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Altes Kellergewölbe bremst den Bau eines Park-and-Ride-Platzes

Altes Kellergewölbe bremst den Bau eines Park-and-Ride-Platzes

Das Projekt für den dritten Park-and-Ride-Platz, den die Stadt in der Eisenbahnstraße/Ecke Bismarckstraße plant, ist ins Stocken geraten. Gründe dafür gibt es mindestens zwei.

Delitzsch. Zum einen wartet die Stadtverwaltung auf den Fördermittelbescheid. Der soll sowohl vom Zweckverband für den Nahverkehr Leipzig als auch vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr kommen. Angekündigt sei er bereits, erwartet wird er voraussichtlich Ende April, teilte auf Anfrage Delitzschs Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) mit.

Einbezogen in den Förderbetrag waren auch Bodengrunduntersuchungen auf der vorsehenen Fläche von 940 Quadratmetern. Und hier kommt der zweite Grund für die Verzögerung: Die Untersuchung wurden mittels einer sogenannten Schürfung durchgeführt. Mit dem geotechnischen Verfahren kann man die verschiedenen Bodenschichten und -horizonte in unterschiedlichen Tiefen erkennen. Das beauftragte Unternehmen stellte auf dem bislang als Grünfläche genutzten Terrain Kellergewölbe fest (wir berichteten). Die Ergebnisse wurden dem Auftraggeber, der Stadt Delitzsch, gemeldet. "Wir werden sie entsprechend in unserem Projekt berücksichtigen müssen", teilte Thorsten Schöne mit. Er rechnet infolgedessen mit mehr Kosten. Genaue Zahlen werden aber nicht genannt. Für das Projekt waren ursprünglich 153 000 Euro eingeplant, es sollte zu 90 Prozent gefördert werden. Für die Stadt hieße das, einen Eigenanteil in Höhe von 15 300 Euro zu leisten. Eingestellt war das Geld bereits im Haushalt 2014. Wie plötzlich Kellergewölbe entdeckt werden konnten, darüber macht man sich derzeit Gedanken. Vor allem darüber, aus welcher Zeit sie stammen. Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos und promovierter Historiker) geht beispielsweise davon aus, dass im Zuge der städtebaulichen Neuordnung in dem Bereich zwei Häuser um das Jahr 1911 abgerissen wurden. "Damals führte die Feldstraße noch bis zur Grünstraße", erklärte Wilde. Auf Stadtplänen aus dem Jahr 1906 und 1913 sind diese Gebäude tatsächlich eingezeichnet. Das würde auch beweisen, dass die Feldstraße 2 und 4 tatsächlich existiert haben. Allerdings wurden sie dann nicht schon 1911 abgerissen. Ein Nachweise in Form einer Bauakte war im Delitzscher Stadtarchiv nicht zu finden. Archivar Lars-Uwe Freiberg geht davon aus, dass die Gebäude vor 1894 errichtet wurden und Akten deshalb nicht vorlägen. Dass es sich bei dem vorgefundenen Gewölbe um Luftschutzkeller handeln könnte, schloss er aus.

Im Zuge der Recherchen um die Geschichte der betroffenen Fläche, auf der noch in diesem Jahr 20 Stellplätze für Pkw und Fahrräder entstehen sollen, rückte ein Verkehrsprojekt in den Fokus, das um 1871 in Delitzsch geplant war. In Delitzsch sollte ein Zentralbahnhof am jetzigen Oberen Bahnhof entstehen. Wie Eisenbahnexperte Hartmut Schöttge auf Anfrage bestätigte, sei das Empfangsgebäude (der Sorauer Bahnhof der Halle-Sorau-Gubener Eisenbahn) damals so errichtet worden, dass problemlos ein zweites Empfangsgebäude für die Strecke Leipzig-Bitterfeld hätte angebaut werden können. Der erste Weltkrieg ließ das Projekt jedoch scheitern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.04.2015
Ditmar Wohlgemuth

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