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Delitzsch 70 Delitzscher erinnern an Anne Frank
Region Delitzsch 70 Delitzscher erinnern an Anne Frank
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11:00 08.07.2018
Kurz vor dem Start: 6. Gedenklauf in Erinnerung an Anne Frank am Freitagabend in Delitzsch. Video: www.lvz.de/Region/Delitzsch. Quelle: Foto: Mathias Schönknecht
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Delitzsch

Am Freitagabend dominierten gelbe T-Shirts das Bild der Delitzscher Altstadt. Zum sechsten Mal hatte das Schalom Begegnungszentrum zum Gedenklauf in Erinnerung an Anne Frank eingeladen.

Etwa 70 Läufer folgten dem Aufruf und versammelten sich 18.30 Uhr vor dem Jugendcafé an der Mauergasse 19a. Bevor der Weg über die Wallgraben- und Schlosspromenade, den Stadtpark, die Loberaue und den Jüdischen Friedhof wieder zurück auf die Wallgrabenpromenade führte, bekamen alle Starter ein Gedenkshirt und einen Luftballon.

Datum nicht zufällig gewählt

„Wir haben mit dem Lauf versucht, eine Art zu finden, wie man eine positive Botschaft rüberbringen kann“, erklärt Matthias Mittmann die Idee dahinter. Der Leiter des Delitzscher Jugendcafés weiter: „Verglichen mit dem Laufsport in Eilenburg hängt Delitzsch noch etwas hinterher.“ Nachdem Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) die gewählte Laufstrecke einmal zur schönsten von Delitzsch gekürt hatte, habe man sich dafür entschieden, diese für den Anne-Frank-Lauf zu wählen.

Jeder Läufer des 6. Anne-Frank-Laufs in Delitzsch bekam eine Medaille für die Erinnerung. Quelle: Mathias Schönknecht

Hintergrund des Laufes, der immer am Freitag nach dem 6. Juli stattfindet, ist, dass sich das jüdische Mädchen Anne Frank an diesem Datum im Jahr 1942 in Amsterdam zusammen mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten verstecken musste. Doch am Ende wurde Anne Franks Familie verraten, alle wurden deportiert und starben – bis auf ihrem Vater, der später das weltbekannte Tagebuch seiner Tochter veröffentlichte.

Zeitzeugen gehen mit an den Start

Neben vielen jungen beteiligten sich auch Delitzscher im gesetzteren Alter: Hans-Joachim Tuschy war bei jedem der bisher sechs Gedenkläufen am Start. „Ich bin 1939 geboren und habe die Kriegsjahre noch als Kleinkind im Bunker in Zscherndorf miterlebt“, erzählt der 78 Jahre und damit älteste Läufer. „Die schlimmen Dinge, die Anne Frank und den vielen, vielen anderen Menschen angetan wurden, haben mich bewogen, jedes Jahr an dem Lauf teilzunehmen.“

Auch der Delitzscher mit den wohl meisten Kilometern in den Beinen lief mit. Wolfgang Nadler ist bereits zweimal nach Rom und insgesamt 140 000 Kilometer gelaufen. Der ehemalige Lehrer der Delitzscher Pestalozzi-Schule nahm an dem Fünf-Kilometer-Lauf teil, um daran zu erinnern, „dass so etwas nie wieder passiert.“

Von Mathias Schönknecht

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