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Delitzsch Artenreiche Gesellschaft für die Zuckerrüben
Region Delitzsch Artenreiche Gesellschaft für die Zuckerrüben
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13:54 19.05.2015
Michael Peschke (links) und Frank Rösler stecken mittendrin im Blühstreifen-Projekt. Derzeit dominieren die Sonnenblumen. Quelle: Alexander Bley

.. Richtig, da hat sich was verändert. Am Rande einiger Anbauflächen blüht es jetzt, und dieses Phänomen ist kein Zufall, sondern ganz hoch angebunden. Die Südzucker AG mit Hauptsitz in Mannheim hat ein länderübergreifendes Pilotprojekt zur Stärkung der Biodiversität gestartet. Rübenanbauer wurden mit speziellem Saatgut versorgt, um Blühstreifen am Feldsaum anzulegen. Der in diesem Jahr gestartete Versuch läuft zunächst an 150 Orten, davon zehn im mitteldeutschen Einzugsgebiet der Zuckerfabrik Zeitz.

Bei Michael Peschke, Vorstand der Agrar und Umwelt AG Loberaue, hat der Projekt-Gedanke sofort gekeimt. "Mit den Blühstreifen fördern wir einerseits nützliche Insekten und andere Wildtiere, andererseits helfen sie gegen Boden- erosion." Die in Zschortau ansässige AG baut im Delitzscher Raum auf rund 250 Hektar Zuckerrüben an. An zwei Stellen nahe dem Rackwitzer Ortsteil Kreuma werden die Blühflächen nun getestet.

Die Saatmischung, die da zu Grunde liegt, sei gezielt für die Initiative zusammengestellt worden, sagt Frank Rösler, Leiter der Rübenabteilung in der Zuckerfabrik Zeitz. 14 sogenannte Mischungspartner sollen dafür sorgen, dass es am Feldrand über einen möglichst langen Zeitraum recht artenreich und farbenfroh blüht. Ende April sei die Mischung in die Erde gebracht worden - etwas später als die Rübensaat, weil Teile der Zusammenstellung kälteempfindlich sind. Neben Sonnenblumen wurden unter anderem verschiedene Klee- und Malvenarten sowie Phacelia integriert. Die Flächen bleiben bestehen, bis die Zuckerrüben geerntet werden, wobei deren vergleichsweise lange Vegetationszeit gelegen kommt.

Mindestens sechs Meter breit sollen die Blühstreifen sein. Ihre Länge richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten. "Das Projekt dient der Förderung der Artenvielfalt in den Rübenbauregionen", erklärt Frank Rösler. "Und nebenbei profitieren natürlich auch Radfahrer und Spaziergänger, weil die Landschaft attraktiver wird." Südzucker wünscht sich in diesem Zusammenhang öffentliche Fördermittel, verweist auf den gesellschaftlichen Nutzen der Initiative. Bislang sei der Vorstoß unternehmensfinanziert.

Nach Abschluss der Vegetation im Herbst sollen die Ergebnisse ausgewertet werden. Südzucker nutzte regional verschiedene Blühmischungen, um die unterschiedlichen Erfolge vergleichen zu können. Außerdem variieren die Anbaustellen: Mal wurde auf dem Vorgewende oder auf der Anrodefläche gesät, mal auf dem ehemaligen Mietenlagerplatz der letzten Zuckerrübenernte. Schließlich soll auch die praktische Umsetzbarkeit des Anbaus getestet werden. "Ziel ist es, das Projekt in den nächsten Jahren auszuweiten", sagt Rösler.

Ein recht geschmackvoller Erfolg lässt sich in Kreuma schon jetzt verbuchen: Seit Wochen steht am Rande des Rübenfeldes ein Imkerwagen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.08.2014
Kay Würker

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