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Andrang in der DDR

Andrang in der DDR

Am Osterwochenende hatte sie wieder geöffnet, die große Podelwitzer Nostalgiekiste: (Sonn-)Tag der offenen Tür im DDR-Museum. Die Gäste ließen nicht auf sich warten, kamen sogar aus benachbarten Bundesländern zum Stelldichein zwischen ABV-Uniform, Simson-Moped und Omas altem Handstaubsauger.

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Roland Ebert zeigt den Besuchern eine seiner neuesten Errungenschaften: einen rund 50 Jahre alten Spielzeug-Wartburg. Ein Gönner vom Bodensee schenkte ihm das historische Stück zur Vervollständigung der riesigen Sammlung ferngesteuerter Modellautos.

Quelle: Manfred Lüttich

Podelwitz. Und mittendrin ein immer noch überwältigter Eigentümer Roland Ebert, der – wie er sagt – bei 25 000 Exponaten aufgehört hat zu zählen. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Leute mich besuchen“, sagt Ebert. Eine halbe Stunde nach Öffnung ist in dem zweistöckigen Ausstellungsgebäude kaum noch ein Durchkommen. In allen Ecken erzählen sich Gäste Geschichten, plaudern über Erinnerungen, die die betagten Stücke in den Schränken, Regalen und Vitrinen wachrufen. „Das Radio hier, das hatte ich früher selbst“, sagt ein Besucher, „und die Lampen, die hingen bei mir auf Arbeit.“ 

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Podelwitz. Am Osterwochenende hatte sie wieder geöffnet, die große Podelwitzer Nostalgiekiste: (Sonn-)Tag der offenen Tür im DDR-Museum. Die Gäste ließen nicht auf sich warten, kamen sogar aus benachbarten Bundesländern zum Stelldichein zwischen ABV-Uniform, Simson-Moped und Omas altem Handstaubsauger.

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 Obwohl Roland Ebert über den Ansturm staunt – mental verstehen kann er seine Gäste gut. Der 58-Jährige ist trotz der Fülle an Exponaten kein Verwalter, sondern fühlt sich „der Nostalgie verbunden“, wie er selbst berichtet. „Was ich hier zeige, ist nunmal Teil meines Lebens. Ich kenne jedes Stück, auch ohne Register. Natürlich muss ich akzeptieren, wenn manchmal Leute kommen, die sagen: Diesen Mist wollen wir nicht mehr. Aber für mich ist das ein Stück eigene Geschichte.“Gleich nach der Wende schon begann Roland Ebert, DDR-Relikte zu sammeln. Mit einem Trabi fing es an, dann kam noch einer und noch einer. Inzwischen hat er 18 und ein chronisches Platzproblem. Als mehrere Garagen als Lagerraum nicht mehr reichten, kaufte der Zschortauer das 350-Quadratmeter-Gebäude in Podelwitz, baute es mit der Familie aus.Und mit der Größe der Räume wuchs der Bekanntheitsgrad. Zigmal schon schauten Fernseh- und Zeitungsjournalisten bei ihm herein, machten seine Ausstellung überregional publik. „Vor Kurzem bekam ich sogar einen Anruf vom Bodensee“, erzählt Roland Ebert. „Ein ehemaliger Professor aus Freiberg hatte mich im Fernsehen mit einem ferngesteuerten Spielzeug-Wartburg von 1962 gesehen. Er sagte, er habe das gleiche Modell in Rot, sogar noch ein bisschen älter. Das wolle er mir schenken.“Inzwischen steht das gute Stück in Eberts Vitrine als eine der neuesten Errungenschaften. Noch recht neu in der Sammlung ist auch ein Trabant mit Wohnmobil-Aufbau. Eine Eigenkonstruktion, die der gelernte Autoschlosser vergangenes Jahr einem Bastler abkaufte. „Damit machen meine Frau und ich jetzt regelmäßig Ausflüge.“Der Wohn-Trabi wird am Ostersonntag von den Besuchern belagert. Fotoapparate klicken, mancher beugt und reckt sich. Gleich daneben dasMoped-Depot. Familienvater Peter Schwenke schwelgt in Erinnerungen. „Die SR 2 von Simson war die erste, mit der ich herumgefahren bin. Dann kam die S 50.“ Ehefrau Sandra inspiziert derweil einen Kassettenrekorder, für den sie einst ihr Jugendweihegeld opferte. Sie war es auch, die die Idee für den Besuch im DDR-Museum hatte. „Die Kinder fragen mich immer, wie es war in der DDR. Jetzt haben sie mal eine Vorstellung.“ Luca (8) und Victoria (12) sind sich allerdings einig, dass viele der Exponate „ziemlich seltsam“ aussehen.Immerhin: Rund 50 Prozent des Gezeigten hat Roland Ebert eigenhändig zusammengetragen – „nur 30 Prozent habe ich von anderen erworben und den Rest geschenkt bekommen“, erklärt er. Theoretisch könnte er noch viel mehr Geschenke einsammeln. Fasttäglich erhalte er Angebote aus der näheren und weiteren Umgebung, meist per Telefon. „Aber ich habe keinen Platz mehr.“ Und eine seiner kostbaren Erinnerungen auszusondern, das kommt für Roland Ebert schon gar nicht in Frage.

Kay Wuerker

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