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Asylbewerberheim - Rackwitzer Gemeinderäte suchen Dialog

Asylbewerberheim - Rackwitzer Gemeinderäte suchen Dialog

Die Gemeinde Rackwitz soll Asylbewerber aufnehmen. Das ehemalige Lehrlingswohnheim ist im Gespräch, die Stimmung im Ort aufgebracht. Die Einwohner fordern Informationen, der Gemeinderat Mitbestimmung.

Rackwitz. Die NPD kündigt für Sonnabend einen Info-Stand an, die Antifa einen Aufmarsch. Montagabend saßen die Gemeinderäte mit Landrat Michael Czupalla (CDU) und Dezernentin Angelika Stoye zusammen. Danach stand fest, dass noch nichts fest steht. Das Thema ist vorerst von der Tagesordnung im Kreistag (25. September), weil der potenzielle Heimbetreiber noch keinen Bauantrag eingereicht hat.

 

 

Bürgermeister Manfred Freigang (Unabhängige Wählervereinigung) - steht wegen seiner Zurückhaltung in der Kritik - lobte die Zusammenkunft als zufriedenstellend, es sei sachlich informiert worden. "Ich sehe das akute Betreiben des Lehrlingswohnheimes als vorerst vom Tisch. Der Betreiber hat bisher noch keinen Bauantrag eingereicht." Zu den Vorwürfen gegenüber seiner Person sagte er: "Ich habe mich absolut korrekt verhalten."

Freigang hatte seinen Gemeinderat erst informiert, als bereits 300 Rackwitzer am 29. August vor dem Rathaus gegen das Heim demonstrierten (wir berichteten). Die Rackwitzer Gemeinderäte Olaf Uhlmann (Unabhängige Wählervereinigung) und Dietmar Schenk (Rackwitzer Bürgerschaft) haben danach einen offenen Brief an Landrat Michael Czupalla und Bürgermeister Manfred Freigang geschrieben und das Treffen am Montagabend angeschoben. Sie wollen "Vertrauen wiederherstellen". Ziel eines breiten Dialoges ist es, "eine begrenzte Anzahl asylsuchender Menschen in Rackwitz aufzunehmen und ihnen für die Dauer ihres Asylverfahrens Unterkunft, Integration und Akzeptanz durch die Rackwitzer Bürger entgegenzubringen".

Aus Sicht von Schenk hat der Landrat am Montag erfolgreich um Vertrauen geworben. Er fasste gestern zusammen: "Kein Bauantrag, keine Vergabe, keine Vorlage. Sollte sich an diesem Stand etwas ändern, wird der Landrat mit uns Gemeinderäten sprechen. Die Menschen in Rackwitz sollen wissen, dass wir Gemeinderäte etwas unternehmen und für sie da sind. Dazu gehört auch, dass wir uns um dieses Problem kümmern." Mitstreiter Uhlmann ist zufrieden, dass die Gemeinderäte zukünftig bei allen Entscheidungen einbezogen werden.

Landrat Czupalla sagte gestern auf Anfrage: "Die Rackwitzer Gemeinderäte haben um eine Gesprächsrunde gebeten, die habe ich kurzfristig ermöglicht und durchgeführt. Wir sind auf dem Weg, gemeinsam Lösungen zu finden. Es wird weitere Gespräche mit dem Gemeinderat und mir geben." Zum gleichen Thema hat sich Czupalla gestern mit Vertretern der beiden großen Kirchen des Landkreises, Pfarrer Michael Poschlod und Superintendent Mathias Imbusch, getroffen und "konstruktiv diskutiert".

Zum Thema "Die Geister, die ich rief" steht inzwischen fest, dass die NPD am Sonnabend von 13 bis 17 Uhr einen Info-Stand in der Hauptstraße im Bereich Konsum in Vorbereitung auf die Bundestagswahlen angemeldet hat. Die Antirassistische Initiative Leipzig hat einen Aufzug unter dem Motto "Gegen jeden Rassismus", von 10 bis 17 Uhr, beantragt. Der soll am Bahnhof starten. "Wir führen morgen ein Kooperationsgespräch mit den Verantwortlichen der Veranstaltungen, dem Bürgermeister und der Polizei durch. Beide Maßnahmen sollen möglichst voneinander getrennt ablaufen. Wir erwarten von den Anmeldern, dass sie sich an die Auflagen halten. Die Polizei ist am Sonnabend in Rackwitz vor Ort", so Dezernentin Angelika Stoye.

Was am Sonnabend passieren wird, könne niemand vorhersagen, so Bürgermeister Freigang. In Rackwitz wird auch dieser Tag heiß diskutiert. "Wir sollten es tunlichst vermeiden, Extremisten eine Plattformen zu bieten und zu deren Veranstaltungen zu gehen, dazu möchte ich aufrufen. Ich denke, es wird auch klug sein, die Autos in Sicherheit zu bringen", so Freigang gestern auf Anfrage.

© Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.09.2013

Frank Pfütze

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