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400 Menschen freiwillig im Krankenhaus

400 Menschen freiwillig im Krankenhaus

Egal, wie hell und freundlich, wie modern und fortschrittlich heutige Krankenhäuser auch sein mögen – noch immer haftet ihnen altbackener Geruch und das Image von Sterilisationsmitteln, strengen Oberschwestern und tristen Fluren an.

Delitzsch. Niemand geht gern ins Krankenhaus. Anders am Sonnabend: Mehr als 400 Gäste kamen zum Tag der offenen Tür ganz freiwillig in die Klinik der Loberstadt.

Gut 14 000 Patienten zählte das Kreiskrankenhaus Delitzsch im vergangenen Jahr, 6000 von ihnen wurden stationär behandelt. „Das Krankenhaus ist ein Segen und Glücksfall für unsere Stadt“, betonte Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) zum Tag der offenen Tür am Sonnabend. Immerhin zählt die Klinik mit ihren mehr als 230 Mitarbeitern auch zu einem der größten Arbeitgeber im Altkreis, hat sich durch Erweiterungen und bauliche Umgestaltungen immer weiter entwickelt.

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Delitzsch. Egal, wie hell und freundlich, wie modern und fortschrittlich heutige Krankenhäuser auch sein mögen – noch immer haftet ihnen altbackener Geruch und das Image von Sterilisationsmitteln, strengen Oberschwestern und tristen Fluren an. Niemand geht gern ins Krankenhaus. Anders am Sonnabend: Mehr als 400 Gäste kamen zum Tag der offenen Tür ganz freiwillig in die Klinik der Loberstadt.

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Dennoch: „Natürlich gibt es immer Berührungsängste mit einem Krankenhaus. Da wird geschnitten und die Menschen denken bei Krankenhäusern oft an Schmerzen“, so Medizinischer Geschäftsführer und Leitender Chefarzt Bernt Zipprich. Ein Tag der offenen Tür solle solche Ängste nehmen, indem er die Klinik einmal genauer vorstellt.

Diese Chance nutzte auch Petra Schlosberger mit ihrer Tochter Laura. Für die Schülerin war es leider nicht der erste Aufenthalt im Krankenhaus: „Vor einem halben Jahr hatte meine Kleine einen Autounfall, musste mehrfach operiert werden“, berichtete die Delitzscherin. Mit dem Blick in Rettungswagen, die Notaufnahme, das Untersuchungszimmer mit all seinen Geräten und den Operationssaal sollte die Zwölfjährige nun die Gelegenheit bekommen, ein Krankenhaus mal nicht aus der Perspektive eines verängstigten Patienten wahrzunehmen. „Ich denke, so versteht sie vielleicht besser, was sie damals erlebt hat“, so Petra Schlosberger. Und weil Laura selbst einen Fixateur tragen musste, um das gebrochene Bein wieder in Ordnung zu bringen, blieb sie wie gefesselt bei Krankenschwester Kathrin Krähe stehen, die am Modell erklärte, wie die Haltesysteme mit dem menschlichen Knochen verschraubt werden. Und die Neugierigen durften mit der kleinen Bohrmaschine selbst Hand anlegen.

Auch der Blick in den OP durfte nicht fehlen: Dort demonstrierten die Mitarbeiter an einem Modell, wie Chirurgen arbeiten. Der Bauchraum des Plastikpatienten mit Tüchern abgedeckt, nur ein paar kleine Schnitte für die Instrumente und eine winzige Kamera in der Bauchhöhle simulierten die echte Operation. „Ganz schön schwierig“, murmelte da mit Tim Köhler ein hochkonzentrierter Grundschüler. Die Aufgabe: Mit OP-Schere und Zange, nur geführt vom Kamerablick in der Bauchhöhle, einen Gummihasen aus dem Patienten holen. Lohn für die geglückte OP: Aufessen des zuckrigsüßen Fremdkörpers. Und ein stolzer Vater: Sven Köhler, selbst Chirurg an der Delitzscher Klinik, befand die Fingerfertigkeit seines Sprösslings als „vielversprechend“ genug, um den Zehnjährigen in die eigenen Fußstapfen treten zu lassen. „Noch sagt er zwar, dass er alles mit Blut und das Schneiden gruselig findet. Aber im Studium wird man ja auch ganz langsam herangeführt“, so der Facharzt.

Christine Gräfe

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