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Delitzsch Auf Magenkribbeln folgt Wildes Lächeln
Region Delitzsch Auf Magenkribbeln folgt Wildes Lächeln
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22:30 08.06.2015
Manfred Wilde hat gut lachen. Der Parteilose bleibt weiter der Chef im Delitzscher Rathaus. Quelle: Alexander Prautzsch
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In der Großen Kreisstadt konnte sich Manfred Wilde (parteilos) deutlich von den Mitbewerbern absetzen, äußerte sich gestern "positiv überrascht". Er sei mit Magenkribbeln in den Wahlsonntag gegangen, sagte der 52-Jährige. "Es war in den vergangenen sieben Jahren nicht immer eitel Sonnenschein, aber es kann nicht alles verkehrt gewesen sein." Er werde den eingeschlagenen Kurs fortsetzen. Der Radweg in der Leipziger Straße, das Elberitzbad und die Oberschule Nord seien die aktuell drängendsten Aufgaben.

Den Kurs fortsetzen, das gelte auch für die aktuelle Struktur der Wirtschaftsförderung im Rathaus. Zwei Konkurrenten im Wahlkampf hatten insbesondere dort Korrekturbedarf attestiert, um langfristig Gewerbesteuern und Kaufkraft zu erhöhen. "Es ist Aufgabe der Gesetzgeber, die Gewerbesteuer dorthin fließen zu lassen, wo sie generiert wird", hält Wilde dagegen. "Mehrere große Delitzscher Unternehmen haben ihren Sitz nicht in der Stadt. Was wir tun können, ist die schnelle Bearbeitung von Anträgen. Das klappt bereits." Entscheidend fürs weitere Vorankommen in der Stadt sei ein konstruktives Miteinander sowohl in der Verwaltung - "ich habe hier eine gute Mannschaft" - als auch im Stadtrat.

Olaf Quinque wird als Stadtratsmitglied weiterhin Position beziehen. Als OBM-Kandidat der Freien Wähler konnte er sich am Sonntag nicht durchsetzen, schaffte es aber immerhin auf Rang zwei. "Es ist ein ehrenwertes Ergebnis, das zeigt, dass die Freien Wähler in Delitzsch gut verortet sind", sagte er. Ein bisschen enttäuscht sei er aber schon. "Ich dachte, dass ein paar mehr Delitzscher eine andere Politik haben wollen. Zumindest die Jugendlichen im Yoz freut es, dass ich ihnen weiter erhalten bleibe", ergänzte der Leiter des Jugendhauses.

Enttäuschung klingt auch bei Thomas Kind an, der für die Linke antrat. Er habe mit mehr Unterstützung gerechnet. "Über die Ursachen ist noch nachzudenken. Ich sehe einen massiven Rückgang bei unserer Stammwählerschaft. Wir müssen schauen, ob die Linke auf Landesebene richtig aufgestellt ist. Aber auch für die SPD hatte ich mehr erwartet", so Kind. André Soudah holte für die Sozialdemokraten 9,1 Prozent. "Die Wahlbeteiligung kann uns sicherlich nicht zufrieden stellen, da sie automatisch auch die Frage nach der Legitimierung - gleich welcher Partei - stellt", konstatierte Soudah.

Deutlich heller die Stimmung bei der SPD in Rackwitz. Kandidat Steffen Brzoska liegt acht Stimmen hinter Dietmar Schenk von der Rackwitzer Bürgerschaft. "Ein zufriedenstellendes Ergebnis", befand Brzoska gestern gut gelaunt. Für ihn gehe der Wahlkampf weiter. Im Falle eines Sieges im zweiten Durchgang am 28. Juni wolle er "auf dem guten Fundament in der Gemeinde aufbauen, aber durchaus auch Korrekturen einleiten". Dietmar Schenk hat sich eine ganze Reihe von Veränderungen auf die Fahne geschrieben, sollte er Bürgermeister werden. "Die Mehrheit der Wähler hat anerkannt, dass ich einen themenbezogenen Wahlkampf mache und von außerhalb des Rathauses vieles hinterfrage", urteilte er und kündigte Wahlveranstaltungen in allen Ortsteilen an.

Für CDU-Kandidat Jörg Hofmann ist das Thema erledigt - er werde nicht noch einmal antreten, erklärte er gestern. Andreas Hempel (UWR) will im Laufe der Woche eine Entscheidung bekanntgeben. Ebenso Einzelbewerber Oliver Handke (parteilos).

In Krostitz hat Wolfgang Frauendorf (CDU) zum fünften Mal hintereinander die Wahl gewonnen und das mit 87,6 Prozent der Stimmen. "Ich bin überglücklich, mit diesem klaren Ergebnis hatte ich nicht gerechnet. Ich habe immer versucht, im Interesse der Gemeinde zu handeln und Parteipolitik außen vor zu lassen. Das haben die Wähler honoriert", so der alte und neue Bürgermeister. Gegenkandidatin Celestina Görgülü (Die Linke) ist nicht enttäuscht. "Wir wollten ein Zeichen setzen. Mit 12,4 Prozent der Stimmen ist das gegen einen guten Bürgermeister gelungen." Auch Axel Wohlschläger (CDU) in Löbnitz fühlt sich mit dem Wahlergebnis von 98,1 Prozent in seiner Arbeit bestätigt. "Es ist zugleich Ansporn, so weiterzumachen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.06.2015
Kay Würker

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