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Agrardauerversuch bei Spröda wird fortgesetzt

Umwelt- und Landwirtschaftswissenschaft Agrardauerversuch bei Spröda wird fortgesetzt

Ein Agrarversuch, der vor 50 Jahren in Spröda gestartet wurde, soll weitergeführt werden. Bei dem Dauerversuch geht es um Auswirkungen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung auf die Bodenfruchtbarkeit und Ertragsbildung sowie die unerwünschten Austräge von Stickstoff ins Grundwasser.

Zum Versuch gehören auch Wind-, Temperatur- und Niederschlagsmessungen.

Quelle: Thomas Steingen

Spröda. Auf einem Feld im Delitzscher Ortsteil Spröda läuft seit 1966 ein langfristiger Agarversuch, dessen Ergebnisse das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) Ende 2015 im Rahmen einer Fachtagung vorstellte. Bei dem Versuch mit der Kurzbezeichnung L 28 geht es um die langfristigen Auswirkungen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung auf die Bodenfruchtbarkeit und Ertragsbildung sowie auf die unerwünschten Austräge von Stickstoff ins Grundwasser.

Weil Böden sehr langsam auf Veränderungen reagieren und weil oft Jahrzehnte vergingen, bis sich ein neues Gleichgewicht im Boden einstelle, „ist der Dauerversuch L 28 ein Glücksfall für die Agrar- und Umweltwissenschaften sowie für das Feldversuchswesen in Mitteldeutschland“, sagte Amtschef Norbert Eichkorn. Staatssekretär Herbert Wolf unterstrich die Notwendigkeit solcher Dauerversuche und stellte die weitere Unterstützung der Staatsregierung zur Fortführung der Untersuchungen in Aussicht.

Die Versuchsanlagen von Spröda sind in einem Verbundprojekt mit dem Freistaat Thüringen eingebunden. In diesem führt das LfULG an zwei Standorten in Sachsen Dauerversuche durch. Am Standort Spröda, der sich vor allem durch eine geringere Ertragsleistung mit häufig vorkommender Frühjahrs- und Vorsommertrockenheit auszeichnet, standen laut Landesamt in den vergangenen 50 Jahren vor allem Untersuchungen zur Ertragsfähigkeit und zur Humusversorgung der Böden durch den Einsatz von organischen Düngemitteln im Vordergrund.

„Durch den drastischen Rückgang der Tierbestände Anfang der 1990er-Jahre, die zunehmende Verwendung von Gülle in Biogasanlagen sowie die steigende Nachfrage von Getreidestroh für energetische und stoffliche Nutzung reicht die eingesetzte Menge an organischen Düngern für eine ausreichende Humusversorgung in vielen Fällen nicht mehr aus. Andererseits verursachen unangepasste und hohe, fachlich nicht vertretbare Düngegaben Stickstoff- und Phosphorüberschüsse“, begründet Michael Grunert, Referent für Pflanzenbau im Landesamt.

Die Versuchsergebnisse machen deutlich, dass eine standortangepasste ausreichende Humusversorgung für eine nachhaltige Bodennutzung und Ertragssicherheit unverzichtbar ist. „Eine kombinierte mineralisch-organische Düngung wird diesem Ziel am besten gerecht. Bei unterlassener organischer Düngung in Form von Stallmist gingen die Humusgehalte vor allem in den ersten 30 Versuchsjahren dagegen deutlich zurück“, so Grunert. Weil sich unter hiesigen Boden- und Klimabedingungen Veränderungen im Humushaushalt erst nach vielen Jahren zeigen, müssten Fehlentwicklungen, die durch Änderungen der Bewirtschaftung verursacht werden, möglichst frühzeitig erkannt werden. Deshalb kommt das Landesamt zu dem Schluss, diese Untersuchungen auch in den kommenden Jahren fortzuführen.

Die Ergebnisse werden regelmäßig in der Fachpresse, auf Fachtagungen und in themenbezogenen Informationsveranstaltungen wie den im Januar und Februar bevorstehenden Winterschulungen publiziert. Darüber hinaus können die Landwirte mit einem vom LfULG bereitgestellten Düngebedarfs- und Bilanzierungsprogramm im Frühjahr für jeden Schlag eine Düngungsempfehlung berechnen. „Daran orientieren sich unsere Landwirtschaftsbetriebe auch. Viele von ihnen liegen bei der Düngemittelgabe, schon aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus, sogar unter den Empfehlungen“, weiß Christine Richter, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Delitzsch.

 

Von Thomas Steingen

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Spröda
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