Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch 484 Bäume kommen unter die Motorsäge
Region Delitzsch 484 Bäume kommen unter die Motorsäge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:00 12.02.2010
Anzeige

Nur noch bis Ende Februar hat das beauftragte Unternehmen Zeit, die vorbereitenden Arbeiten für den Ausbau des Gewässer und den Rückbau des Loberwehres zu bewerkstelligen. Im Rückbau des Wehres, der ab Mai erfolgen soll, und der Beseitigung einer sogenannten Kolmationsschicht im Gewässerverlauf sieht die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) die entscheidenden Voraussetzungen zum Absenken des Grundwasserspiegels im Stadtgebiet. Das Gesamtprojekt werde in Zusammenarbeit mit der Landestalsperrenverwaltung Betrieb Elbe/Mulde/Untere Weiße Elster, der Landesdirektion Leipzig und der Kreisverwaltung Nordsachsen umgesetzt. In der Stadt Delitzsch sollten nach ursprünglicher Genehmigungsplanung fast 900 Gehölze unterschiedlicher Art und Stärke verschwinden, um Baufreiheit oder, wie in der Nähe des Elberitzsportplatzes, Schlammtrockenplätze zu schaffen. Raum werde aber auch für die entlang des Lobers geplante Baustraße und für die provisorische Brücke über den Fluss benötigt. Unmittelbar nach der Eilentscheidung des Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) zu den vertraglichen Regelungen der Lobersanierung mit der LMBV am 2. Februar im Technischen Ausschuss des Stadtrates (wir berichteten) begannen die Fällarbeiten, bestätigte LMBV-Sprecherin Karin Franke. In dem Vertrag geht es in erster Linie um den Abriss des Loberwehres und die Errichtung einer Pumpstation zur Speisung des Wallgrabens. LMBV-Projektleiter Hartmut Immisch betonte seinerseits, dass um wirklich jeden Baum gerungen worden sei, um die Eingriffe möglichst gering zu halten. „Es wird kein Baum für umsonst fallen“, sagte der LMBV-Mann. Jedes Gehölz sei einzeln unter „naturschutzfachlichen Aspekten“ erfasst und bewertet worden. Erst nach tiefgründiger Prüfung sei er entsprechend markiert und damit für die Säge freigegeben worden. Nach seiner Auffassung könnte sich die Zahl der Fällungen weiter reduzieren, wenn beispielsweise Technologien beim Gewässerausbau verfeinert und diese an die Gegebenheiten angepasst würden. „Vielleicht kann auch die eine oder andere Baumaschine um einen Baum herumfahren“, stellte sich Immisch als eine Möglichkeit vor. Trotzdem werden eine nicht unerhebliche Menge Bäume im Stammdurchmesser von zehn Zentimeter bis 1,4Metern für das Projekt weichen müssen. Dies beträfe hauptsächlich den Bestand im zweiten und dritten Bauabschnitt. Immisch betonte, dass die gesamte Baumaßnahme von einem Planungsbüro für Ökologische Baubegleitung überwacht wird. Das Büro soll beratend tätig werden und insbesondere bei schädlichen Einflüssen auf die Natur reagieren, diese vermeiden beziehungsweise mindern. Zudem seien die Bauunternehmer angehalten, aus ihrer Sicht so wenig wie möglich Natur in Anspruch zu nehmen. Das Messsystem, das zur Überwachung der Grund- und Oberflächenwasserverhältnisse im Stadtgebiet Delitzsch installiert wurde, soll während der Bauphase – ab Oktober – weiter verdichtet und der Messrhythmus verkürzt werden, ist in einer LMBV-Pressemeldung zu lesen. Für den Bergbausanierer ist der weitgehende Anschluss des Grundwasserleiters an den Lober eine der wichtigsten und kostenintensivsten Maßnahmen zur Abwehr der Gefahren durch aufsteigendes Grundwasser. Nicht allen betroffenen Gründstücksbesitzern werde aber dadurch geholfen. Auch Einzelmaßnahmen seien vorgesehen

Ditmar Wohlgemuth

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

 

Kreisgebiet. Nicht nur Anwohnern von Rödgen und Pressen, Ortsteilen der Stadt Eilenburg, stank es dieser Tage in der Nase. Auch auf die Mühlen der örtlichen Mitglieder und Freunde des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) war das zusätzlich Wasser, oder besser: Gülle.

17.07.2015

Ein Gutachten bescheinigt es: Die Orgel in der katholischen Kirche Sankt Marien in Delitzsch sollte durch eine neue ersetzt werden. Um dies nicht nur ein Wunsch bleiben zu lassen, wurde ein Bauverein gegründet.

10.02.2010

 

Kreisgebiet. Die sogenannten Steuersünder-CDs werden momentan heiß diskutiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Finanzminister Wolfgang Schäuble scheinen nach gründlicher Prüfung entschlossen, die CD zu erwerben.

17.07.2015
Anzeige