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Delitzsch Spur der Verwüstung: Ärger am Krostitzer Bolzplatz
Region Delitzsch Spur der Verwüstung: Ärger am Krostitzer Bolzplatz
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10:18 31.07.2018
Kaputte Netze, besprühte Banden, Zement auf dem Kunstrasen: Die nächtlichen Besucher hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Quelle: Heike Liesaus
Krostitz

Der Krostitzer Bolzplatz ist keiner von der billigen Sorte. Tore mit soliden Metallrahmen, eine feste Bande, die das Spielfeld umfriedet, dazu Fangnetze und eine Kunstrasenfläche. Doch zurzeit lädt das Areal nicht zu sportlichen Aktivitäten ein. Netze flattern löchrig, die grünen Paneele der Bande sind besprüht und vor allem verunziert ein riesiger Betonfleck die Spielfläche. Abgesehen davon liegen mehrere Felder des Bauzauns der Baustelle der Mehrzweckhalle in der Nachbarschaft flach. Sie wurden offenbar mutwillig umgekippt. In der Sitzung des Gemeinderates brachten Mitglieder des Fußballvereins den Zustand zur Sprache.

Aufgeräumt aber kaputt

Dabei hatte die Gemeindeverwaltung bereits zuvor reagiert. Denn am Abend waren gerade sämtliche Scherben weggeräumt, lag auch kein Müll herum. Der Zementfleck war jedoch nicht so einfach zu beseitigen. Den Kalksack hatten sich die Täter von der Baustelle der Mehrzweckhalle nebenan besorgt und ausgekippt. Leider gerade, als es danach einen kleinen Regen in der Nacht gab. Sodass das Pulver teils zu festem Beton wurde. „Wir haben auch versucht, es wegzumachen“, berichtete Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU) im Gemeinderat. Es sei auch ein Spezial-Reinigungsmittel beschafft worden, um die Schmierereien wegzubekommen. Es seien schon mal Jugendliche auf frischer Tat ertappt worden. Die mussten dann den von ihnen gerade angerichteten Schaden beseitigen. Aber leider nur den. „Es wäre gut, mehr zu erwischen“, wünscht sich Frauendorf.

Nächtliche Zerstörungswut

Anlieger berichteten davon, dass sie Verursacher bereits direkt angesprochen hatten. Aber nun hätten sie keine Lust mehr, denn danach waren plötzlich Häuser besprüht oder Autos zerkratzt. Fußballer seien das jedenfalls nicht, sondern eine „wilde Truppe“, die sich an dieser Stelle nachts daneben benimmt. Einer der Sportler schlug vor, Überwachungskameras aufzustellen. Eine Idee, die Bürgermeister Frauendorf als nicht realisierbar ansah. „Aber wir sind dazu mit der Polizei im Gespräch.“

Im Sommer 2008 war das Minispielfeld aufgebaut worden. Es gehörte zu zirka 1000 dieser Plätze, die der Deutsche Fußballbund nach der in Deutschland ausgetragenen Fußballweltmeisterschaft 2006 mit der Aktion „Fußball ist Zukunft“ über das ganze Land verteilte. 5000 Bewerber gab es dafür. Krostitz hatte sich damals über die Schule und über den Fußballverein beworben.

Von Heike Liesaus

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