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Anfassen, riechen, schmecken

Anfassen, riechen, schmecken

Die Krostitzer Kindertagesstätte hat sich die gesunde Ernährung als Aufgabe in den Bildungsplan geschrieben. Seit September 2013 bietet sie in Krostitz eine Ganztagsverpflegung mit Frühstück, Mittagessen und Vesper an.

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Gespannt verfolgen die Krostitzer Kita-Knirpse wie ein Mädchen aus ihrer Runde mit dem Pürierstab Möhren-Tomaten-Butter herstellt.

Quelle: Thomas Steingen

Krostitz. Aktionstage in Zusammenarbeit mit dem Caterer helfen, bei den Kindern das Interesse für eine gesunde Ernährung früh zu wecken.

Neugierig mit Kochmützen auf den Köpfen umringen die Mädchen und Jungen der Kita Ute Schmidt, Küchenchefin beim RWS Cateringservice in Leipzig, der die Krostitzer Einrichtung mit Essen beliefert. An diesem Aktionstag sind die Kinder in die Zubereitung ihres Frühstücks aktiv eingebunden. Ute Schmidt mixt mit ihnen einen Brotaufstrich aus Möhren, Tomaten und anderen Zutaten. "Vorausgegangen ist ein Ratespiel zu Gemüse", erzählt RWS-Bereichsleiter Andreas Diebel. Ob beim Pürieren oder beim Dekorieren von Obst und Gemüse auf dem Büfett - die Kinder sind voll dabei.

"Das kommt super an. Die Kinder freuen sich, sich ausprobieren zu können. Das selbst zubereitete Essen schmeckt ihnen und in der Gruppe probieren sie auch Sachen, die sie sonst vielleicht nicht essen würden", weiß Erzieherin Katja Hiersemann. Anfassen, riechen, schmecken - mit allen Sinnen Lebensmittel wahrnehmen und so Selbstbewusstsein für eine gesunde Ernährung zu entwickeln, das sei das Ziel, das mit der Ganztags- versorgung in der Kita verfolgt werde, sagt Leiterin Heike Buse.

Aus dem Kreise der Eltern sei die Idee der Ganztagsverpflegung geboren worden. Etwa 95 Prozent der Eltern hätten sich dafür ausgesprochen. Seit September liefert der Caterer nun neben dem Mittagessen auch Obst, Gemüse, verschiedenen Brotsorten, Aufstriche und andere Produkte, die für ein gesundes Frühstück und Vesper geeignet sind. Im Kita-Alltag können sich die Kinder dann das aussuchen, was ihnen schmeckt. "Im 14-tägigen Rhythmus erstellen die Erzieher mit ihnen dafür Speisepläne", erklärt Heike Buse. Pro Tag kostet die Ganztagsversorgung die Eltern 90 Cent mehr. Bisher sei sie aber sehr gut angenommen worden, so die Kita-Leiterin weiter.

Derzeit gehe der Trend eindeutig in diese Richtung, sagt Andreas Diebel. Etwa 50 Prozent der Einrichtungen, die RWS beliefere, hätte sich für eine Ganztagsversorgung entschieden. In der Hohenossiger Kindertagesstätte, die zur Krostitzer Einrichtung gehört, fand sich allerdings unter den Eltern keine Mehrheit dafür, berichtet Heike Buse. Dort bringen die Kinder ihr Frühstücks- und Vesperbrot nach wie vor selbst von zu Hause mit. Somit liegt es im Ermessen der Eltern, was die Kinder essen.

Auch von Kita zu Kita sieht die Ganztagsversorgung in der Region unterschiedlich aus. Im Haus Bummi des DRK in Delitzsch beispielsweise kümmern sich die Küchenfrauen um Frühstück und Vesper und kaufen dafür auch selbst die Produkte ein. Die drei städtischen Einrichtungen bieten eine pädagogisch begleitete Ganztags- verpflegung, die mit "Gemeinsames Essen als Ritual im Alltag" überschrieben sei, sagt Delitzschs Sozialamts- leiter Oliver Genzel. Alle drei beziehen das Mittagessen vom Bürgerhaus. Das Frühstück wird in der Kita Sonnenschein und im Zauberhaus von den Eltern in der Brotbüchse mitgegeben, aber in der Gemeinschaft gegessen. Im Hort am Rosengarten gibt es das Brotzeitprojekt, in den Ferien bringen die Kinder ihr Frühstück selbst mit. Beim Vesper sei es dann sehr unterschiedlich. Im Sonnenschein wird dieses vom Bürgerhaus mitgeliefert, im Zauberhaus sollte der Brotbüchseninhalt auch für den Nachmittag reichen - verantwortlich sind die Eltern. Im Hort ist das Vesper eher ein kleiner Snack. "Dazu wird oft Brot gebacken oder Knäckebrot mit Aufstrichen angeboten. Die Eltern bringen zusätzlich noch Obst und Gemüse mit", so Oliver Genzel.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.01.2014
Steingen, Thomas

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