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Delitzsch Altes Haus für junge Familie
Region Delitzsch Altes Haus für junge Familie
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22:35 05.01.2012
Tobias Ehrler vor seinem neuen alten Haus. Quelle: Ilka Fischer
Löbnitz

Jetzt wird es das Zuhause von Urenkelin Katrin, deren Mann und dem 14 Monate alten Sohn Henri.

 „Die erste konkrete Idee zum Umbau des Hauses gab es im Frühjahr 2010“, erinnert sich der 27-jährige Familienvater und Maschinenbauingenieur. Er fand im nahen Roßlau einen Arbeitgeber.  Hinzu kam die in Aussicht gestellte Förderung über das Programm für Integrierte ländliche Entwicklung (Ile). Beides ließ den Bautraum schneller reifen. „Mein Schwiegervater“, so Tobias Ehrler, „hat das Grundstück  für eine seiner zwei Töchter  aufgehoben“, blickt er zurück. „Und das hat ja nun tatsächlich  funktioniert.“  

Viel Arbeit wartete damit zugleich auf die junge Familie. Denn an dem Haus wurde schätzungsweise ein halbes Jahrhundert nichts Größeres saniert. Tobias Ehrler: „Viel musste deshalb abgerissen werden. Das haben wir selbst gemacht.“ Mitte Juli 2010 begannen sie und ließen nur die Außenwände wirklich stehen. Dennoch war schon zwei Wochen später zum Richtfest der Dachstuhl drauf. Auch danach hat sich noch viel getan. Das Grundstück ist jedenfalls nicht wieder zu erkennen. Die meisten sehen es von der Bitterfelder Straße aus. Hier  fällt zunächst die frühere Scheune ins Auge. Das alte Scheunentor verschwand, über der Durchfahrt und Garage entstand zusätzlicher Wohnraum mit Gaubenfensterblick hin zum nahen Seelhausener See.  Der größte Teil der insgesamt 130 Quadratmeter Wohnfläche wird aber in dem angrenzenden alten Lehmhaus sein. Wohnzimmer, eine Küche mit Terrasse zur Muldeaue sowie eine Speisekammer haben ebenerdig Platz. Im Obergeschoss wird geschlafen und gearbeitet.

„Ohne die 100 000 Euro Fördermittel hätten wir das alles nicht so verwirklichen können“, ist Tobias Ehrler dankbar für die Ile-Finanzspritze, die für die junge Familie genau zum richtigen Zeitpunkt kam. Derzeit wohnen sie nämlich noch in einer Einliegerwohnung bei den Schwiegereltern in Reibitz. Im Sommer soll das neue alte Haus fertig sein. Zumindest Tobias Ehrler, der am anderen Ende von Löbnitz aufgewachsen ist,  zieht damit ein Stück näher in Richtung seines Elternhauses. Daher weiß er: Das Umfeld stimmt. Henri geht in die Löbnitzer Kita, sodass auch seine Frau wieder als Physiotherapeutin arbeiten kann. Grundschule, Ärzte, Gastronomie und die tolle Landschaft  gibt es vor der Haustür. Sein Vater, der eine eigene Zimmerei hat, hilft dem Sohn in diesen Monaten kräftig beim Bau. Daneben sind weitere Firmen aus Löbnitz und der unmittelbaren Umgebung beteiligt.

Der Außenputz ist noch vor dem Winter draufgekommen. Der Innenputz trocknet gerade aus. Auf ihm müssen dann noch die farblichen Akzente gesetzt werden.  Auch die Dachdämmung steht noch aus. „Danach kommen Estrich, Fliesen und der sonstige Ausbau an die Reihe“, erzählt der Bauingenieur, der in den ersten Januartagen Urlaub auf der Baustelle hat.

Einfach sei es natürlich nicht immer, Job und Bauherrentätigkeit unter einen Hut zu bringen. „Doch selbst als ich im Sommer nach der Arbeit mal noch von 20 bis 22 Uhr den Betonmischer angemacht habe, hatten die Nachbarn Verständnis“, freut er sich. Klar, dass deshalb in der Kreuzgasse nicht nur Wasser aus der Mulde und dem Seelhausener See in der Nähe schimmert, sondern dass nach dem Richtfest auch bei der Einzugsfete mit etwas anderen Flüssigkeiten im Glas die gute Nachbarschaft bekräftigt wird.

Ilka Fischer

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