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AfD-Protest und stilles Friedensgebet – Delitzsch erlebte Demo-Donnerstag

Versammlungen AfD-Protest und stilles Friedensgebet – Delitzsch erlebte Demo-Donnerstag

Ein Demo-Donnerstag liegt hinter Delitzsch. 400 bis 500 Teilnehmer will der Kreisverband Nordsachsen der AfD für die erste Demo "Asylchaos stoppen" auf dem Roßplatz gezählt haben. Maximal 350 waren es nach Schätzungen der Polizei. Zu einem Friedensgebet der Kirchgemeinden vor der Stadtkirche versammelten sich knapp 60 Menschen.hen.

An der Stadtkirche kamen Delitzscher Bürger zu einem Friedensgebet zusammen. Auf dem Roßplatz versammelten sich die Teilnehmer zur Kundgebung der AfD.

Quelle: Christine Jacob/Ditmar Wohlgemuth

Delitzsch. Wochenlang hatte die AfD für die Veranstaltung geworben, unter anderem über das Netzwerk Facebook. Die Demonstranten versammelten sich schließlich auf dem Roßplatz. Dort sprachen Mario Assmann (AfD Meißen), Siegbert Dröse (AfD Leipzig) und Peter Beier (Junge Alternative). "Die Stimmung in Delitzsch war hervorragend und alle bekamen tosenden Applaus", meinte die AfD später im Internet und weiter: "Vermisst wurde die Antifa und generell Gegendemonstranten? War es ihnen zu kalt oder setzt bei ihnen ein Wandel ein und sie erwachen?"

Der AfD-Tross reiste eine Stunde vor Demo-Beginn mit Kleinbus und Zweiachs-Anhänger an, da hatte die Polizei längst den Verkehr vom Roßplatz ferngehalten. Nur wenige Minuten später war das Lautsprecher-Equipment bereit, die angemeldete Anhängerschar von 200 Leuten fehlte da noch. Die kamen in Gruppen, die größte nutzte die Bahn. Aus Delitzsch war sie nicht, machte aber lautstark und Fahne schwenkend auf sich aufmerksam. So wie die drei Redner, die Allgemeinplätze bedienten, Zahlen in die Runde warfen, die auf den Wahrheitsgehalt nicht zu prüfen waren. Vielfach wiederholten sie sich. Riefen "Merkel muss weg" und fanden in der frierenden Menge zumindest ausdauernd zuhörende Menschen. Nach knapp einer Stunde war die Veranstaltung ohne Zwischenfälle vorbei.

Als Kontrapunkt zur "Herbstoffensive 2015" der AfD wurde kurzfristig am Mittwoch und damit erst einen Tag zuvor zum Friedensgebet aufgerufen. Knapp 60 Menschen - im Alter vom Teenager bis zum Senior und völlig unabhängig von der Konfession - versammelten sich vor der Stadtkirche, um unter dem Motto "Ich war ein Fremder und ihr habt mich aufgenommen" ein Zeichen für die Menschlichkeit zu setzen. Ein Großteil der Teilnehmer war der Aufforderung gefolgt, mit einem weißen Kleidungsstück Farbe für den Frieden zu bekennen.

Mit Kerzen und Gebeten, Liedern und Worten hielten die Menschen inne. Das Friedensgebet diente dazu, "dass sich verschiedene Stimmen mischen in unserer Stadt. So, wie sich auch verschiedene Menschen durchaus mischen können. Ohne Gewalt. Aber mit offenen Händen", so Pfarrer Stephan Pecusa. Er rief die Teilnehmer des Friedensgebets unter anderem dazu auf, zu sagen, was sie besorgt: dass es bald schon Krieg geben könnte, lautete eine der Antworten. Dass viele kein Mitgefühl mit den Flüchtlingen hätten, sagte eine ältere Frau. Eine junge Frau war besorgt, dass eine Klassenkameradin lieber bei der AfD sowie gegen Asyl und Ausländer sein will - und zur AfD-Demo noch Mitschüler aufrief. Am Ende des rund 45 Minuten langen Friedensgebets sangen alle gemeinsam Zeilen wie diese: "Gib Frieden Herr, gib Frieden, die Welt nimmt schlimmen Lauf."

Christine Jacob und Ditmar Wohlgemuth

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