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Delitzsch AZV Unteres Leinetal: Steigende Gebühren befürchtet
Region Delitzsch AZV Unteres Leinetal: Steigende Gebühren befürchtet
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00:32 21.05.2018
AZV-Kunden werden wohl bald noch mehr bezahlen müssen. Quelle: dpa
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Delitzsch/Wölkau/Löbnitz

Der Abwasserzweckverband Unteres Leinetal (AZV UL) wird nicht nur die Bürger im Delitzscher Ortsteil Poßdorf zum Wutschäumen bringen. Da der Verband nicht kostendeckend arbeitet, droht eine Neukalkulation der ohnehin hohen Gebühren und damit die Kostensteigerung für jeden einzelnen Kunden in Schönwölkau, Löbnitz und Delitzscher Ortsteilen.

Minus erwartet

Während der Verband im vergangenen Jahr noch einen Überschuss von rund 35 000 Euro hatte, wird in diesem Jahr mit einem Minus in Höhe von rund 48 000 Euro gerechnet. Damit arbeitet das Untere Leinetal nicht im Sinne ausgeglichener Kosten und es ist wahrscheinlich, dass spätestens die Kommunalaufsicht die Auflage zur Gebührenkalkulation machen wird. Ein AZVUL-Kunde, dessen häusliche Abwässer über die öffentliche Kanalisation abgeleitet und in einer kommunalen Kläranlage behandelt werden, zahlt seit dem 1. Januar 2015 bereits stattliche 4,57 Euro je Kubikmeter und damit die höchsten Gebühren weit und breit. Zum Vergleich: Bei Abwasserzweckverbänden wie dem Delitzscher sind es rund zwei Euro. Darüber hinaus erhebt der AZV Unteres Leinetal eine Grundgebühr. Die beträgt für den gebräuchlichsten Zähler bei Vollanschluss 17,37 Euro im Monat. Diese Kosten könnten weiter klettern. Ob und wann genau dieses Jahr eine Neukalkulation erfolgt, ist noch nicht geklärt.

Baukosten steigen

Der Verband hatte 2017 zudem Liquiditätsprobleme. Hintergrund dabei sind vor allem gestiegene Baukosten. 200 000 Euro mussten aus dem Kassenbestand entnommen werden, um Rechnungen zu begleichen. Ein Beispiel: Für das Ortsnetz im Delitzscher Ortsteil Spröda, eines der größten Bauprojekte 2017, waren anfänglich mal nur 900 000 Baukosten geplant. Gelandet ist man bei insgesamt 1,5 Millionen Euro, weil sich die Baukosten drastisch gesteigert haben. Zudem ist es immer schwerer, Baufirmen zu finden. So wie in Spröda ging es dem AZV UL laut Verbandschef Volker Tiefensee bei allen kleineren und größeren Projekten.

Poßdorfer hart getroffen

Die schlechte Finanzlage wirkt sich negativ auf alle Verbandskunden aus. Große Sprünge sind beim Verband nicht drin, unwirtschaftliche Entscheidungen können dort erst recht nicht getroffen werden. Die Poßdorfer müssen nun nach Entscheidung der Verbandsversammlung vergangene Woche Kleinkläranlagen bauen. Der Verband argumentiert, dass dies die für das Untere Leinetal als Ganzes wirtschaftlichste Lösung sei und andernfalls allein wegen der teureren Ortskläranlage für die rund 60 Bürger die Schmutzwasser-Mengengebühr auf 5,65 Euro statt der schon hohen 4,57 Euro steigen würde. Die Kleinkläranlagen kosten insgesamt 558 000 Euro. Würde der Verband eine Ortskläranlage bauen, wären 627 000 Euro fällig. Die privaten Kosten für die Kleinkläranlagen, die jeweils bei 4000 bis 5000 Euro für einen 3- bis 4-Personen-Haushalt liegen, rechnen sich also besser für den Verband. Der Verband will zwar Zuschussmöglichkeiten und damit Entlastungen für die Poßdorfer prüfen, spruchreif ist so eine Lösung aber noch nicht.

Investitionen geplant

Investitionen sind in diesem Jahr dennoch geplant. Linden- und Raiffeisenstraße sowie Scholitzer Weg in Löbnitz stehen auf der Agenda. Für die Sanierung sind knapp 680 000 Euro avisiert. Ansonsten will der Verband in die dringend notwendige Sanierung der Kanäle übergehen, die fast überall am Ende ihrer Nutzungsdauer angelangt sind. Für Reparaturen im Kanalnetz sind die Kosten ebenfalls gestiegen – 56 000 Euro waren 2017 angesetzt, 79 000 Euro sind es geworden.

Von Christine Jacob

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