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Delitzsch Asylbewerber müssen umziehen
Region Delitzsch Asylbewerber müssen umziehen
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17:15 11.07.2010
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. Die seit Jahren sinkende Asylbewerberanzahl ist laut Landkreisbehörde der Grund, die derzeit planmäßig zum 30. September auslaufenden Betreiberverträge an den Standorten Oschatz und Eilenburg enden zu lassen. Der Landkreis Nordsachsen ist an den Kosten für Unterkunft und Unterhalt beteiligt, diese lagen im vergangenen Jahr bei 480 000 Euro. Im Juli 2007 (letzte Statistik) lebten in Sachsen 1244 Asylbewerber. Die Zahl der neuen Asylanträge geht deutschlandweit drastisch zurück. 1995 stellten noch 7800 Ausländer einen Erstantrag, 2005 waren es 1300 und 2007 noch 940. Auch der Landkreis Nordsachsen verfolgt seit Jahren die rückläufige Tendenz der Zuweisungen von Asylbewerbern. Aktuell leben in Nordsachsen 289 Asylbewerber, davon 226 in Heimen – 62 in Eilenburg, 87 in Spröda, 44 in Torgau und 33 in Oschatz. Unter Berücksichtigung dessen und der sich daraus ergebenden wirtschaftlichen Betrachtungen hat sich der Landkreis dazu entschlossen, die beiden Gemeinschaftsunterkünfte in Eilenburg und Oschatz im Rahmen des regulären Auslaufens der bestehenden Betreiberverträge im Einvernehmen mit den Betreibern zu schließen.

Die betreffenden Personen werden auf die beiden Unterkünfte in Delitzsch und Torgau verteilt. Damit wird ein optimaler Auslastungsgrad dieser Einrichtungen erreicht, teilt die Landkreisverwaltung mit. Nach Spröda kommen dabei ausschließlich männliche Einzelpersonen, nach Torgau Familien und Einzelpersonen.

In Eilenburg stoßen die Pläne auf Ablehnung. Spröda entspreche nicht den Richtlinien, habe keine zentrale Lage, die Privatsphäre beim Duschen und der Toilettenbenutzung sei nicht gewahrt, der Umzug stelle eine unangemessene Verschlechterung dar. Zudem sei mit Geruchsbelästigungen zu rechnen, weil sich eine Mülldeponie gegenüber dem Heim befindet, teilt ein Bewohner in einem Schreiben mit. „Wir müssen und halten uns natürlich an die gesetzlichen Vorschriften. Ich kann diese Aussagen nicht bestätigen. Die letzte Begehung erfolgte im Juni, die Landesdirektion hatte keine Beanstandungen", sagte Dezernentin Angelika Stoye. Laut Asylverfahrensgesetz sollen Ausländer, die einen Asylantrag gestellt haben, in der Regel in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht werden. Art, Größe und Ausstattung sind ebenfalls vorgeschrieben.

„Unsere Unterkünfte entsprechen diesen Vorschriften. In Spröda wurden in den vergangenen zwei Jahren tiefgreifende Investitionen getätigt. Weitere sind geplant", so Stoye. So sollen die Zimmer, Sanitär- und Funktionalräume renoviert sowie Mobiliar und Ausstattung angeschaft werden. Spröda verfügt zudem über eine Busverbindung. Über Geruchsbelästigungen wegen der anderthalb Kilometer entfernten Deponie, habe sich bisher noch niemand beklagt.

Hauptherkunftsländer der Asylerstantragsteller 2007 in Sachsen waren: Libanon (149), Irak (142), Vietnam (121), Tunesien (74), Türkei (55), Serbien (54), Pakistan (46), Indien (37), Russische Förderation inclusive Tschetschenien (26), Myanmar (25).

Frank Pfütze

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