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Delitzsch 85 Schüler und 60 Asylsuchende ziehen aufs Zschortauer Rittergut
Region Delitzsch 85 Schüler und 60 Asylsuchende ziehen aufs Zschortauer Rittergut
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14:02 19.05.2015

parates Gebäude. Es gebe vor Ort für beide Nutzergruppen ideale Bedingungen, begründen Landratsamt und Gemeindeverwaltung.

Aktuell laufen finale Gespräche, um die Neunutzung in die Wege zu leiten. Zur Erinnerung: Sowohl Gemeinde als auch Landkreis waren in den vergangenen Monaten auf der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten. Einerseits ging es um ein Interimsquartier für Kinder und Lehrer, weil die Zschortauer Grundschule ab Juli umfassend saniert und erweitert wird. Andererseits beschäftigt der anhaltende Zustrom von Flüchtlingen und Asylsuchenden. Dass man in Zschortau fündig wurde, ist ein glücklicher wie auch bedauerlicher Umstand: Das Bildungszentrum der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) zieht sich zurück. Der Freistaat als Vermieter sucht seit Oktober 2014 einen ernsthaften Kaufinteressenten, dem Vernehmen nach bislang ohne Erfolg. "Wir haben jetzt erste Verhandlungen mit dem Freistaat geführt, um das Internatsgebäude als Unterkunft für Asylsuchende nutzen zu können", berichtet Nordsachsens Ordnungsdezernentin Angelika Stoye. "Wir reden zunächst über drei Jahre. Sollte sich dann noch kein Käufer gefunden haben, ist eine Verlängerung um ein bis zwei Jahre denkbar."

Der entscheidende Vorteil fürs Landratsamt: Das Internatsgebäude ist vom Bett bis zum Schreibtisch komplett eingerichtet. Zu jedem Zimmer, gedacht für ein bis zwei Bewohner, gehört eine Dusche, es gibt Kochgelegenheiten und Gemeinschaftsräume. Das Haus ist bereits seit Monaten verwaist. In besseren Zeiten wohnten dort Gäste aus dem Ausland, die von der GIZ im Rahmen bundesdeutscher Entwicklungshilfe zu Ingenieuren ausgebildet wurden.

Insofern sind Auslands-Erfahrungen für die Zschortauer nichts Neues. Nur dass es sich diesmal ausschließlich um Männer handelt, vorwiegend aus Eritrea, Somalia und Syrien. "Vorgesehen ist keine Gemeinschaftsunterkunft wie in Spröda oder Oschatz, sondern ein Wohnprojekt mit ausgewählten Personen, die bereits auf verschiedene Weise integriert sind", erklärt Stoye. Sozialarbeiter kümmern sich vor Ort um die Anliegen der Bewohner. Die künftige Nähe zum Schulbetrieb solle die Integration weiter voranbringen.

Für die Grundschüler ist das ehemalige Herrenhaus vorgesehen, nur einen Steinwurf entfernt. Auch dort ist für die neue Aufgabe nicht viel umzubauen: Die GIZ nutzte es unter anderem für Seminare. Rund eineinhalb Jahre werde das Interim gebraucht, sagt Bürgermeister Manfred Freigang (UWR). "Dass wir direkt in Zschortau einen Ausweich gefunden haben, ist für die Kinder ein großer Vorteil." Zumal der Gutspark ein spannender Schulhof werden dürfte. "Die Gemeindeverwaltung und auch die Schulleitung sehen die künftige Nachbarschaft von Schülern und Asylbewerbern positiv", so Freigang. Nun sind mit dem Freistaat nur noch die Mietkonditionen auszuhandeln. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.04.2015
Kay Würker

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