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Ansturm auf die Geschuppten

Ansturm auf die Geschuppten

Der riesige Ansturm mit Besucher- und Blechkarawanen – er gehört zur Veranstaltung wie Fischsuppe und Markttreiben. Wenn an den Schadebachteichen bei Lindenhayn das jährliche Abfischen ausgerufen wird, lassen die schau- und kauflustigen Gäste nicht auf sich warten.

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Wenn sich am Kanal das Netz hebt, steht das Publikum dicht gedrängt.

Quelle: Anke Herold

Lindenhayn. Ein spannendes, aber auch anstrengendes Wochenende für Teichbetreiber Hubert Hentsch und seine Helfer.

Die Vorarbeit leisteten die Männer bereits in den frühen Morgenstunden des Samstag. Ein großes Zugnetz wurde im Gewässer ausgelegt und dann langsam an den Kanal, auch Mönch genannt, herangezogen, durch den die gut gewachsenen Karpfen, Schleie und Hechte den Weg ins Ablaufbecken fanden. Hier wurden sie mit Käschern abgefischt, am Tisch sortiert und zum Verkauf in großen Wasserbehältern abtransportiert. Wer dem Spektakel beiwohnte, konnte sich von der schweren und nasskalten Handarbeit überzeugen.

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Lindenhayn. Der riesige Ansturm mit Besucher- und Blechkarawanen – er gehört zur Veranstaltung wie Fischsuppe und Markttreiben. Wenn an den Schadebachteichen bei Lindenhayn das jährliche Abfischen ausgerufen wird, lassen die schau- und kauflustigen Gäste nicht auf sich warten.

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„Unsere Helfer sind ein eingespieltes Team und kommen hauptsächlich aus der Familie oder sind nahe Freunde“, erzählte Fischersfrau Christine Hentsch – hat an den Abfischtagen selbst alle Hände voll zu tun. Am Rande der Teiche drehte sich alles rund um den Fisch. An zahlreichen Ständen wurden die geschuppten Riesen mit geschickten Händen über die Verkaufstheken gereicht. Verschiedene  Fischgerichte lockten zu Tisch. Unter den Gästen war auch die Nischwitzerin Claudia Dietrich mit Familie: „Wir sind heute das erste Mal zum Abfischen gekommen. Durch Bekannte haben wir davon erfahren. Jetzt wollen eine Kostprobe der leckeren Suppe für Oma und Opa mit nach Hause nehmen.“

Schlendern, Schlemmen und Stöbern an den Ständen der Direktvermarkter – damit verbrachten am Wochenende die Besucher so manche Stunde. Selbst die Kulturliebhaber kamen auf ihre Kosten und lauschten den musikalischen Darbietungen der Kapelle Krach.   Interessierte Hausfrauen und kochbegeisterte Männer konnten im Fischküchenzelt nicht nur liebevoll zubereitete Karpfengerichte verkosten, sondern schon bei der Zubereitung dabei sein. Köchin Sieglinde Wohlschläger und der ebenso versierte Koch Norman Ralfes verrieten Tricks und Kniffe fürs Garen und Anrichten eines Karpfen-Menüs.  Da ließ sich auch Familie Grubitzsch aus Eilenburg nieder, schwärmte von der „leckeren Kostprobe“. Gepaart mit tollem Herbstwetter, wurde das diesjährige Abfischen damit wieder zu einem schönen Ausflugs-Erlebnis für Hunderte Gäste.

Natürlich ging nicht der gesamte Fang an diesem Wochenende über den Ladentisch, sondern wurde in eigens errichtete Hälteranlagen umgesetzt. Dort bleiben die Fische bis Weihnachten, Silvester und Neujahr. Denn kurz vor den Feiertagen werden die Karpfen von der Fischerei Reibitz wieder über Land direkt vermarktet.

Im März und April beginnt dann die erneute Teichbewirtschaftung. In diesen Monaten werden die Satzfische ins Gewässer eingebracht. „Durchschnittlich bringt so ein kleiner Karpfen etwa 800 Gramm auf die Waage. Groß genug, dass ihm der jagende Kormoran in der Gegend nicht mehr zur Gefahr werden kann“, erklärt Christine Hentsch. „Bis zum Abfischen im Herbst legt er dann massiv an Gewicht zu.“ Kein Wunder: Per Boot bringt Fischermeister Hubert Hentsch mehrmals in der Woche das ausschließlich natürliche Futter in den Teich ein. Regelmäßig werden die Fische von ihm kontrolliert. So werden in den Schadebachteichen mit mehreren Dutzend Hektar Fläche auch bis zum nächsten Herbst wieder mehrere Tonnen Schmackhaftes heranwachsen.

Anke Herold

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