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Delitzsch Auf Gut Göritz wächst ein Spezial-Altenheim empor
Region Delitzsch Auf Gut Göritz wächst ein Spezial-Altenheim empor
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Christina Barofke auf der Baustelle Lehmwellerscheune im April dieses Jahres: Auf dem Gut Göritz wird ein Pflegeheim für Demenzkranke entstehen. Quelle: Wolfgang Sens
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Göritz

Mit der Zwei-Millionen-Investition wird seit dem Frühjahr aus einer alten Scheune ein Heim ganz speziell zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Alzheimer- und Demenzkranken. "Wir liegen gut im Plan", sagt die Gutsbesitzerin Christina Barofke. Verantwortlich für die Investition zeichnet ein Leipziger Pflegeheimbetreiber. Das Interesse, berichtet Barofke, für das Projekt sei groß und es würden häufiger neugierige Nachfragen von Nachbarn oder den Gutsbesuchern kommen. Göritz ist über die Region hinaus bereits als Pferdepension, Reiterhof und Landwirtschaftsbetrieb bekannt. So mancher, der hier heute in noch jungen Jahren reitet, spiele schon mal mit dem Gedanken, im Pflegefalle einzuziehen und sein Leben so normal wie möglich weiterzuführen.

Bis zu den ersten Einzügen wird es noch dauern. Die heiße Phase steht nach dem Richtfest Anfang des Jahres 2016 erst bevor. "Der ganze Ausbau kommt ja erst noch", macht Christina Barofke deutlich. Im Sommer könnten voraussichtlich die ersten Anmeldungen erfolgen. 38 Demenzkranke sollen auf Gut Göritz ihr Zuhause finden, die Therapie vor Ort ist tier- und pflanzengestützt. So wird es zum Beispiel Beete geben, die die Bewohner selbstständig pflegen oder Tiere, um die sie sich kümmern. So sollen das Abnehmen von Eiern, das Füttern von Hühnern oder das Besuchen der Reithalle fest zum Tagesablauf gehören. Gerade für jene, die selbst auf dem Land groß wurden, ist dies ein guter Anknüpfungspunkt auch auf der Gefühlsebene - gute Therapieerfolge bei Demenz-Patienten sind unter solchen Bedingungen bekannt. Und während in städtischen Heimen bei dementen Patienten die Angst groß ist, dass sie sich verlaufen und auf die Straße geraten, steht in Göritz ein riesiges Areal von praktisch verkehrsfreien 60 Hektar zur Verfügung. Rund 6000 Quadratmeter groß wird allein der Hof direkt am Wohnheim.

Mit dem Projekt wird zudem ein Baudenkmal erhalten. 70 Meter lang und 12 Meter breit ist die alte Scheune, die als größte Lehmwellerscheune in Deutschland gilt. Die Bauleute haben sie seit dem Frühjahr teilweise in Handarbeit abgetragen und dann wieder neu aufgebaut. Das hochmoderne Heim soll mit dem Charme des Alten verbunden werden.

Von Christine Jacob

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