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7-Millionen-Euro-Projekt: Löbnitz hat einen neuen Hochwasserschutz-Deich

Flutschutz 7-Millionen-Euro-Projekt: Löbnitz hat einen neuen Hochwasserschutz-Deich

Der Flügeldeich Löbnitz ist fertig. Er ist Bestandteil des Polders Löbnitz. Er soll vor Hochwasser schützen, die statistisch gesehen alle 25 Jahre auftreten. Insgesamt wurden sieben Millionen Euro investiert. Einmalig in Deutschland ist, dass der Damm hier von einer Spundwand mit Siel unterbrochen ist, sagte der Betriebsleiter der Landestalsperrenverwaltung Axel Bobbe.

Die Spundwand mit ihren drei Durchlässen ragt bis zu fünf Meter empor. Sie können mit beidseitig angeordneten Schütztafeln verschlossen werden.

Quelle: Wolfgang Sens

Löbnitz. Der Flügeldeich in Löbnitz steht – und er ist ein beeindruckendes Bauwerk geworden. Letzteres räumte selbst der Betriebsleiter der Landestalsperrenverwaltung, Axel Bobbe, am Freitagnachmittag respektvoll ein, als er das Gelände unweit des Campingplatzes am Löbnitzer Dorfrand begutachtete. Die Fertigstellung des Sieben-Millionen-Euro-Vorhabens wurde mit einer kleinen Veranstaltung begangen, zu der auch Nordsachsens Landrat Kai Emanuel (parteilos) im Elektro-Audi e-tron anreiste. „Wir wollen kein großes Palaver, auch kein Volksfest.“ Er wisse, dass die Löbnitzer sehnsüchtig auf diesen Deich, der sie künftig schützen soll, gewartet haben. So gab es Saft, Wasser und Schnittchen für die, die an diesem Projekt beteiligt waren und es schließlich erfolgreich umsetzten. „Es war keine einfache Baustelle“, erklärte Axel Bobbe und bedankte sich bei den beauftragten Firmen. Im Grunde waren es zwei: die Bad Dübener Bau und Haustechnik sowie das französische Unternehmen Eurovia mit Niederlassung in Leipzig. Dank ging aber auch an die Landwirte, die ihre Äcker zur Verfügung stellten. Den Löbnitzern dankte er für ihre Geduld.

Erster Baggerbiss im Jahr 2012

Was entstanden ist, hat etwas Einmaliges. Den ersten Baggerbiss zum Polder Löbnitz, dessen wichtiger Bestandteil der Löbnitzer Flügeldeich ist, erfolgte bereits im August 2012 mit viel Politprominenz. Die beiden damaligen Umweltminister von Sachsen und Sachsen-Anhalt, Frank Kupfer und Onko Aeikens, gaben den Startschuss für das länderübergreifende Projekt. Im April 2015 versenkte dann Sachsens neuer Umweltminister Thomas Schmidt das erste Segment einer Spundwand im Erdreich. Wie sich herausstellte, das sensibelste Stück des gesamten 1300 Meter langen Hochwasserschutz-Bauwerks. In Höhe des Gelben Wassers musste der bis zu sechs Meter hohe Deich unterbrochen werden. „Was hier entstanden ist, ist ein Unikat“, betonte Bobbe. Die Spundwände sind bis zu 13 Meter tief in den Boden gesetzt, ragen bis zu fünf Meter heraus. Eingebettet ist darin das Siel (ein verschließbarer Gewässerdurchlass) mit drei Toren. Die sogenannten Schütztafeln können über einen Betriebssteg bedient werden. Zuständig dafür sind bislang noch die Mitarbeiter der Talsperrenmeister. Axel Bobbe verfolgt jedoch auch in Löbnitz die Idee, die Siele im Einsatzfall von der Feuerwehr schließen zu lassen. In Grimma funktioniere das bereits hervorragend. Axel Wohlschläger, selbst Feuerwehrmann, war „nicht abgeneigt“.

Hochwasser-Pegel 20 Zentimeter unter Oberkante

Den Deich in gewohnter Form mit einer drei Meter breiten Krone weiterzuführen, hätte am Gelben Wasser bedeutet, gravierend in den Bestand eines überregional bedeutsamen Natur- und Vogelschutzgebietes einzugreifen.

Aufmerksamen Betrachtern der Spundwand war aufgefallen, dass sie im Übergang zum Deich einen Absatz hat. Axel Bobbe ging natürlich darauf ein. Bei einem prognostizierten Hochwasser werde der Pegel 20 Zentimeter unter der Oberkante liegen, sagte der Fachmann. Eine Verlängerung der Spundwände im Mittelteil hätte keinerlei Auswirkungen auf das Bemessungsziel gehabt.

„Es ist geschafft.“ Das war das Wichtigste für Landrat Emanuel. „Wünschen wir uns, dass er nie gebraucht wird.“ Axel Bobbe nahm den Satz nicht als böses Omen. Er erinnerte sich aber: Im Mai 2013 hatte ein Politiker Ähnliches am Zwenkauer See formuliert. Was danach kam, ist bekannt.

Von Ditmar Wohlgemuth

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