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Delitzsch Abriss einer Altlast
Region Delitzsch Abriss einer Altlast
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17:03 05.03.2010
Stück für Stück beißt sich der Abrissbagger durch den Beton der ehemaligen Schweinemastanlage. Quelle: Manfred Lüttich
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Podelwitz

Die frei werdende Fläche wird, so will es die Gemeindeverwaltung, den Festen im Dorf zugute kommen. Drei Stallgebäude, zwei Güllebehälter, ein Silo und jede Menge Beton auf dem Boden: Das mehrere tausend Quadratmeter große Areal neben der Podelwitzer Festwiese war bislang großflächig zugebaut. Die Anlage stamme aus der Zeit kurz vor der Wende, erinnerte sich Bauamtsleiter Sieghart Handke. Doch in Betrieb genommen worden sei sie nie. Mit dem politischen Umbruch landete das Vorhaben ad acta, fielen die Gebäude in einen Dornröschenschlaf. Zuletzt waren sie nur noch eine illegale Mülllagerstätte, durch die der Wind pfiff.Seit Kurzem aber wird nun aufgeräumt. Ein hiesiges Abrissunternehmen schafft mit schwerem Gerät Tatsachen, ein Großteil der Hallen ist bereits beseitigt. Wie Handke gegenüber der Kreiszeitung berichtete, kostet der Rückbau rund 91 000 Euro. Dass es nicht noch teurer geworden ist, liegt unter anderem an Nichtnutzung der Schweinemastanlage: Der Boden ist laut Gutachten sauber, muss nicht ausgetauscht werden. Lediglich Asbest und Dämmstoffe aus der Stallverkleidung sind gesondert zu entsorgen.„80 Prozent der Kosten werden über Fördermittel des Landes und der Europäischen Union getragen – beantragt über das Programm Integrierte Ländliche Entwicklung“, schilderte der Bauamtschef. „Dass das so geklappt hat, dafür gebührt vor allem Projektmanagerin Ilka Prautzsch vom Verein Delitzscher Land großer Dank.“Ilka Prautzsch war gestern persönlich vor Ort, um dem Rackwitzer Bürgermeister Manfred Freigang (FWG) eine Plakette zu überreichen, die künftig an einem Stein am Rande des Areals von der Ruinenbeseitigung künden soll. Mit einem dicken Plan in der Hand besichtigten die beiden gestern das Anlagengelände, freuten sich über das, was statt Beton und Gülle nun kommen soll: eine Erweiterung der Festwiese. „Wir werden auf einem Teil des Areals eine Schotterrasenfläche schaffen, um zusätzliche Abstellmöglichkeiten zum Beispiel für Karussells zu haben“, sagte Manfred Freigang. „Der Rest wird mit Rasen begrünt.“ Die Bäume zwischen Festwiese und Schweinemastgelände sollen erhalten bleiben, zum Feld hin wird eine Hecke gepflanzt.Als Parkplatz genutzt werden soll im Übrigen die Fläche an der früheren Zufahrt zu den Ställen. Das Grundstück gehört der Stadt Leipzig, wird aber von Rackwitz gepflegt. Die Gemeindeverwaltung schließt nicht aus, die Liegenschaft mittelfristig von der Messestadt zu erwerben. Bis zur Gebietsreform 1999 hatte auch die Schweinemastanlage Leipzig gehört – „sie war jedoch im Zuge eines Flächentauschs an Rackwitz abgegeben worden“, berichtete Sieghart Handke.

Kay Würker

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