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Angst vor der Hundesteuer

Angst vor der Hundesteuer

Weniger ist mehr: Nur noch 52 Hunde leben derzeit im Tierheim Laue. Es waren lange Zeit mehr als 70 Hunde, manchmal noch mehr. "Wir haben viele Tiere gut vermitteln können in letzter Zeit, haben so auch wieder mehr Zeit zum Kümmern", freut sich die Tierheimleiterin Gudrun Bernhardt.

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Der zirka 18 Monate alte Mischling Spike braucht eine rund 1000 Euro Hüft-OP. Wer finanziell helfen will oder den Hund aufnehmen möchte, kann sich unter der Rufnummer 034202/51757 im Tierheim melden.

Quelle: Christine Jacob

Laue. In wenigen Monaten aber könne der kleine Erfolg schon wieder Geschichte sein, fürchtet sie. 2014 tritt in Delitzsch eine neue Hundesteuersatzung in Kraft. Für den ersten Hund müssen die Besitzer dann jährlich 66 Euro und damit 14,88 Euro mehr bezahlen, für jeden weiteren Hund 84 Euro und so 7,44 Euro mehr an die Stadt überweisen. Viele, fürchtet Gudrun Bernhardt, könnten oder wollten sich dann den Vierbeiner nicht mehr leisten und ihn lieber aussetzen. "Da könnte noch eine Welle auf uns zukommen", sagt sie.

Gerade aber lebt das Tierheim gegen den Trend. "Dass Urlaubszeit ist, merken wir derzeit nicht", sagt die Chefin. Nicht deutlich mehr Tiere als sonst würden jetzt ausgesetzt. "Erklären können wir es nicht, aber die Zahlen steigen bei uns ein paar Monate vor und nach der Urlaubszeit aber nie direkt in ihr nach oben", hat Gudrun Bernhardt beobachtet. Viel Platz hat das Heim ohnehin nicht mehr. Mit den Katzen ist es der alte Jammer: Rund 130 Samtpfoten beherbergt das Tierheim Laue, die Kapazitätsgrenze ist erreicht. "Wir wissen bald nicht mehr, wo wir die Katzen noch unterbringen sollen", klagt Bernhardt. Nicht selten werden sie dem Heimteam einfach vor die Tür gesetzt oder müssen irgendwo im Stadtgebiet aufgesammelt werden, weil besorgte Bürger die herrenlosen Tiere melden. Zwölf Katzenbabys sind zudem nach der Juniflut in Laue geblieben. Insgesamt 25 Tiere aus den betroffenen Gebieten von Löbnitz bis Glaucha hatte das Heim am Rande der Loberstadt zeitweise aufgenommen, weil die Besitzer zunächst mit der Flut zu kämpfen hatten. Zwölf Katzen aber sind nicht wieder abgeholt worden. "Wir hoffen, dass wir wenigstens ein paar der Tiere an liebe neue Besitzer vermitteln können", sagt Gudrun Bernhardt.

Für die 30 Nagetiere, die in Laue versorgt werden müssen, baut das Team derzeit ein neues Nagerhaus. Mit 3000 Euro bezuschusst der Tierschutzbund das Projekt, knapp 1000 Euro sind aus Spenden zusammen gekommen. Untergebracht im Haus ist auch eine neue Quarantänestation. Die alte wiederum muss wohl bald zur Unterbringung von Katzen genutzt werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.07.2013

Christine Jacob

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