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Delitzsch Am Wasserturm - Delitzschs hässlichstes Eingangstor
Region Delitzsch Am Wasserturm - Delitzschs hässlichstes Eingangstor
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14:12 19.05.2015
Graffiti, verschlissener Zaun und Wildwuchs - so zeigt sich die Gartenanlage "Am Wasserturm" am Ortseingang von Delitzsch. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Teils stehen Hecken außerhalb der Anlage, teils wuchern Pflanzen Meter hoch aus dem Begrenzungszaun. An einigen Stellen fällt der Blick auf mit Graffiti beschmierte Laubenrückwände. Zufrieden mit dem Zustand ist keiner - weder der Vorstand des Kleingartenvereins noch deren Kreisverband. Auch so manchen Bürger stört der unschöne Anblick, wie Anfragen in der LVZ bestätigen. "Eigentlich ist diese Front eine typische Rückansicht einer Gartenanlage", sagt die Vereinsvorsitzende Isabelle Krause und räumt ein, dass dieses Bild am Tor zur Stadt unpassend sei.

Seit Längerem beschäftigt das Problem die Kleingärtner am Südrand der Stadt. Für eine einheitliche Gestaltung der Anlagengrenze zur Straße, etwa mit einem neuen Zaun, fehlt dem Verein das Geld. Darin sind sich Vorstand und der Delitzscher Kreisverband der Kleingärtner einig. "Die Pächter mit zusätzlichen finanziellen Forderungen zu belasten, dafür ist es schwer, eine Mehrheit zu bekommen", erklärt Klauspeter Schmidt, Schatzmeister des Vereins.

Die Gründe liegen auf der Hand. Nach 2014 steht 2016 die nächste Pachterhöhung ins Haus. Viele Kleingärtner in der Anlage sind über 70 Jahre alt oder haben sogar schon die 80 überschritten und tragen sich altersbedingt mit dem Gedanken, ihren Garten abzugeben. Nachnutzer zu finden, sei bei der Größe der Parzellen (durchschnittlich 600 Quadratmeter) nicht einfach. "Bereits jetzt haben wir einen Leerstand von rund zehn Prozent", so der Schatzmeister weiter. "Oft kollidieren die Vorstellungen junger Familien, die sich für einen Garten bei uns interessieren, auch mit den gesetzlichen Vorgaben, was in einer Kleingartenanlage möglich ist", ergänzt die Vorsitzende. Leerstand bedeutet für den Verein Mehraufwand und letztlich zusätzliche Kosten für die Pflege der nicht bewirtschafteten Gärten. Auch in der an der Leipziger Straße angrenzenden Reihe stehen bereits einige Gärten leer.

In der Vergangenheit hat der Verein die Chance verpasst, einen neuen Zaun an der Leipziger Straße zu errichten. Laut Bernd Wolfram, 1. Vorsitzender und Geschäftsführer des Delitzscher Kreisverbandes der Kleingärtner, hatte der Verein in der Amtszeit des ehemaligen Oberbürgermeisters Heinz Bieniek (CDU) die Zusage, dass die Stadt dafür die Kosten übernehmen würde. Dieses Angebot habe man seinerzeit ausgeschlagen. Jetzt teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage der LVZ mit, dass eine finanzielle Unterstützung leider nicht möglich sei.

Unabhängig davon und mit Sicht auf die Baupläne in der Leipziger Straße drängt der Kreisverband darauf, dass an der Anlagengrenze etwas geschieht. "Bei einer gemeinsamen Begehung haben wir dazu eine Orientierung ausgesprochen", sagt Bernd Wolfram. Demnach sollen Hecken, die außerhalb der Anlage stehen, verschwinden und Gehölze, die durch den Zaun herausragen, seien zu verschneiden. "Wer das macht, ist Sache des Vereins. Leider ist bisher aber nichts passiert", rügt der Kreisverbandschef.

Aus seiner Sicht ist jetzt der Vereinsvorstand am Zuge. "Sie wissen, was zu tun ist, müssen die Pächter überzeugen und notfalls zwingen, Ordnung zu schaffen. Gelingt das nicht, werde der Kreisverband eingreifen, Auflagen erteilen und sich direkt an die Pächter wenden. Das könne bis zum Aussprechen von Kündigungen führen. Und bei zu hohem Leerstand bestünde auch die Möglichkeit, gepachtetes Land an die Stadt zurückzugeben.

Vielleicht ergibt sich aber auch mit dem von der Stadt angestrebten Rad- und Fußwegbau in der Leipziger Straße eine Möglichkeit, die Grenze zur Gartenanlage schöner zu gestalten. Laut Stadtverwaltung befindet sich die Vorplanung zur Errichtung eines Radweges entlang der Gartenanlage derzeit in Arbeit und soll durch das Landesamt für Straßenbau- und Verkehr noch im ersten Halbjahr der Stadt vorgestellt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.03.2015
Thomas Steingen

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