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Delitzsch Angelika von Fritsch bleibt an der Spitze der Jägerschaft
Region Delitzsch Angelika von Fritsch bleibt an der Spitze der Jägerschaft
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11:40 12.03.2018
Angelika Freifrau von Fritsch ist erneuet als Vorsitzende des Kreisjagdverbandes Delitzsch gewählt. Quelle: Wolfgang Sens
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Badrina

Angelika von Fritsch ist erneut für weitere vier Jahre an die Spitze des Kreisjagdverbandes (KJV) Delitzsch gewählt worden. Die Jahreshauptversammlung sprach ihr das Vertrauen aus. An selber Stelle, im Saal von Badrina, hatte sie als 48-Jährige und damals als einzige Frau an der Spitze eines Jagdverbandes in Sachsen den Vorsitz übernommen und ihn seitdem ununterbrochen inne gehabt.

Letzte Amtszeit für Rackwitzerin

Dem Vernehmen nach soll es für die Rackwitzerin die letzte Legislaturperiode werden. Weil dies auch weitere Mitglieder des jetzigen Vorstandes betrifft, appellierten sie an die Jäger, die nächste Zeit darauf zu verwenden, Nachwuchskandidaten langfristig für die Arbeit im Vorstand zu gewinnen. In den Vorstand gewählt wurden Tilo Bischoff als Schatzmeister, Mario Graß, Günter Müller und Ulrich Schade als Stellvertreter.

Im Bericht der Vorsitzenden dankte Angelika von Fritsch allen im Verband, die aktiv in den Hegeringen mitwirkten, den Lernort Natur unterstützten und auch bei Schießwettkämpfen den Verband erfolgreich vertraten. Im Sommer könnte die 100-Meter-Bahn der Schießanlage in Glesien in Betrieb gehen. Die erforderlichen Genehmigungen liegen vor. „Auch das ist ein Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Nordsachsen“, erklärte von Fritsch.

Lob für Landratsamt Nordsachsen

Weitsicht hatte das unter anderem bewiesen, als es die Gebühren für die Trichinenschau bei Wildschweinen freistellte und das Wochen bevor sich der Freistaat dazu durchrang. Die Jäger verhindern mit dem Reduzieren der Wildschweinbestände das Ausbreiten der Afrikanischen Schweinepest. Die Erstattung der Trichinengebühr soll die Jäger entlasten. In dem Zusammenhang erneut angesprochen und diskutiert wurde das Thema Erlass der Hundesteuer für Jagdhunde. Wenn sich Kommunen dazu durchringen könnten, auf die Steuer zu verzichten, wäre das auch ein Zeichen der Anerkennung. Vielerorts müsse bei Wachhunden bereits keine Steuer gezahlt werden. Die KJV-Vorsitzende bat die Vertreter des Landratsamtes, auf die Kommunen entsprechend einzuwirken, sie legen diese Steuer fest. Im Saal saß unter anderem der stellvertretende Landrat Eckhard Rexroth.

Starker Landesverband gefordert

Beraten wurde in der Versammlung, an der 63 von derzeit 220 Mitglieder teilnahmen, auch die Situation im Präsidium des Landesjagdverbandes. Dort hatten kürzlich Präsident, Vizepräsident und Schatzmeister ihre Ämter niedergelegt. „Wir brauchen aber einen starken Landesverband“, betonte Angelika von Fritsch. In der Diskussion zu diesem Punkt wurde deutlich, dass gegebenenfalls eine Trennung vom Landesverband nicht in Frage käme. Die Mitglieder fassten einen entsprechenden Beschluss.

Wie weiter mit den Wildschweinen?

In der Diskussion und den Reden der Gäste wurde deutlich, dass das Schwarzwild für die Verbreitung der Seuche verantwortlich gemacht wird und damit die Jägerschaft in den Mittelpunkt zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) rückte, aber die Gefahr des Einschleppens der Seuche durch den Menschen nicht unterschätzt werden dürfe. Die im Januar von der sächsischen Landesregierung beschlossenen Änderungen im Jagdgesetz trügen nach Ansicht hiesiger Jäger nicht dazu bei, die ASP wirkungsvoller zu bekämpfen. Sächsische Jäger können nun auch mit Schalldämpfern an der Waffe auf Jagd gehen, um Schwarzwild zur Strecke zu bringen. Auch Sauenfänge sind demnach erlaubt.

Die Vertreter des Landes- und Bundesforstes hoben während der Versammlung besonders hervor, dass mit gut organisierten Gesellschaftsjagden auf Schwarzwild die besten Streckenergebnisse erzielt werden könnten.

Zum Abschluss des Treffens konnten langjährige KJV-Mitglieder für 25 und 40 Mitgliedschaft geehrt werden. Ulrich Schade wurde mit dem Ehrenabzeichen der Sächsischen Jäger in Bronze für sein Wirken bei der Aktion „Lernort Natur“ geehrt. Eine Hegemedaille für einen Rehbock erhielt Thomas Weitze.

Von Ditmar Wohlgemuth

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