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Delitzsch Ascheberg: Landratsamt wirft Delitzsch Panikmache vor
Region Delitzsch Ascheberg: Landratsamt wirft Delitzsch Panikmache vor
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10:57 17.08.2016
Das Streitobjekt: der Ascheberg auf dem Gelände des Biomassekraftwerkes an der Fabrikstraße. Quelle: Kay Würker
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Delitzsch

Wie gefährlich ist er wirklich, der Ascheberg am Biomassekraftwerk? Analyseergebnisse der Stadt Delitzsch mit erhöhten Schwermetall-Werten, die die LVZ gestern veröffentlichte, sorgten im Umweltamt für Aufregung. „Wir kritisieren aufs Schärfste, dass die Stadt mit ihren Erkenntnissen nicht den Kontakt zum Landratsamt suchte. Rückschlüsse auf die sachkundige Durchführung sowie die Repräsentativität der Probenahme sind nicht möglich“, sagte Landratsamtssprecher Rayk Bergner. „Dem Umweltamt ist nicht bekannt, ob die Analytik durch ein anerkanntes Labor durchgeführt wurde.“ Die Umweltbehörde spricht von Spekulationen und Panikmache.

Die Überzeugung der Stadtverwaltung, dass zwischen dem Ascheberg und den erhöhten Blei- und Cadmiumwerten ein Zusammenhang besteht, teilt das Umweltamt nicht. Der Kontext sei nicht belegt und verunsichere die Bevölkerung. Eine Gefahr durch Ausspülung von Schwermetallen könne ausgeschlossen werden, heißt es. Verwiesen wird auf einen Eluattest eines akkreditierten Labors vom Frühjahr dieses Jahres: Demnach sind in dem Haufen aus Rost- und Kesselasche die Schwermetalle derart gebunden, dass ein Auswaschen durch Regenwasser nicht zu befürchten sei.

Die Stadtverwaltung hat im Juli nach eigenen Angaben den Abwasserzweckverband beauftragt, an insgesamt fünf Stellen Bodenproben nehmen zu lassen. Die Prüfstellen befanden sich im Verlauf des zentralen Ableiters, der vom Gewerbegebiet Südwest bis zum Gertitzer Graben führt, direkt am Kraftwerk vorbei. Beprobt wurde dreimal vor und zweimal nach dem Betriebsgelände. Bei den beiden Letztgenannten waren die Werte erhöht, so auch die im Gertitzer Graben.

„Zu den Analyseergebnissen kann sich das Landratsamt derzeit nicht äußern, da diese durch die Stadt Delitzsch bisher nicht zur Verfügung gestellt wurden“, sagte Bergner. Es bestehe aber großes Interesse, „gemeinsam mit der Stadt Klarheit herbeizuführen und gegenüber der Öffentlichkeit mit belastbaren Fakten aufzutreten“.

Von Kay Würker

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