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Aufräumen in Mutschlena

Aufräumen in Mutschlena


Mutschlena/Kupsal. Auch am Dienstag war im Krostitzer Ortsteil Mutschlena großes Reinemachen angesagt.

. Sämtliche zurzeit verfügbare Gemeindearbeiter, insgesamt fünf, halfen den Bewohnern und Eigentümern von mehreren Grundstücken der Dorfstraße beim Aufräumen und Dreckbeseitigen.

Bei Kurt Werner griff Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU) selbst zur Wasserspritze, um den Hof von Schlammresten zu befreien. Der Senior, der mit seiner Tochter ein kleines Häuschen teilt, kann wegen eines körperlichen Handicaps nur begrenzt zupacken. „Wir hatten früher schon immer mal mit Wasserschäden zu tun, aber solch einen Dreck haben wir noch nie erlebt", beschrieb Werner gemeinsam mit seinem Nachbarn Siegfried Schulze die Schlammlawine vom Sonntagabend, die sich von nahen Feldern über die Straße ihren Weg in den kleinen Ort suchte (wir berichteten). Auch Frauendorf bekam das Dilemma von Anfang an mit. Er sah zunächst an einem weiteren Schwerpunkt der Gemeinde, in Kupsal, nach dem Rechten und musste dann zur Kenntnis nehmen, „dass eine solche Situation in Mutschlena für uns neu ist". Hier setzte das Regenwasser- und Erde-Gemisch an der tiefsten Stelle des Ortes mehrere Höfe fast knietief unter Wasser und hinterließ klebrigen Schlamm. Den hatten die Helfer am Dienstag schon fast wieder von Höfen, Fassaden, Asphalt und Pflaster geholt.

„An den Straßenrändern muss noch einiges passieren", stellte Frauendorf fest. Und wenn die Folgen des jüngsten heftigen Gewitters vom Sonntagabend beseitigt seien „und wieder etwas Ruhe einkehrt", wolle er sich mit den Betroffenen, die die Schwachstellen vor Ort teils gut kennen würden, zusammensetzen, um zu überlegen, wie Abhilfe geschaffen werden kann. „Was dann wiederum nicht so leicht umzusetzen sein wird", ahnt er.

Am alten Abwassernetz in Mutschlena, das übrigens voraussichtlich 2017/2018 an das Eilenburger Klärwerk angeschlossen werden soll, lag es offensichtlich nicht. „Unser Bereitschaftsdienst war viel draußen, doch von Mutschlena kam weder von Bürgern noch von Gemeinde ein Hilferuf", so Technologin Verena Reif vom Abwasserzweckverband Mittlere Mulde. Das Problem seien wohl die Straßeneinläufe gewesen, für die die Kommune zuständig sei. Dass der Starkregen auf abgeerntete Felder fiel, hätte aber wohl auch hier das Dilemma zusätzlich verschärft.

Die Ursache war in der Nacht zum Montag erst einmal egal. Es musste schnelle Hilfe her. Da Mutschlena keine eigene Ortswehr hat, wurden am Sonntag gegen 19.15 Uhr zunächst die Krostitzer Kameraden alarmiert. Ortswehrleiter Mike Neumann: „Wir wurden zum Auspumpen eines Kellers gerufen. Doch vor Ort mussten wir feststellen, dass das ganze Dorf unter Wasser stand." Gemeinsam mit dem Gemeindewehrleiter Wolfgang Jentzsch sei dann entschieden worden, auch die anderen fünf Krostitzer Ortswehren ranzuholen. Das Regenwasser, das normal in den Teich fließe, hätte auf den mit Erde und Geröll überzogenen Straßen keine Chance gehabt. „Zum Glück sind all unsere Ortswehren mit Pumpen ausgestattet, sodass wir effektiv arbeiten konnten", schätzte Neumann ein. Sie alle hätten „stundenlang bis zum Gehtnichtmehr" das Wasser in Gullys gepumpt – bis 3 Uhr morgens. Das sei auch dank der vom Bürgermeister besorgten Pizzen möglich gewesen, wird Neumann gleich noch ein Dankeschön los.

Ilka Fischer und Karin Rieck

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