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Delitzsch 67 neue Nordsachsen feierlich begrüßt
Region Delitzsch 67 neue Nordsachsen feierlich begrüßt
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14:41 19.05.2015
Linda Najeeb aus dem Irak spricht über ihre Einbürgerung in Deutschland. Quelle: Frank Pfütze
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Kreisgbebiet

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde begrüßten Landrat Michael Czupalla (CDU) und die Ausländerbeauftragte Susanne Flathe die Gäste, die unter anderem aus Vietnam, Russland, Polen, Kasachstan, Syrien, der Ukraine und Bulgarien stammen. Mit Blasmusik und Kindertänzen umrahmte die Kreismusikschule am Donnerstagabend die Feier.

Für einen Höhepunkt am Mikrofon sorgte Linda Najeeb aus dem Irak, die von ihrer Einbürgerung erzählte. Mit ihrem Mann kam die Computertechnikerin 2001 aus Bagdad nach Chemnitz. Seit 2012 sind sie eingebürgert. Der Anfang und die Zeit im Asylheim waren schwer. Die Najeebs sind Christen und fanden in Schkeuditz Anschluss und Freunde in der katholischen Gemeinde. Inzwischen haben sie in ihrer neuen Heimat viele Freunde gefunden. Linda Najeeb arbeitet als Übersetzerin, ihr Mann ist Elektriker. Die Kinder sind in der Ausbildung und gehen aufs Gymnasium. Vor zwei Wochen zogen sie in das neue Zuhause in Taucha ein. "Das Wichtigste, und diesen Hinweis gebe ich gerne weiter, ist die deutsche Sprache. Wir haben viele Kurse belegt und fleißig gelernt", erzählte die 45-Jährige in einwandfreiem Deutsch. Und sie fügt an: "Ich bin Deutsche, Gott sei dank! Ich liebe dieses Land. Danke für die Hilfe, die meine Familie und ich erhalten haben."

Für Michael Czupalla ist die Einbürgerung mehr als nur ein formaler Akt, sie ist die bewusste Entscheidung für dieses Land und die freiheitlich-mokratische Grundordnung. Und sie zeugt somit von gelungener Integration. "Wir brauchen Sie als bewusste Bürger, die unser Zusammenleben bereichern und mit denen wir die weltoffene Vielfalt in Deutschland erhalten und ausbauen wollen. Ich gratuliere Ihnen von Herzen zu diesem ganz wichtigen Meilenstein Ihres Lebens", sagte der Landrat. Im Einbürgerungstest ging es unter anderem darum, Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland nachzuweisen. "Die meisten von Ihnen sind längst gleichwertige Mitglieder unserer Gesellschaft und haben hier Ihren beruflichen Erfolg und ihr privates Glück gefunden", so Czupalla.

Eine wichtige Voraussetzung für die Einbürgerung ist auch, dass die Antragsteller nachweisen können, dass sie den Lebensunterhalt aus eigener Kraft, ohne die Inanspruchnahme von Sozialleistungen, absichern können. 17 von Ihnen sind im Dienstleistungsektor beschäftigt, betreiben einen Handel oder sind in der Verwaltung tätig, 7 Personen arbeiten in der Gastronomie oder betreiben einen Imbiss, 7 sind Ärzte oder in anderen medizinischen Berufen tätig, 8 Personen verdienen ihr Geld im Baugewerbe, 21 junge Menschen sind noch Schüler, Azubis oder Studenten.

"Die Einbürgerung ist ein großer Schritt auf einer sehr langen Reise. Wir wollen diese Einbürgerungsfeier Tradition werden lassen, als Höhepunkt unserer Willkommenskultur", sagte Susanne Flathe. Gut 50 Gäste waren der Einladung gefolgt. Und die hatten sich nach dem offiziellen Teil jede Menge zu erzählen. Praktischer weise auf deutsch.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.02.2014
Frank Pfütze

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