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Delitzsch Ab nach Italien: Delitzscher Familie reist dank LVZ-Leser an den Gardasee
Region Delitzsch Ab nach Italien: Delitzscher Familie reist dank LVZ-Leser an den Gardasee
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19:26 09.04.2018
Familie Liebau im Reisebüro Geißler in Eilenburg. Mutter Ulrike Leibau und Vater Tim Kaiser wollen mit ihren Söhnen Maximilian (16) und Hendrik (11) nach Italien reisen. Reisebüro-Mitarbeiterin Sandra Kummer (re.) und Diakonie-Sozialarbeiter Torsten Pötzsch (li.) unterstützen sie dabei. Quelle: Wolfgang Sens
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Eilenburg

Das Ausland haben sie noch nie gemeinsam gesehen und erlebt: Mutter Ulrike Liebau (37, Altenpflegerin), Vater Tim Kaiser (37, Schweißer) und ihre Söhne Maximilian (16) und Hendrik (11). Doch das soll sich in diesem Sommer ändern. Die Spendenbereitschaft der LVZ-Leser im Rahmen der Aktion „Ein Licht im Advent“ hat der Delitzscher Familie insgesamt 6085,09 Euro in die Urlaubskasse gespült. Ihr Wunschziel ist der sonnige Gardasee einschließlich eines Ausflugs nach Venedig. Beim kürzlichen Planungstermin im Eilenburger Reisebüro Geißler, das in Sachen Reisen und Urlaub der Familie unterstützend zur Seite steht, sind Maximilian und Hendrik auf der Euphorie-Welle geschwommen: „Wir freuen uns total auf den Urlaub, können es gar nicht erwarten.“

Brüder schwer erkrankt

Das Schicksal hat die beiden Brüder hart getroffen. Trotz ihres jungen Alters leiden sie bereits unter schweren Krebskrankheiten. So wie es momentan aussieht, stehen die Chancen gut, den Kampf zu gewinnen. Bei Hendrik wurde vor sieben Jahren Nierenkrebs festgestellt, ein langer Leidensweg folgte. Die notwendige Chemotherapie war erfolgreich, hat aber seine Leber stark geschädigt. Der Schüler muss weiter medizinisch behandelt werden. Sein älterer Bruder Maximilian erkrankte vor zwei Jahren an Leukämie, ist mittlerweile aber ebenso auf dem Weg der Besserung.

Nun wollen die Jungs mit ihren Eltern in den Süden. „Wir haben gute Freunde“, erzählt Mutter Ulrike, „die jedes Jahr an den Gardasee fahren. Die schwärmen immer von der Region.“ Weil Hendrik wegen seines Leberschadens nicht fliegen darf und um unabhängiger zu sein, reisen die Vier mit dem Auto. „Mein Mann wird fahren. Wenn ich das übernehme, kommen wir nie an“, scherzt Ulrike Liebau. In Italien sei es warm, das Land biete perfekte Bedingungen zum Baden. Rom, das Hendrik favorisiert, weil er unbedingt das Kolosseum sehen möchte, ist allerdings zu weit weg. „Er soll ja auch was vom Urlaub haben und nicht zu gestresst sein, wenn wir ankommen“, sagt seine Mutter. Auch deshalb fiel die Wahl auf den näher gelegenen Gardasee. Da der Elfjährige stabil ist, sei es nicht notwendig, dass ein Arzt ihn auf der Reise begleitet.

Im Juli geht’s los

Erfolgen soll die langersehnte Tour in den ersten beiden Juliwochen. Auf der Hin- und Rückfahrt will die Familie, die bislang vor allem an Nord- und Ostsee Urlaub gemacht hat, jeweils einen Stopp in Österreich einlegen. „Die lange Strecke ist schon eine Herausforderung“, gesteht Vater Tim Kaiser und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Ich weiß ja nicht um die italienischen Verhältnisse auf den Straßen.“ Vom Hotel aus wollen die Nordsachsen Tagesausflüge unternehmen. Venedig steht schon als Ziel fest. Eis essen, eine Gondelfahrt mitmachen, das ein oder andere Museum besuchen – all das können sich die Vier für die Lagunenstadt vorstellen. „Wir wollen in die italienische Kultur eintauchen, so gut es eben geht“, erzählt Ulrike Liebau.

Partner der LVZ-Aktion „Ein Licht im Advent“ ist neben Geißler Reisen das Diakonische Werk Delitzsch-Eilenburg, das die Verwaltung des Geldes und das Ausstellen der Spendenquittungen übernommen hat. „Damit die Reise auch ordnungsgemäß bezahlt wird“, sagt Torsten Pötzsch. Der Diakonie-Sozialarbeiter verweist darauf, dass der Geldbetrag, der nach der Buchung übrig ist, der Familie als Taschengeld zur Verfügung gestellt wird.

Auch dafür sind Ulrike Liebau und Tim Kaiser dankbar: „Wir freuen uns, endlich mal Abstand vom Alltag zu bekommen, in der Familie zu entspannen und mal nicht an Krankheit denken zu müssen. Wir sind so dankbar für die Unterstützung.“

Von Matthias Klöppel

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