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Agrarflieger im Einsatz über Nordsachsen

Dünger aus der Luft Agrarflieger im Einsatz über Nordsachsen

Die Pflanzenproduktion Glesien ist in die Düngesaison gestartet. Für das Streuen per Bodengerät ist der Boden jedoch zu nass und die Kosten zu hoch. Deswegen setzt das Unternehmen auf Unterstützung aus der Luft.

Etwa 40 Hektar Ackerfläche versorgt der Flieger jeden Tag mit Dünger.

Quelle: Wolfgang Sens

Glesien. Am alten Kleinbahnhof an der Kreuzung zwischen Kölsa und Glesien fährt schon lange kein Zug mehr. Aufmerksamen Beobachtern ist hingegen nicht entgangen, dass dort dieser Tage wieder reger Betrieb herrscht – jedoch nicht in dem ausgemusterten Gebäude, sondern in der Luft direkt darüber. Dort dreht derzeit Lutz Haferkorn vom Flugdienst Torgau mit seinem Flieger eine Runde nach der anderen. Passagiere kann er jedoch nicht mitnehmen, denn es ist Düngesaison. Für Reisegepäck ist dann kein Platz, ist die Maschine pro Runde doch mit rund 450 Kilogramm Harn- und Stickstoffdünger beladen.

80 Starts und Landungen

Sind die Bedingungen optimal, so startet und landet Haferkorn aktuell im Auftrag der Pflanzenproduktion Glesien zwischen 70 und 80 Mal am Tag, um den Dünger zwischen Wiedemar, Glesien, Kölsa und Zwochau zu verstreuen. 400 Hektar Weizen- und Zuckerrübenfelder wollen versorgt werden. „Pro Tag schafft er etwa 140 Hektar“, weiß Matthias Bernt, Geschäftsführer der Pflanzenproduktion. Auf Unterstützung aus der Luft setzt das Unternehmen aus verschiedenen Gründen. „Mit dem Flieger können wir kostengünstigeren Dünger streuen. Außerdem ist es gerade sehr nass und wir kommen mit den Bodengeräten gar nicht aufs Feld“, erläutert Bernts Kollegin Ina Holschowsky.

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Pilot Lutz Haferkorn versorgt die Felder der Pflanzenproduktion Glesien aus der Luft mit Dünger. Fotos: Wolfgang Sens

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Das Mittel muss aber rechtzeitig unter die Erde, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. „Der Dünger wird nicht sofort aufgenommen. Er muss erst in Ammonium und Nitrat umgesetzt werden, was die Pflanze schließlich aufnehmen kann. Was wir jetzt düngen, ist so erst in drei Wochen verfügbar“, erklärt Bernt. Umso wichtiger ist es, dass Lutz Haferkorn ungestört seinen Job machen kann. Das ist jedoch nicht immer so einfach. Anfang letzter Woche kam es bereits zu Verzögerungen. Auf seiner Flugstrecke zu den Feldern muss Haferkorn nämlich die Sicherheitszone um den Flughafen Leipzig/Halle durchqueren. Das blieb ihm aber aufgrund schlechter Sichtverhältnisse über mehrere Stunden hinweg verwehrt, bis sich die Wolken schließlich etwas lichteten. „Die Sicherheit geht vor“, betont Holschowsky.

Die Sicherheit geht vor

Sicher abgeflogen wird auch der Bereich, über dem Haferkorn mit Hilfe von Rührwerk und Streuteller am Bauch des Fliegers seine Ladung verteilt. „Dazu gehört natürlich viel Berufserfahrung“, lobt Bernt den Piloten. „Er muss Wind von allen Seiten mit einberechnen, um zu wissen, wann er anschaltet.“ Per GPS-Gerät wird die Spur genau eingestellt. Das technische Helferlein nimmt sowohl Haferkorn als auch der Glesiener Pflanzenproduktion jede Menge Arbeit ab. „Früher gab es immer jemanden, der mit dem Regenschirm Signal gegeben hat. Oder ein Traktor ist vorgefahren, an dem sich der Pilot orientiert hat“, erinnert sich Bernt. Nach der Wende übernahmen nach und nach die satellitengestützten Geräte diese Aufgabe.

Was heute aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht mehr aus der Luft erledigt werden darf, ist das Spritzen von Pflanzenschutzmittel – etwa bei Raps. „Man muss andere Mittel einsetzen, mitunter länger warten und kann so manchmal nicht zum optimalen Zeitpunkt spritzen“, zeigt sich Bernt leicht frustriert.

Ordentliche Ernte

Der Blick auf den zu erwartenden Ertrag bleibt trotzdem ein positiver. „Die Voraussetzungen sind nicht ganz schlecht“, beschreibt es Bernt behutsam. „Die Bestände sind nicht so weit wie voriges Jahr, aber es ist alles gut losgewachsen.“ Die Pflanzenproduktion hofft noch auf Mithilfe von Petrus. „Wenn wir im Mai und Juni noch mal schön Wasser bekommen, könnte es eine ordentliche Ernte werden“, prognostiziert der Geschäftsführer.

Von André Pitz

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