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Amphibienfahrzeug frisst sich durch die Kosebruch-Wildnis

Amphibienfahrzeug frisst sich durch die Kosebruch-Wildnis

Delitzsch/Schenkenberg. In den vergangenen Jahren hat starker Schilfwuchs die Kosebruchteiche nördlich von Delitzsch zuwuchern lassen. In diesen Tagen lässt die Stadtverwaltung Delitzsch die Gewässer weitgehend freischneiden.

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Mit einem Amphibienfahrzeug schneidet Gerd Vulpius auf den Kosebruchteichen das Schilf unter Wasser ab und bringt es dann ans Ufer.

Quelle: Wolfgang Sens

. Beauftragt ist die Gesellschaft für Landeskultur und Wasserwirtschaft (LAKUWA) aus Dahlen. Dafür setzt die Firma den amphibischen Geräteträger Truxor ein. "Dieses Gerät fährt auf Ketten, die ab einer Wassertiefe von 40 Zentimetern als Paddel wirken. Das Balkenmähwerk mit einer Arbeitsbreite von zwei Metern schneidet das Schilf 40 Zentimeter unter der Wasseroberfläche ab", erklärt Gerd Vulpius, LAKUWA-Geschäftsführer und begründet, dass Schilf nicht mehr so intensiv wachse, wenn Wasser in seine Halme laufe.

Mit den Mäharbeiten hat Vulpius am kleinsten der drei Kosebruchteiche östlich der B 184 begonnen. Weil die Teiche zu einem Landschaftsschutzgebiet gehören, müssen alle Veränderungen von der Naturschützbehörde genehmigt werden. Diese hat festgelegt, dass 15 Prozent des Schilfes stehen bleiben müssen. "An diesem Teich bleiben sogar rund 25 Prozent erhalten", berichtet Vulpius. Grund: Im Schilf sind bereits Bäume gewachsen, sodass die Maschine an diese Stellen nicht hinkommt. "Dennoch haben wir eine schöne Fläche freibekommen", so der Fachmann weiter. Zirka 12 000 Quadratmeter Fläche hat dieser Teich. Vor der Mahd waren nur rund 1500 Quadratmeter freies Wasser. "Jetzt sind es wieder zirka 9000 Quadratmeter und auch für den Naturschutz ist genügend Schilf als Rückzugs- und Brutgebiet übrig geblieben. Rund 25 Tonnen Schilf holte Gerd Vulpius aus dem kleinsten Kosebruchteich.

Weil an den Teichen lange Zeit nichts gemacht worden sei, erwartet der Landschaftsbauexperte an den anderen beiden Teichen eine ähnliche Situation, sodass auch dort mehr Schilf stehen bleiben wird, als gefordert. Als Nächstes wird seine Maschine am größten der drei Teiche, der eine Fläche von rund 20 000 Quadratmetern hat und so gut wie komplett mit Schilf zugewachsen ist, zum Einsatz kommen. Bis Ende Februar müssen die Pflegearbeiten abgeschlossen sein. Und weil LAKUWA derzeit viele Aufträge gleichzeitig zu erledigen habe, drängle sogar etwas die Zeit, so der Geschäftsführer.

Mit der Mahd werden aber die Sorgen der Delitzscher um den Zustand der Teiche nicht gänzlich behoben. Als Problem bleibt der niedrige Wasserstand und in dessen Folge die Übersättigung mit Nährstoffen, die das Pflanzenwachstum fördert.

Gegen eine Erhöhung des Wasserstandes in den Kosebruchteichen sei unter Beachtung anderer öffentlich-rechtlicher Belange aus Sicht der unteren Wasserbehörde grundsätzlich nichts einzuwenden, teilte das Landratsamt auf Anfrage der LVZ mit. Die Kreisverwaltung empfiehlt deshalb der Stadt Delitzsch als Träger der Unterhaltungslast, mittelfristig einen Unterhaltungs- und Entwicklungsplan zu erstellen, der mit der unteren Wasser- und Naturschutzbehörde abzustimmen ist. In diesem sollte auch das Stauregime der Teichkette festgeschrieben werden. Die Stadtverwaltung kündigte gegenüber der LVZ bezüglich weiterer Maßnahmen an den Teichen langfristig Gespräche mit allen Beteiligten an.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.01.2015
Thomas Steingen

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