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An der Schladitzer Bucht retten die Profis

An der Schladitzer Bucht retten die Profis

Sommer, Sonne, Badespaß: Wer kann, sucht sich in diesen Tagen ein Plätzchen am kühlen Nass, aalt sich in den Fluten. Doch was passiert, wenn was passiert? Die professionelle Absicherung des Badebetriebs an naturnahen Gewässern ist eher die Ausnahme als die Regel.

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Ronny Karl (25) von den Johannitern steht an heißen Tagen in der Schladitzer Bucht bereit, wenn Hilfe gebraucht wird. Er wechselt sich mit Kollegen ab.

Quelle: Alexander Prautzsch

Rackwitz. Gerade an stark frequentierten Stränden, wie der Schladitzer Bucht, kann das zum lebensgefährlichen Problem werden. Buchtbetreiber All-on-sea hat deshalb die Initiative ergriffen. Gemeinsam mit den Johannitern und der Wasserwacht Delitzsch realisieren die Rackwitzer ein Sicherheitskonzept für heiße Tage.

An Handlungsbedarf mangelt es nicht. "Wir retten jedes Jahr zwei bis drei Menschen aus Notlagen im See", schildert All-on-sea-Geschäftsführer Michael Glaser. "Es sind Personen, die durchaus schwimmen können, aber gesundheitliche Probleme haben oder einfach ihre Kräfte überschätzen." Hinzu kommen immer wieder brenzlige Situationen am Strand. Kleine Kinder zum Beispiel, die brusttief im Wasser stehen, ohne die Eltern an der Seite. Oder auch Sonnenanbeter, die in sengender Hitze ihrem Kreislauf zu viel zugemutet haben.

Für die Mitarbeiter des Buchtbetreibers eine echte Herausforderung. 10 bis 15 Angestellte sind während der Saison am Ufer tätig. Alles ausgebildete Rettungsschwimmer, per Funk in ständigem Kontakt, sagt Glaser. Doch die haben, neben der Aufsicht, noch andere Aufgaben. "Deshalb setzen wir an Tagen mit Badewetter auf Unterstützung von Johannitern und Wasserwacht. Je nach Besucherandrang sind bis zu drei Rettungsschwimmer vor Ort, die bei Bedarf auch an Land medizinische Hilfe leisten." Das ändere nichts an dem Grundsatz, dass Baden auf eigene Gefahr stattfindet. "Aber es geht um Prävention. Es ist notwendig, auf Gefahren hinzuweisen." All-on-sea verbindet dieses Plus an Sicherheit mit dem Strandnutzungsentgelt. "Sobald wir diesen Eintritt erheben - bei trockenem Wetter ab etwa 25 Grad Lufttemperatur -, wird der Strand mit wenigstens einem Rettungsschwimmer besetzt." Der Buchtbetreiber habe mit Johannitern und Wasserwacht entsprechende Verträge und Kostenvereinbarungen getroffen. "Es ist für uns das erste Engagement dieser Art, seit die Wasserwacht vor drei Jahren neu belebt wurde", sagt Christian Wolff, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Delitzsch, dem die Wacht angegliedert ist. "Wir möchten gern auch längerfristig mit All-on-sea einen gemeinsamen Weg gehen."

Michael Glaser sieht die Kooperation als Teil einer komplexen Rettungskette, zu der im Ernstfall auch das Lotsen externer Rettungskräfte gehört, die per Hubschrauber oder Sani-Wagen kommen. Die Übergabe der Verletzten erfolgt an vorab vereinbarten Stellen. Stark im Fokus hat Glaser zudem den Beginn der Kette. Dazu gehört spezieller Unterricht. Potenziellen Helfern soll vermittelt werden, wie sie etwa bei stürmischem Wetter Verletzte auf einem Boot bergen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Dieses Thema stehe im Leipziger Neuseenland noch ganz am Anfang, sagt Glaser.

Die Johanniter spielen in dieser Hinsicht eine besondere Rolle: Das Bildungsinstitut Mitteldeutschland der Johanniter-Akademie schickt seit Kurzem pro Jahr rund 100 Lehrgangsteilnehmer in die Bucht, wo sie von All-on-sea in praktischer Wasserrettung unterwiesen werden. "Wir haben dieses Modul in die jährliche Pflichtfortbildung für Mitarbeiter von Rettungsdienst, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk aufgenommen, weil wir Bedarf sehen", erklärt Johanniter-Sprecher Julian Rossig. Die Teilnehmer kommen aus ganz Mitteldeutschland. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.08.2015
Kay Würker

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