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Agrarbetrieb stark in der Ausbildung

Agrarbetrieb stark in der Ausbildung

In der Beerendorfer Agrargenossenschaft hängt das Ausbildungszertifikat der Bundesagentur für Arbeit. Die Geschäftsführer Gerhard Schladitz und Udo Erdmann nahmen die Auszeichnung von Agenturchefin Cordula Hartrampf-Hirschberg entgegen.

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Gruppenbild mit Dame: Die Lehrlinge Sebastian Richter und Hannes Flohr freuen sich mit den Geschäftsführern Gerhard Schladitz und Udo Erdmann über die Auszeichnung und die Blumen von Agenturchefin Cordula Hartrampf-Hirschberg (von links).

Quelle: Frank Pfütze

Beerendorf. Damit werden jedes Jahr Unternehmen geehrt, die sich im besonderen Maß für die betriebliche Berufsausbildung engagieren.

 

 

Wie viele andere Branchen sucht auch die Landwirtschaft seit Jahren Fachkräfte-Nachwuchs. "Es ist nicht leicht, junge Leute für die Landwirtschaft als Beruf zu begeistern. Auch in diesem Jahr sind wir noch auf der Suche", erklärt Vorstandsvorsitzender Gerhard Schladitz. "Die jungen Leute müssen wollen, das ist das Wichtigste", ergänzte sein Stellvertreter Udo Erdmann. Eine Übernahme-Garantie gebe es nicht. "Hier geht niemand, wir haben keine Fluktuation. Trotzdem müssen wir was machen, unser Durchschnittsalter ist 55 Jahre", so der Chef.

Die Ausbildungsbilanz kann sich sehen lassen. Die Genossenschaft habe schon immer, auch schon lange vor der Wiedervereinigung, ausgebildet. Bisher haben alle Lehrlinge ihren Abschluss gemacht, war es nie nötig, sich vorzeitig zu trennen. Die Beerendorfer haben bisher immer durchschnittlich zwei Lehrlinge pro Jahr eingestellt. Sebastian Richter (18, 3. Lehrjahr Tierwirt) und Hannes Flohr (19, 2. Lehrjahr Fachkraft Agrarservice) waren bei der kleinen Feierstunde dabei. "Ich züchte Tauben und interessiere mich schon immer für Tiere", erzählte Sebastian Richter, der drei Praktika in Beerendorf vor seinem Lehrbeginn absolvierte und sich damit "hartnäckig" empfohlen hatte. Hannes Flohr ist mehr der Technik-Typ. "Wenn der einen Mähdrescher auf dem Feld sah, stand er da und sah zu. Da haben wir gedacht, den holen wir uns, bevor er überfahren wird", scherzte Erdmann. Was er sagen wollte: Wenn das Interesse geweckt ist, dann würde aus dem Beruf auch schnell Berufung werden. Voraussetzung für die Ausbildung in Beerendorf ist ein Praktikum. Dieses Kennenlernen habe sich bewährt. "Bei Praktika und Ferienarbeit merken wir, ob das Interesse da ist. Einige unserer ehemaligen Azubi schlossen hervorragend ab, konnten die Ausbildung vorzeitig erfolgreich beenden", so Schladitz. Bei entsprechendem Interesse werde auch über die eine oder andere Schulnote hinweggesehen, obwohl die beiden Chefs auch darauf "großen Wert" legen. Für gute Noten in der Theorie gibt es sogar Prämien.

"Nicht nur auf die Schulnoten zu schauen und damit allen jungen Leuten faire Einstiegschancen in das Berufsleben zu ermöglichen, ist ein wichtiges Signal und erfordert viel betriebliches Engagement", stellt die Agenturchefin heraus. "Schön, dass immer wieder Betriebe in unserer Region diese Wege erfolgreich einschlagen. Mut wird mit Fachkräften für die Zukunft belohnt."

Derzeit absolvieren bei der Agrargenossenschaft Beerendorf drei Jugendliche eine Ausbildung als Tierwirt Rinderhaltung, als Landwirt und Fachkraft Agrarservice. Zwei Jungs und ein Mädchen. Der Betrieb betreibt neben der Pflanzenproduktion auch Milchviehhaltung und beschäftigt derzeit 24 Arbeitnehmer. Für das kommende Ausbildungsjahr freut sich das Beerendorfer Unternehmen über weitere Interessenten für die Berufe Tierwirt Rinderhaltung und Landwirt. Ausbildungsbeginn ist der 1. August.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.04.2014
Frank Pfütze

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