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Delitzsch Alte Stadtgärtnerei Delitzsch gibt Raum für neue Eigenheime
Region Delitzsch Alte Stadtgärtnerei Delitzsch gibt Raum für neue Eigenheime
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06:00 02.11.2016
Das Areal wurde bislang von der Regionalen Initiative Delitzsch genutzt. Quelle: Christine Jacob
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DELITZSCH

Wer in Delitzsch seine eigenen vier Wände bauen will, der stößt jetzt oft noch an die Grenzen von „Geht nicht, gibts nicht“. Wohngebiete wie „Sandmark“, „Werbener Teich“, „Südliches Heimfeld“ und „Kertitz Kleinwölkau“ sind vergeben und weitgehend auch bebaut. Die Nachfrage nach Bauland ist ungebrochen, die Loberstadt erlebt einen Boom, Zuzug und frischen Wind. Und dem hat der Stadtrat nun erneut Rechnung getragen, einen weiteren Bebauungsplan gebilligt. Auf dem Gelände der Alten Stadtgärtnerei im Chronist-Lehmann-Weg könnten damit maximal elf Einzelhäuser auf 1000 bis 1500 Quadratmeter großen Grundstücken entstehen. Dort locken auf insgesamt rund 16 000 Quadratmetern der Blick auf den Stadtpark, das Leben im Grünen und doch nah am Puls des Stadtzentrums. „Doch ist das alles fair?“, fragen einzelne Stadträte.

Kritik am Entwurf

Die Pläne sind bereits seit einiger Zeit in Arbeit, im Frühjahr wurde die Aufstellung des B-Plans auf den kommunalpolitischen Weg gebracht. Nun folgt der nächste Schritt der amtlichen Tippel-Tappel-Tour hin zum Eigenheim-Standort – öffentliche Auslegung, Beteiligung von Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange. Das heißt: Meinungen sind gefragt, zumindest deren Äußerung möglich. „Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen“, betonte Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) im Stadtrat. Und reagierte damit auch auf Kritik aus Reihen des Stadtrats. „Wenn es nur Grundstücke von 1000 bis 1500 Quadratmeter gibt, sind Leute mit nicht so großem Portemonnaie ausgeschlossen“, monierte Annelise Podsadny. Sie könne sich darum mit dem Entwurf nicht so einverstanden erklären. Es gibt in Delitzsch Plätze auch kleinerer Natur, erklärte Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos), erinnerte zum Beispiel an die neuen Baumöglichkeiten wie Schützenplatz, das neue Areal in der Laueschen Straße oder die einstige Gärtnerei Sens. Und architektonisch gewagter könne das Gebiet der Alten Stadtgärtnerei auch werden, kennt Wilde einen Vorteil städtebaulicher Entwicklung. Damit die Wohnqualität stimmt, wird bewusst auf Doppelhäuser und Hausgruppen verzichtet. Der Portemonnaie-Gedanke der Linken scheint insofern nicht abwegig, dass es im Bebauungsplan heißt: „Aufgrund der sehr guten innerstädtischen Lage soll hier ein Wohnstandort entwickelt werden, der auch gehobenen Ansprüchen gerecht wird.“ Doch wo auf der Welt kann man schon ohne oder mit nur wenig Geld bauen? Laut LVZ-Informationen jedenfalls gibt es schon genug Interessenten für die neuen Bauplätze.

Erst Abriss, dann neue Bauten

Was bis jetzt auf dem Areal steht – ein Zweigeschosser und ein paar Nebengebäude fern jeder Sanierung – wird abgerissen werden. Eine „lockere, durchgrünte Bebauung“ sieht der Entwurf vor. Zweigeschossigkeit inmitten des neuen Baugebiets und Zweigeschossigkeit plus Staffelgeschoss entlang des Chronist-Lehmann-Wegs lauten die Vorgaben. Zudem soll bedacht werden, dass der angrenzende Stadtpark in der Liste der Kulturdenkmale des Freistaates Sachsen enthalten ist. Mit dem B-Plan „Alte Stadtgärtnerei“ geht nicht nur das Kapitel der einstigen Gärtnerei, die vor etwa 100 Jahren auf dem Standort angelegt wurde zu Ende. Nur noch wenige Tage wird auch die Regionale Initiative Delitzsch (RID) arbeiten, die zuletzt auf dem Aral Tafelgärten und andere Projekte betrieb. Der Verein ist bekanntlich wegen fehlender Maßnahmen und Fördermöglichkeiten in finanzielle Schwierigkeiten geraten und hat nach einem letzten Fest Mitte Oktober seine Auflösung beschlossen. Am 15. November läuft mit der Pflege von Rad- und Wanderwegen die letzte Maßnahme aus.

Von Christine Jacob

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