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Am Paupitzscher See leben seltene Tier- und Pflanzenarten

Bergbaufolgelandschaft Am Paupitzscher See leben seltene Tier- und Pflanzenarten

In der Gewässerlandschaft in den ehemaligen Tagebaugebieten rund um Delitzsch nimmt der Paupitzscher See als einzigartiges Naturrefugium eine besondere Stellung ein. Der See ist nicht öffentlich zugänglich. Seine Ufer sind nach Tagebauschließung nicht gesichert worden. Naturschutzbelange stehen bei der Nutzung im Vordergrund

Treffen ehemaliger Paupitzscher in der Goitzsche zwischen Neuhauser und Paupitzscher See. Mit diesen jährlichen Begegnungen wird an den weggebaggerten Ort erinnert, nach dem der See benannt worden ist.

Quelle: Edith Dorothea Klisa

Kreisgebiet. In der Bergbaufolgelandschaft sind nördlich und südlich von Delitzsch mehrere Seen entstanden, die sich in ihrer Nutzung stark unterscheiden. Im Zuge der Umsetzung des vom Freistaat geförderten Besucherlenkungskonzeptes für die Bergbaufolgelandschaft im Delitzscher Land sind an den Seen Informationstafeln aufgestellt worden, die Aufschluss über Geschichte, Landschaft, Tourismus und Naturschutz geben. In einer kleinen Serie stellt die LVZ die einzelnen Seen vor.

Im Gegensatz zu den anderen Seen im Delitzscher Land ist der Paupitzscher nicht öffentlich zugänglich und nur von wenigen erhöhten Punkten einsehbar. Er gehört mit seinem Umfeld zum europäischen Schutzgebietssystem „Natura 2000“. Er ist sowohl Bestandteil des Flora-Fauna-Habitat-Gebiets „Ehemaliger Übungsplatz mit Paupitzscher See“ als auch des europäischen Vogelschutzgebietes „Goitzsche und Paupitzscher See“. Außerdem ist er als Naturschutzgebiet national geschützt. Auf diesen besonderen Schutzstatus weisen die aufgestellten Informationstafeln nachdrücklich hin, denn seit der Einstellung des Braunkohletagebaus um 1980 haben sich der See und seine Umgebung zu einem wertvollem Naturreservat entwickelt.

Zugang zum See verboten

Weil Lebensgefahr besteht, ist der See eingezäunt worden, denn nach Beendigung des Kohleabbaus wurden die Ufer des Gewässers nicht gesichert. Diese sind teilweise sehr steil und können bei Betreten abrutschen, warnt die Bergaufsicht. Deshalb ist der Zugang zum eingezäunten Bereich verboten. In den Jahren 1993 bis 2005 erreichte der See durch natürlichen Grundwasserwiederanstieg seine Endwasserspiegelhöhe von 77 Metern über null. Die Fläche des Sees beträgt 80 Hektar und sein Volumen 9 Millionen Kubikmeter. Das Gewässer hat einen Zulauf vom Neuhauser See und einen Ablauf in den Ludwigsee zum Großen Goitzsche-See.

Mit seinen ausgedehnten mit Schilf bewachsenen Flachwasser-, Verlandungs- und Uferbereichen sowie der besonderen Wasserqualität stellt der Paupitzscher See einen wertvollen Lebensraum dar. In ihm kommen seltene Tierarten vor. So fühlen sich in den Uferzonen geschützte Vögel wie der Rothalstaucher und die Rohrdommel wohl. Auch Amphibien wie der Seefrosch, der kleine Wasserfrosch, die Wechselkröte und der Laubfrosch haben dort Lebensstätten.

Die vorhandenen Böden landseitig sind nährstoffarm, was sich in spontan gewachsenen Wäldern und gehölzfreien Offenlandbereichen widerspiegelt. Dort sind Biotope wie Sandmagerrasen zu finden. Auch dort leben seltene Tiere und Pflanzen.

Kreuz erinnert an verlorenen Ort

Das Schutzgebiet kann auf markierten Wegen wie der Kohle-Dampf-Licht-Route durchwandert werden. Diese Route führt unter anderem am Paupitzscher Kreuz vorbei, dass an die Kirche des einstigen Ortes Paupitzsch erinnert, der dem See auch seinen Namen gab. Auf einer Infotafel erfährt der Wanderer Näheres aus der Geschichte des Dorfes und des ehemaligen Rittergutes Neuhaus. Mit dem Tagebau Holzweißig-West kam für Paupitzsch das Aus. 1975 wurden seine 600 Einwohner umgesiedelt und ein Jahr darauf verschwand der Ort selbst.

Von Thomas Steingen

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