranstaltung von ihnen zulassen“, so der Einsatzleiter.

Unter den Nazis, die mit hochwertiger Videotechnik ausgerüstet waren, befanden sich auch die NPD-Stadträte Kai Rzehaczek (Eilenburg) und Maik Scheffler (Delitzsch), die gegenüber der Polizei spontan eine Gegen-Demo ankündigten. Die ist jedoch untersagt worden.

110 Demonstranten der linken Szene Leipzig rollten kurz vor 14 Uhr mit dem Zug in Richtung Delitzsch. Ein Großteil der Einsatzkräfte kümmerte sich um die Rechten. Aus den 200 angekündigten Teilnehmern wurden am Ende ungefähr 250. Und die sammelten sich auf dem Parkplatz am Unteren Bahnhof (ehemals Bushaltestelle) und hielten eine Auftaktkundgebung ab. Der Stadt Delitzsch wurde ein „Naziproblem“ nachgesagt.

Der Umzug zog danach durch die Eisenbahnstraße, Dübener Straße, Karl-Marx-Straße, Nordplatz, Bitterfelder Straße, Kohlstraße, Bismarckstraße und zurück zum Bahnhof. Am Nordplatz erfolgte eine Zwischenkundgebung. Gegen 17 Uhr war der Aktionstag beendet und der Einsatzleiter zufrieden. „Aus meiner Sicht ist der Einsatz sehr konstruktiv verlaufen. Die Auflagen wurden von den Demonstranten eingehalten. Es gab über die gesamte Zeit hinweg keine nennenswerten Probleme. Ich kann darum von einem ausgesprochen friedlichen Verlauf sprechen“, sagte Andreas Starke.

Einen ausführlichen Bericht von der Situation in unmittelbarer Nähe des Demonstrationszuges lesen Sie in der Ausgabe der Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung vom 26. März 2012.

Frank Pfütze

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