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Auf bestem Weg zur neuen Orgel

Auf bestem Weg zur neuen Orgel

Äußerlich mag die Orgel in der katholischen Kirche Sankt Marien Delitzsch noch in passablem Zustand erscheinen. Doch das 1953 fertiggestellte Instrument pfeift auf dem letzten Loch.

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Brigitte Klaas hofft für 2013 auf eine neue Orgel für die Kirche.

Quelle: Manfred Lüttich

Delitzsch. Das Innenleben ist verstaubt, das Leder der Blasebälger porös. Ein Gutachten bescheinigt: Die Orgel sollte ersetzt werden. Der eigens geründete Bauverein hat den Fertigstellungstermin schon fest im Blick. Schon im Sommer 2013 könnte die Kirchgemeinde erstmals einer neuen Orgel lauschen, hofft Brigitte Klaas, die Vorsitzende des Orgelbauvereins St. Marien.

Genau 60 Jahre wäre es dann her, dass 1600 Pfeifen der alten Orgel erstmals das 1936 erbaute Gotteshaus mit ihrem Klang erfüllten. Schon bald nach ihrem Bau erwies sich das vollpneumatisch gesteuerte Instrument wie berichtet als Fehlentscheidung. Beim Bau in der Nachkriegszeit musste teilweise auf gebrauchtes oder Material schlechter Qualität zurückgegriffen werden. Die Feuchtigkeitsverhältnisse im modernen Kirchenbau setzten dem Ventilleder des Instruments zu. Wassereinbruch in den 1960er-Jahren, Hitzeschaden vor sieben Jahren taten ihr übriges. Ein Gutachten von 2008 schließlich bescheinigt der Orgel einen „technisch unhaltbaren“ Zustand, bei dem ein „vernünftiges liturgisches Orgelspiel kaum mehr möglich ist“. Der Sachverständige Matthias Mück empfiehlt weder Reinigung noch Reparatur, sondern einen Neubau der Orgel.

Dem hat sich der Bauverein im September 2009 angenommen, Gutachten eingeholt, wie teuer der Neubau kommen wird: Rund 340000 müssen berappt werden. Eine Rekonstruktion, so Klaas, würde über 150000 Euro kosten. „Dann wäre nach zehn bis 15 Jahren aber wieder eine Generalüberholung nötig.“ Der Neubau soll dagegen zwei Generationen überstehen. Kein geringeres Motto als „Jeder Euro zählt“ hat sich der inzwischen 38 Mitglieder starke Verein daher auf die Fahnen geschrieben. Großzügige Einzelspenden von Privatleuten und zahlreiche Benefizveranstaltungen haben die Spendenbüchsen gefüllt. Zuletzt brachte am vergangenen Sonntag der Auftritt von vier Drehorgelspielern 660 Euro zusammen.

Das Spendenkonto hat mittlerweile die Marke von 100000 Euro erreicht. „Zur Gründung war ich davon ausgegangen, dass es bis zu 15 Jahre dauern würde, das Geld für unsere Orgel zusammen zu bekommen“, berichtet Brigitte Klaas. Das Bistum Magdeburg bildet bereits Rücklagen, der Kirchenvorstand will ein Darlehen gewähren, Fördermittelanträge sind gestellt.

„Schon 2012 können wir hoffentlich mit dem Bau beginnen“, schätzt die Vereinsvorsitzende heute. Die Ausschreibungen sind raus, Angebote eingegangen. Dabei kann der Verein auf Mundpropaganda setzen: „Es hat sich rumgesprochen, was wie vorhaben. Schon 2010 haben sich die Orgelbauer von sich aus gemeldet“, freut sich die Vorsitzende. 18 Monate Bauzeit müssen für die Neuerrichtung der Orgel veranschlagt werden. „Für uns ist klar: Die neue Orgel soll keine Kopie der alten werden“, blickt Brigitte Klaas voraus. Zum Kirchweihfest 2013 soll dann das erste Mal die neue Orgel erklingen. Der Orgelbauverein, im Beirat ist auch Pfarrer Michael Poschlod, wird auch darüber hinaus bestehen bleiben, kündigt Brigitte Klaas an. „Dann werden wir uns um den Erhalt und Unterhalt der neuen Orgel kümmern.“

Der Orgelbauverein hofft weiterhin auf Unterstützung. Am Sonntag wird zum Gemeindefest in der Pfarrei Bad Düben eine Tombola zugunsten der Orgel veranstaltet. Spenden können auch auf das Konto 15 100 488 94 der Sparkasse Leipzig (BLZ 860 555 92) überwiesen werden.

Christine Gräfe

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