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Delitzsch Abwasser wird in Delitzsch deutlich teurer
Region Delitzsch Abwasser wird in Delitzsch deutlich teurer
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Der Abwassergebühren wegen, müssen die Bürger künftig deutlich tiefer in die Tasche greifen. Quelle: dpa
Delitzsch/Wiedemar

Der Stadtrat stimmte jetzt mehrheitlich der vom Abwasserverband vorgelegten Neukalkulation für den Zeitraum 2016 bis 2018 zu. Die Vertreter der Stadt wurden beauftragt, am 30. November in der Verbandsversammlung für die entsprechende Änderung der Gebührensatzung des AZVD zu stimmen.

Demnach muss die überwiegende Mehrheit der Verbandskunden - Eigentümer aller an die zentrale Kläranlage in Delitzsch angeschlossenen Grundstücke - ab nächstem Jahr statt bisher 2,17 je Kubikmeter Schmutzwasser 2,87 Euro bezahlen. Das bedeutet für einen Drei-Personen-Haushalt, in dem jährlich durchschnittlich 90 Kubikmeter Abwasser anfallen, eine Mehrbelastung in Höhe von rund 63 Euro.

Neu ist, dass bei abflusslosen Gruben und biologischen Kleinkläranlagen die Gebühren nicht mehr auf dem Frischwasserverbrauch basieren, sondern nach der Menge des zu entsorgenden Schmutzwassers berechnet werden. "Bis dieses Jahr gilt das Solidarprinzip, was den Frischwasserverbrauch zugrunde legt. Ab 2016 kommt das Leistungsprinzip zum Tragen - wer entsorgt was und wie viel", erklärt AZVD-Geschäftsführerin Nancy Edelmann.

Begründet wird die für Delitzscher Verhältnisse deutliche Erhöhung der Gebühren unter anderem mit dem Sanierungsaufwand im Abwassernetz. Außerdem müssten Investitionen künftig ohne Fördermittel bestritten werden. Die Fraktion der Freien Wähler stimmte geschlossen gegen die Änderung der Satzung, ebenso der parteilose Maik Scheffler. "Die Gebührenerhöhungen sind in Teilen für uns nicht nachvollziehbar, insbesondere hinsichtlich zum Teil exorbitanter Steigerungen bei einigen Gebührentatbeständen. Zudem hat der AZVD nach unserer Meinung in der Vergangenheit bei Investitionen nicht immer Sorge getragen, dass mit den Gebühren der Bürger ordentlich gewirtschaftet wurde", begründete FWG-Fraktionschef Uwe Bernhardt das Abstimmverhalten auf LVZ-Anfrage.

Thomas Steingen