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Delitzsch Angeklagter erscheint besoffen vor Gericht
Region Delitzsch Angeklagter erscheint besoffen vor Gericht
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15:03 22.02.2018
Das Eilenburger Amtsgericht. Quelle: Wolfgang Sens LVZ
Eilenburg

Damit hatte keiner und wohl am wenigsten der Angeklagte selbst gerechnet. Der 39-jährige Jodh S. A. wurde nach kurzem Aufenthalt im Eilenburger Gerichtssaal quasi stehenden Fußes verhaftet und in Handschellen hinausgeführt. Zunächst verbrachte er eine Weile in der Zelle des Amtsgerichtes, danach holten ihn Eilenburger Polizeibeamte ab und begleiteten ihn in die Justizvollzugsanstalt Leipzig. Dort wird er so lange bleiben müssen, bis ein neuer Verhandlungstermin bestimmt wird. Amtsrichterin Petra Wendtland hatte einen sogenannten Sitzungshaftbefehl gegen den indischen Staatsbürger erlassen. Sie sah dieses Zwangsmittel als verhältnismäßig an, obgleich er ein Eingriff in die persönliche Freiheit des Angeklagten darstellt.

So viel Promille hatte der Mann

Jodh S. A. war im Gericht erschienen, um sich für eine Straftat zu verantworten. Er soll Mitte Februar vergangenen Jahres einen Mitbewohner des Ausländerheimes im Delitzscher Stadtforst mit einem ausgebrochenen Stuhlbein geschlagen und ihn dabei verletzt haben. Das jedenfalls warf ihm die Staatsanwaltschaft Leipzig vor. Susanne Gasch hatte gerade die Anklage verlesen, als Richterin Wendtland die Verhandlung abrupt unterbracht. Ihr war der penetrante Alkoholgeruch aufgefallen, der vom Angeklagten ausging. „Mir wird schlecht“, sagte sie und ging dem Übel sehr schnell auf den Grund. Pflichtverteidigerin und Anwältin Anett Keine bestätigte sofort den Eindruck. Herbeigerufene Polizeibeamte aus dem Eilenburger Revier ließen daraufhin den Inder, der dies freiwillig über sich ergehen ließ, ins Atemalkoholmessgerät blasen. Der dort angezeigte Wert überraschte alle im Saal: 1,3 Milligramm je Liter, das entspricht einem Promille-Wert von 2,6.

Wie geht es jetzt weiter?

Für Richterin Wendtland stand damit fest: „Sie sind verhandlungsunfähig.“ Das komme dem Nichterscheinen vor Gericht gleich und werde vom Gericht nicht geduldet, stellte die Richterin klar. Darauf folgte die Sanktion Sitzungshaftbefehl. Damit stelle sie sicher, dass der Angeklagte beim nächsten Termin ordnungsgemäß erscheint. Er werde dann aus der JVA durch Justizbeamte vorgeführt.

Möglicherweise wird die Stippvisite für den Angeklagten in der JVA nur der Anfang eines längeren Aufenthaltes werden. Wegen der schweren Körperverletzung droht dem Inder mindestens eine sechsmonatige Freiheitsstrafe. Auch deshalb war ihm ein Verteidiger vom Gericht zur Seite gestellt worden. Weil die ihm vorgeworfene Tat in die Bewährungszeit fällt, könnte eine weitere, noch nicht vollstreckte Freiheitsstrafe mit einbezogen werden. Anfang des Jahres 2016 war er bereits wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung zu vier Monaten Freiheitsentzug bestraft worden. Ein unbeschriebenes Blatt ist Jodh S. A. bei der Justiz jedenfalls nicht. Wann sein Verfahren wieder aufgenommen wird, steht noch nicht fest. Bis zum nächsten Termin wird er voraussichtlich in Haft bleiben müssen.

Von Ditmar Wohlgemuth

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