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Delitzsch Abfischen zieht Tausende Gäste an den Schadebachteich
Region Delitzsch Abfischen zieht Tausende Gäste an den Schadebachteich
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11:15 26.10.2015
Kinder bestaunen die Bottiche voller Karpfen auf einer Ladefläche. Quelle: Alexanader Prautzsch
Lindenhayn

Immer am letzten Oktoberwochenende können sich Schaulustige ein Bild über das Fischerhandwerk machen. Das Abfischen ist ein Knochenjob und trotzdem übt es immer wieder eine große Anziehungskraft auf die Helfer aus. In Gummihosen, Gummistiefeln und dicken Jacken trotzten die Männer der Kälte und Nässe. In diesem Jahr hatten sie Glück. Bei vier Grad Celsius und kaum Regen legten sie in der Morgendämmerung die Netze aus, um sie langsam mit aller Kraft an den Tunnel heranzuziehen, so dass die Karpfen den Weg in den Kanal finden und aus diesem gefischt, sortiert und in große Bottiche verteilt werden konnten. Von dort aus ging es geradewegs in die Hälterbecken. Das Umlagern muss zügig geschehen und war die Aufgabe des ehemaligen Chefs Hubert Hentsch, der auch in diesem Jahr dem neuen Teichwirt Marcel Reinhardt zur Seite stand. "Ich hoffe, dass wir tonnenreich ernten. Genau kann ich das erst dann sagen, wenn der Teich komplett leer ist. Die Bedingungen für das Heranwachsen der Fische waren in diesem Jahr sehr gut", berichtet Reinhardt.

Ein Teil des Fanges wurde gleich vor Ort an den Verkaufsständen angeboten. Hier bildeten sich schnell lange Schlangen. Neben dem Siebenpfünder wurden auch Schleie, Hechte und Forellen verkauft. "Heute Abend gibt es Karpfen blau. Wir lieben diese Tradition und essen das Gericht immer in den R-Monaten. Das Tolle daran ist, dass der Fisch frisch geschlachtet im Kochtopf landet", verieten Katrin und Michael Krell aus Weltwitz.

Indes schlenderten auf dem stetig wachsenden Bauernmarkt die Besucher auf und ab. Regionales wie Backwaren, Obst, Gemüse aber auch Geräuchertes, Wildprodukte, Strickartikel, Töpferwaren und viele Dinge mehr wurden angeboten. David Wegner, seine Mutter Ilona sowie Heidrun Neitzel waren von diesem Angebot begeistert und wegen der leckeren Fischgerichte gekommen. "Wir lassen uns gern hier inspirieren und haben schon oft Geschenkideen mitgenommen. Jetzt wollen wir noch Fischbrötchen holen", erzählten sie beim Flammlachsessen. An den Imbisshütten mit Bratforelle, Fischsuppe, Fischbrötchen und Backfisch war ebenfalls Geduld gefragt, die aber mit Genuss belohnt wurde. Kurz vor dem Heimweg ging Günther und Rosemarie Brademann ein Karpfen zwar nicht ins Netz, wohl aber in Tüte. Auch das Ehepaar setzt auf die Tradition im Herbst, nimmt jedoch den Fisch lebend mit. "Bis morgen früh darf er bei uns noch etwas schwimmen, dann wird er zur Hälfte blau angerichtet und die andere Hälfte gebraten", verrieten sie. Bis gestern Nachmittag konnten die Besucher dem Spektakel genießen, kaufen, essen und den Fischern über die Schultern blicken. Auf der Internetseite www.fischereireibitz.de werden in Kürze die Verkaufszeiten und Orte für den Weihnachts- und Silvesterkarpfen veröffentlicht.

Anke Herold

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