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Delitzsch Anklage gegen Ex-TWD-Chef Lutz Mörtl
Region Delitzsch Anklage gegen Ex-TWD-Chef Lutz Mörtl
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00:00 13.12.2009

Nach reichlich vier Jahren, in denen die sächsische Antikorruptionseinheit Ines ermittelte, werden dem Pohritzscher Bestechlichkeit, Steuerhinterziehung und unerlaubtes Betreiben von Anlagen vorgeworfen. Noch ist allerdings offen, ob es zum Prozess kommt. Im September 2005 war Mörtl als Geschäftsführer der TWD und der inzwischen aufgelösten Holding Stadtwerke Delitzsch GmbH gefeuert worden (wir berichteten). Kündigungsgründe gab es viele. Offiziell sprach die damalige Rathausspitze von einer „Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses“. Zum Stadtgespräch indes wurden zwei andere Vorwürfe: eine auf Kosten der damaligen TWD-Beteiligung Sortier- und Vermarktungsgesellschaft (SVG) aus Naundorf (Sachsen-Anhalt) durchgeführte Reise in die Taiga, bei der Mörtl auf Bärenjagd ging, und ein zweiter teurer Dienstwagen, den in erster Linie die Lebensgefährtin des Diplom-Finanzwirtes nutzte. In beiden Fällen habe sich Mörtl auf Kosten kommunaler Betriebe beziehungsweise deren Beteiligungen bereichert, denn der Russland-Trip sei in Wirklichkeit eine Privatreise gewesen und das Auto habe ihm nicht zugestanden, verlautete seinerzeit aus den Stadtfirmen. Arbeitsrechtlich ist die Geschichte Mörtl längst passé, die an dem Kündigungsstreitfall beteiligten Parteien haben sich inzwischen verglichen. Doch strafrechtlich hat das Ganze möglicherweise doch noch ein Nachspiel. Die Ines nahm den umtriebigen Mörtl in den vergangenen vier Jahren mehrfach unter die Lupe – und wurde offenbar fündig. Laut Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden, werden dem Mittfünfziger Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung, jeweils in vier Fällen, vorgeworfen. Des Weiteren wurde in die Anklageschrift aufgenommen, dass Mörtl im Delitzscher Biomassekraftwerk (BMKW) zwischen September 2004 und Juli 2005 Müll statt Altholz mit maximal drei Prozent Störstoffanteil verbrennen ließ. Das BMKW, dessen Bau der Ex-TWD-Chef maßgeblich initiierte, haben die Technischen Werke und deren Partner mittlerweile verkauft. Nach Informationen dieser Zeitung soll Mörtl für die Hilfe bei der Auftragsvergabe zur Errichtung der Ökostrom-Anlage von einem Verbindungsmann der Firma Alstom, die letztlich auch den Zuschlag erhielt, im Jahr 2002 Leistungen im Wert von rund 76000 Euro empfangen haben. Ob es vor dem Landgericht Leipzig zum Prozess kommt, steht allerdings noch in den Sternen. Gerichtssprecher Hans Jagenlauf kündigte an, die zuständige Kammer werde frühestens Anfang 2010 entscheiden, ob ein hinreichender Tatverdacht vorliegt, um das Hauptverfahren eröffnen zu können. © Seite 19

Dominic Welters

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