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Delitzsch Absturzstellen in Serbitz und Rabutz im Blick
Region Delitzsch Absturzstellen in Serbitz und Rabutz im Blick
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14:00 31.08.2016
Rolf Schulze im Gespräch mit der Australierin Jamie Hibberd. Sie recherchierte das Schicksal ihres Vater, der über Zaasch abstürzte und überlebte. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Wiedemar

Die Eilenburger Arbeitsgruppe „April 1945“ will weitere Schicksale von Besatzungen abgestürzter alliierter Flugzeuge aufklären. Insbesondere geht sie jetzt zwei Fällen nach, die sich bei Serbitz und Reibitz ereignet haben sollen. „Wir stützen uns dabei vor allem auf Zeitzeugen, die in den Kriegstagen etwas beobachtet haben“, erklärt Rolf Schulze. So habe der mittlerweile verstorbene Helmut Ball der Arbeitsgruppe eine Skizze übergeben, die eine Absturzstelle bei Serbitz zeigt. Demnach habe dort in einer Nacht im November 1944 eine Maschine versucht notzulanden, war dann aber abgestürzt. „Es gibt auch Hinweise von anderen Personen, die in jener Nacht ähnliches beobachtet haben. An den gekennzeichneten Stellen wurden bisher nichts gefunden“, teilte Schulze mit.

Auch bei Rabutz soll eine Maschinen in den letzten Kriegstagen abgestürzt sein, später sei sie nach Rackwitz abtransportiert worden. Auch hier gibt es mit Wilfried Elsner einen Zeitzeugen. „Was mit den sterblichen Überresten der Besatzungen passierte, ist ungeklärt“, so Schulze. Die Arbeitsgruppe sucht deshalb dringend nach weiteren Hinweisen. Wer kennt weitere Absturzstellen von alliierten Fliegern in Nordsachsen? Wer hat noch Aufzeichnungen von Fliegeralarmen in Delitzsch, Bad Düben, Schkeuditz oder Taucha sowie in anderen Orten? Wer Antworten auf diese Fragen hat, kann sich an Rolf Schulze, Telefonnummer 0177 9662507, wenden.

Dass die Arbeit der Gruppe durchaus erfolgversprechend ist, zeigt das Beispiel einer am 10. April 1945 bei Zaasch abgestützten Halifax der Royal Australian Air Force. „Damit konnte den Angehörigen des einzigen überlebenden Besatzungsmitgliedes mitgeteilt werden, wo die Kameraden des Vaters beerdigt worden sind“, fasste Schulze das Ergebnis der umfangreichen Recherchen zusammen. Vor zwei Jahren besuchte Elspeth Jamie Hibberd, die Tochter von Flight Sergeant Maxwell James Hibberd, dem Überlebenden des Absturzes, das Dorf Zaasch erneut. Bereits 2005 hatte sie eine Erinnerungstafel für die Crew gespendet und in der dortigen Kirche anbringen dürfen. Die Arbeitsgruppe „April 1945“ hatte 2003 die erste Anfrage betreffs bekannter Abstürze erhalten. Damals ahnte keiner, dass aus den damals bekannten rund zwei Dutzend Vorfällen im Nordraum von Leipzig bis zum gegenwärtigen Zeitraum etwa einhundert Fälle bearbeitet wurden.

Von Ditmar Wohlgemuth

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